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RE: Gefühlsduselei - Anja - 09.10.2019

Liebe Nomorelove,
ich glaube, ich kann ein wenig verstehen was du meinst. Ich kenne mich zwar mit Autismus nicht wirklich aus, aber es gab auch in meinem Leben Zeiten in denen ich dachte ich muss in der Gegenwart meines Mannes ersticken. Ich habe damals gemerkt, wenn ich nicht den Schritt heraus schaffe, gehe ich kapputt. Ich habe damals eine Arbeitsstelle angenommen bei der ich oft abends und am Wochenende arbeiten musste. Nach außen hin habe ich den Leuten erzählt, dass ich das mache, weil wir dann keinen Babysitter brauchen und ich trotzdem was dazu verdienen kann. Mein Mann war ja dann zu Hause. Im Rückblick muss ich sagen ein sehr riskanter Schritt, dennn es hätte auch schief gehen können und mein Mann hätte die Situation für Misssbrauch an den Kindern nutzen können. Gott war gnädig und hat meinen Mann und die Mädels bewahrt.

Was ich aber sicher sagen kann, ist, dass ich diese Zeit nicht überstanden hätte, wenn ich nicht immer wieder auf die Arbeit hätte flüchten können.
Inzwischen sind wir an dem Punkt, dass unsere Kinder groß sind und wir uns mehr gemeinsame Zeit als Paar wünschen würden. (wir sind da gerade auf der Suche nach Lösungen).
Außerdem hat die Arbeit meinem Selbstwert und meiner Heilung sehr gut getan. Ich konnte merken ich werte geschätzt, ich kann etwas. All das hatte ich über die Suchtjahre vergesssen.

Ich weiß, dass du das nicht kannst, weil du ja deine Tochter pflegen musst. Ich wollte es dir aber trotzdem schreiben, denn du schreibst "kennt diese Gefühle jemand "und ja, ich kenne sie.

Ich wünsche dir, dass auch du es schaffst, dir Rückzugsorte zu schaffen und ich hoffe, dein Mann kann verstehen, dass auch du Zeit brauchst, bis du wieder vertrauen kannst. Viele Jahre Missbrauch und Demütigung lassen sich nicht von heute auf morgen auslöschen, auch wenn man vergeben hat.

Ganz liebe Grüße
Anja


RE: Gefühlsduselei - Anja - 10.10.2019

Liebe Nomorelove,
Danke für deine Offenheit und dein Vertrauen. Es ist schön zu lesen, wie es bei euch mit kleinen Schritten vorwärts geht.

Ich möchte auf 3 Punkte die du schreibst antworten.

Du schreibst:"Ich muss aber frei werden von ihm, sodass er nicht mehr alles in mir beherrscht. Ich würde so gerne einfach fREI unter Gottes Wort sitzen. Das war kein Problem für meinen Mann, aber ich weiss dass sein ganzes Herz sich danach sehnt, um auch an diese Konferenz zu gehen."

Welch großer Fortschritt ist es, dass es für deinen Mann kein Problem ist wenn du alleine weg gehst, dich seiner Kontrolle entziehst. Da hat sich wirklich viel verändert, da ist ganz viel Grund zur Dankbarkeit.

"Ich möchte gerne frei unter Gottes Wort sitzemn"
Kann es sein, dass es da darum geht, dass du einen Raum brauchst, an dem du dich sicher fühlst? In der Gegenwart deines Mannes bist du es nicht, weil du nie weißt was als nächstes kommt.

Zitat von dir:"Aber doch fühle ich mich so egoistisch. Aber dann denke ich, darf es nicht auch einmal einfach um mich gehen? "

Es fühlt sich am Anfang wirklich falsch an, wenn man seine eigenen Bedürfnisse mehr beachtet, sich Freiraum nimmt. Ich bin so unendlich dankbar, dass Gott mir immer wieder kleine Zeichen geschickt hat, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Z.B. lief als ich einmal an einem Feiertag arbeiten musste das Radio mit einem lokalen Sender. Dort wurde ein Gottesdienst für diesen Tag gesendet. Normalerweise wechselt die Chefin den Kanal wenn sowas frommes läuft. So hatte ich die Möglichkeit trotz Arbeit einen Gottesdienst mitzubekommen und eines der Lieder hat mich lange Zeit als Ohrwurm begleitet. Das klingt jetzt banal, aber für mich war es wie wenn Gott sagt schau her ich versorge dich, du bist auf dem richtigen Weg.

Du schreibst "Es ist ja auch so, dass ich will das Jesus hier Sieger ist und dass seiner Ehre nicht geschadet wird. Wenn wir durch mein Versagen hier scheitern, ist es eine Schande für Christus. Das will ich nicht."
Jesus ist der Sieger, egal was du tust. Sein Sieg wurde ein für alle mal am Kreuz errungen. Du brauchst dich nicht so sehr unter Druck zu setzen, du darfst Mensch sein, ein Mensch mit Fehlern und Grenzen. Das wird Gott nicht daran hindern in euerer Situation zu handeln. Und dort wo ER handelt werden andere es sehen.

Ich wünsche dir, dass Gott dich in den Arm nimmt und dir zeigt, wie wichtig du als einzelne Person (nicht in deiner Rolle als Mutter, Frau, ..) für ihn bist.

LG Anja