Bin ich immer noch süchtig?
#1
Ich habe mehr als 20 Jahre Pornografie konsumiert. Habe damit irgendwie auch die unterschiedlichen Bedürfnisse zwischen mir und meiner Frau beim Sex kompensiert. Auf Dauer ging das natürlich nicht gut und unsere Ehe rutschte in die Krise. Ich habe - auch nachdem ich Christ wurde - erkannt, dass die Pornografie mit Ursache für unsere Eheprobleme war und auch mich verändert hat und süchtig gemacht hat. Vor 2 Jahren habe ich dann endgültig der Pornografie den Kampf angesagt. Darüber bin ich sehr froh. Leider hatte der Ausstieg zur Folge, dass ich nun unheimlich Lust auf Sex mit meiner Frau bekam und sie damit auch schon ziemlich bedrängt habe. Ich habe mich auch richtig neu in sie verliebt, will ständig mit ihr zusammen sein.

Jetzt hat die Sache nur einen Haken: Sie empfindet das nicht so. Ich habe mich jetzt lange Zeit bemüht. Habe gelernt, sie nicht zu bedrängen. Würde ihr gerne jeden Wunsch erfüllen. Aber das Interesse und die Begeisterung - insbesondere für Sex - ist sehr einseitig.

Inzwischen ist es so, dass ich langsam auch keine Lust mehr auf Sex mit ihr habe uns ziemlich frustriert bin. Reden, Beratung oder ein Buch lesen über Sex lehnt sie ab. Will nichts dazulernen, keine Abwechslung, nichts. Weil ich schon so oft mit dem Thema angekommen bin und leider meinen Frust auch nicht ständig verbergen kann, macht sie nun völlig zu.

Wenn wir dann mal wieder Streit hatten und sie mich ablehnt (nicht nur sexuell), zieht es mich manchmal völlig runter. Manchmal schaffe ich es dann einfach nicht mich zu beruhigen. Kann nicht schlafen und bin am heulen. Es passiert dann auch, dass ich zum Beispiel bei YouTube lande, mir erotische Film anschaue und mich befriedige.

Bin ich immer noch süchtig? Ist aus der Pornosucht eine Sucht nach meiner Frau geworden? Eine Sucht nach Nähe und Sex?

Ich komme mir so vor, als ob ich meine ganzen Träume und Wünsche im Bereich Sexualität aufgeben muss um meine Ehe zu retten. Ich versuche es so gut wie es geht zu unterdrücken und zu verdrängen, aber es kommt eben immer wieder hoch.

Gibt es jemanden, der so eine Situation und sich mit mir austauschen will?
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#2
(30.03.2019, 20:15)Ehemann schrieb: Ich habe mehr als 20 Jahre Pornografie konsumiert. Habe damit irgendwie auch die unterschiedlichen Bedürfnisse zwischen mir und meiner Frau beim Sex kompensiert. Auf Dauer ging das natürlich nicht gut und unsere Ehe rutschte in die Krise. Ich habe - auch nachdem ich Christ wurde - erkannt, dass die Pornografie mit Ursache für unsere Eheprobleme war und auch mich verändert hat und süchtig gemacht hat. Vor 2 Jahren habe ich dann endgültig der Pornografie den Kampf angesagt. Darüber bin ich sehr froh. Leider hatte der Ausstieg zur Folge, dass ich nun unheimlich Lust auf Sex mit meiner Frau bekam und sie damit auch schon ziemlich bedrängt habe. Ich habe mich auch richtig neu in sie verliebt, will ständig mit ihr zusammen sein.

Jetzt hat die Sache nur einen Haken: Sie empfindet das nicht so. Ich habe mich jetzt lange Zeit bemüht. Habe gelernt, sie nicht zu bedrängen. Würde ihr gerne jeden Wunsch erfüllen. Aber das Interesse und die Begeisterung - insbesondere für Sex - ist sehr einseitig.

Inzwischen ist es so, dass ich langsam auch keine Lust mehr auf Sex mit ihr habe uns ziemlich frustriert bin. Reden, Beratung oder ein Buch lesen über Sex lehnt sie ab. Will nichts dazulernen, keine Abwechslung, nichts. Weil ich schon so oft mit dem Thema angekommen bin und leider meinen Frust auch nicht ständig verbergen kann, macht sie nun völlig zu.

Wenn wir dann mal wieder Streit hatten und sie mich ablehnt (nicht nur sexuell), zieht es mich manchmal völlig runter. Manchmal schaffe ich es dann einfach nicht mich zu beruhigen. Kann nicht schlafen und bin am heulen. Es passiert dann auch, dass ich zum Beispiel bei YouTube lande, mir erotische Film anschaue und mich befriedige.

Bin ich immer noch süchtig? Ist aus der Pornosucht eine Sucht nach meiner Frau geworden? Eine Sucht nach Nähe und Sex?

Ich komme mir so vor, als ob ich meine ganzen Träume und Wünsche im Bereich Sexualität aufgeben muss um meine Ehe zu retten. Ich versuche es so gut wie es geht zu unterdrücken und zu verdrängen, aber es kommt eben immer wieder hoch.

Gibt es jemanden, der so eine Situation und sich mit mir austauschen will?


Hallo, einige meiner Gedanken zum Beitrag:
Hast du deine Frau um Vergebung gebeten, Vergebung, wie Gott sie meint? Was hat die Sucht mit ihr "gemacht"? Wie verletzt ist deine Frau? Kennt sie Jesus? Betet ihr miteinander? Hat sie dir denn vergeben?
Kann mir sehr gut vorstellen, dass sie die Achtung vor dir, das Vertrauen in dich als ihren Mann und an Eure Ehe verloren hat, irgendwann. Mit dem Blick auf Jesus werdet ihr neu zusammen finden. Und vielleicht möchte deine Frau hier im Forum ihre Gedanken dazu sagen. Vielleicht findet sie hier Unterstützung. Vielleicht aber auch nicht.
Vielleicht schafft das gemeinsame tägliche Gebet ein Fundament für einen neuen Anfang an der Hand Jesu, gemeinsames Lesen in der Bibel, zum Thema Ehe, Rolle von Mann und Frau. Hier im Forum gibt es speziell zum Thema sehr hilfreiche Beiträge. Danke für deine ausführlichen ehrlichen Zeilen.
Gottes Segen für Euch
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#3
Hey,
ich kann mich den Worten von Birke nur anschließen. Meiner Meinung nach zeigt das Verhalten deiner Frau das noch nicht alles aufgearbeitet ist.
Ich selbst war ja auch viele Jahre in der Sucht gefangen. Als ich endlich soweit war auszusteigen, war es mir besonders wichtig wirklich alles ganz offen und ehrlich meiner Frau zu bekennen und sie um Vergebung zu bitten. Das halte ich für unabdingbar, falls das noch nicht geschehen ist, dann denke mal drüber nach.

Dann schreibst du: sie will nicht . . . , sie lehnt ab . . . usw. Für mich liest sich das so, als ob du nun die Verantwortung deiner Frau zuschiebst. So wird das nicht funktionieren, dazu gehören immer zwei, und so wie ich meine, bei deiner Vergangenheit hat sie sicher ein Anrecht darauf das du Verantwortung übernimmst. Ganz konkret fällt mir dazu ein, woher kommt dein starkes sexuelles Verlangen? Ich persönlich hatte in und auch noch nach der Zeit meines Konsums damit Probleme, besonders im Bereich von unterschiedlichen Vorstellung im sexuellen Bereich musste ich mir eingestehen das einiges (vielleicht sogar vieles) davon von meinem Konsum herrührt und Heilung braucht. Ich musste einfach lernen das (sorry, ich drücke das mal ein wenig überspitzt aus) meine Frau nicht für meine sexuelle Befriedigung da ist, sondern das Sex Ausdruck unserer Liebe ist den wir dann gemeinsam genießen dürfen.
Google mal nach Predigten von Johannes Hartl zum Thema Sex, haben mir echt was gebracht.

Noch was das ich sagen will. Natürlich ist es für uns Männer schwer wenn wir keine sexuelle Befriedigung finden. Aber das du dir bei YouTube Filme anschaust und dich befriedigst finde ich sehr bedenklich. Auch wenn es keine „echte“ Pornografie ist werden doch dieselben Suchtmechanismen bedient und kann einen Weg zurück in die Sucht bedeuten.
Ich kenne das auch und es fällt nicht leicht standhaft zu bleiben, aber die bessere Alternative wäre Jesus zu suchen, im Gebet den Frust abzugeben und um Führung und Bewahrung zu beten. Diese Verse haben mich immer sehr ermutig, vielleicht sind sie ja auch eine Ermutigung für dich.
Hebr. 4, 14-16 Weil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis. * Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. * Darum lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit.
Mein virtueller Gedenkstein, Eben-Eser:
Ich bin hier, nicht weil ich irgendetwas gut oder richtig gemacht habe, sondern weil ER mich trotz allem immer noch liebt.
Bis hierhin hat der HERR mir geholfen, ich vertraue weiter auf IHN, nur mit seiner Hilfe kann es gelingen!
Frei nach 1. Sam. 7,12
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#4
Hallo Birke, Hallo Chain,

vielen liebe Dank für eure Beiträge.

Es ist sehr schwer mit meiner Frau über Vergebung, den Glauben oder Jesus zu reden. Sie weicht dann meistens aus. Wenn ich nachhake, nachbohre, gibt es Streit. Meine Frau ist in der Gemeinde aktiv, aber ob sie Jesus kennt, kann ich dir nicht sagen. So direkt spreche ich das nicht mehr an.

Aber mit der Frage hast du natürlich voll ins Schwarze getroffen, Birke. Vielen Dank. Der Schlüssel ist Jesus. Wie kann ich sie näher zu Jesus bringen? Sehr schwierig gerade. Sie denkt immer ich möchte sie manipulieren und zu meinem Vorteil verändern. Sie hat sich viele Jahre viel zu sehr an mich angepasst und ich war nicht gerade ein liebevoller Ehemann und nun grenzt sie sich ab.

Ja, ich habe sie um Vergebung gebeten wegen meiner Porno-Sucht. Habe sie auch gefragt ob sie das verletzt hat. Ich weiß nicht mehr genau was sie gesagt hat, da es schon länger her ist. Sie machte den Eindruck als habe sie das nicht sonderlich belastet und zeigte kaum Interesse. Auf jeden Fall hat sie nie mehr nachgefragt oder das Thema von sich aus angesprochen. Sie verdrängt Dinge lieber als sie aufzuarbeiten. Da komme ich kaum an sie ran.

Ob ich das Thema Porno oder Youtube-Schauen nun nochmal anbringen soll? Ich glaube eher nicht. Sie wird denken, dass ich es so darstellen will: "Schau her, wenn du meine Bedürfnisse nicht befriedigst, dann muss ich so Zeug anschauen. Du bist schuld." Leider habe ich ihr im Streit schon öfters ihr Desinteresse an Sex vorgeworfen. Das sollte ich wohl künftig tunlichst lassen!!

@Chain, zum Thema Verantwortung muss ich sagen, dass ich denke, dass ich diese sehr wohl übernehme. Dass ich diesbezüglich vielleicht sogar ein "Stresser" bin, der die perfekte Ehe haben will. Ich bin Scheidungskind. Das mit "Sex als Ausdruck der Liebe" finde ich toll. Die Predigten von Johannes Hartl u. a. kenne ich alle. Naja, 4 Jahre Verlobungszeit ohne Sex hätte ich wohl nicht durchgestanden, wenn ich ehrlich bin!

Ich frage mich echt, so wie du das auch schreibst: Stehe ich immer noch unter dem Einfluss meines Konsums und kann meine Lust und mein Verlangen  noch weiter drosseln, ober habe ich jetzt ein Level erreicht, wo es einfach nicht mehr weiter runter geht? Wenn ich bedenke wo ich schon war, dann habe ich schon unheimlich viel erreicht.

Die YouTube-Aktion war natürlich Mist, keine Frage. Ich bleib dran.

Viele Liebe Grüße
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#5
Hallo Ehemann,  
du schreibst:
>>Es ist sehr schwer mit meiner Frau über Vergebung, den Glauben oder Jesus zu reden. Sie weicht dann meistens aus. Wenn ich nachhake, nachbohre, gibt es Streit. Meine Frau ist in der Gemeinde aktiv, aber ob sie Jesus kennt, kann ich dir nicht sagen. So direkt spreche ich das nicht mehr an.>>

Vielleicht konnte deine Frau überhaupt nur deswegen bei dir bleiben, weil sie nah an Jesus war, ihr Retter durch diese schwere Zeit. Vielleicht, ich weiß es nicht. Warum weicht sie aus? Weil sie befürchtet, dass du ihre Nähe zu Jesus als ihren einzigen Halt!in dieser Zeit und auch jetzt noch... zer-stören könntest? Also dass Jesus an ihrer ersten Stelle steht, weil du nicht deine Rolle erfüllt hast. Nur eine Vermutung.

Vielleicht ist sie ja ganz an Jesus dran? Vielleicht solltest du nicht bei deiner Frau "bohren" und "nach-haken" sondern selbst erst mal versuchen, wieder ganz nah an Jesus zu kommen, deine Beziehung zu ihm "neu" finden und vertiefen. Und selbst heilen. Kein Weichspülprogramm sondern aufrichtig! und dann, aber erst dann vermute ich, wird deine Frau dich wieder als ihren Mann erkennen. Du müsstest dich jetzt wohl um dich und deine Beziehung zu Jesus kümmern. Das tägliche Gebet mit deiner Frau wäre ein Anfang um euch wieder zu nähern. Vielleicht,...alles Vermutung denn... ich kenne deine Frau nicht und Kenne ihre Verletzungen nicht. Für sie ist es wohl wichtig, dass sie in der Gemeinde aufgehoben ist. Geht ihr gemeinsam zu den Gottesdiensten?

Du wirst dir das Vertrauen und die Liebe deiner Frau in dich als ihren (Ehe)-Mann neu "erkämpfen" müssen. Die Zeit bestimmt deine Frau ...

Betet ohne Unterlass. 1.Thessalonicher 5,17.... das kann ich dir nur an`s Herz legen aus eigener Erfahrung. Liebe deine Frau, wie Jesus die Gemeinde liebt.
 Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst für sie dahingegeben,
Epheser 5,25



Ich bete zum Herrn Jesus um Heilung und Befreiung für dich und deine Frau, dass der Herr Jesus euch fest an seine Hand nimmt und ihr den Anfechtungen widerstehen werdet. Amen

Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die über diese Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.
Epheser 6:12


Die geistliche Waffenrüstung
10 Zuletzt: Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke.
11 Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels.
12 Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die über diese Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.
13 Deshalb ergreift die Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld behalten könnt.
14 So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit
15 und beschuht an den Füßen, bereit für das Evangelium des Friedens.
16 Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen,
17 und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes.
18 Betet allezeit mit allem Bitten und Flehen im Geist und wacht dazu mit aller Beharrlichkeit und Flehen für alle Heiligen
19 und für mich, dass mir das Wort gegeben werde, wenn ich meinen Mund auftue, freimütig das Geheimnis des Evangeliums zu verkündigen,
20 dessen Bote ich bin in Ketten, dass ich mit Freimut davon rede, wie ich es muss
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#6
Hallo Birke,
vielen Dank für deine Worte und dein Gebet. Das mit dem "Vertrauen und Liebe erkämpfen" und "Die Zeit bestimmt deine Frau" ist echt heftig. Das macht mir echt Probleme. Aber du hast natürlich recht und ich muss das aushalten. Teilweise breche ich zusammen wenn ich mir Nähe wünsche und sie den Abstand sucht. Das macht dann alles noch schlimmer, da sie dann den Respekt vor mir verliert. Glaub mir, ich suche Jesus und gebe mein Bestes, aber manchmal geht es über meine Kraft. Ich werde meine Frau nochmals vorsichtig auf das gemeinsame Gebet ansprechen. Ich werde dafür beten, denn ich glaube auch, dass das sehr sehr wichtig und gut für uns wäre. Und natürlich werde ich mich um mich selbst kümmern.
Vielen Dank für deine Unterstützung!
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#7
Hallo Ehemann,
mit Interesse habe ich den offenen und ehrlichen Gesprächsverlauf gelesen. Birke und Cain haben schon viele Punkte angesprochen, die ich nur unterstreichen kann. Ich möchte einfach noch einen Gedanken hinzufügen.

Wenn ich deine Beiträge lese, zieht sich ein Aspekt durch, die Sehnsucht nach Liebe (nicht Sex) und Annahme. Es gibt viele Sexsüchtige, die außerdem Liebessüchtig sind (Dann oft Sex mit Liebe verwechseln). Du kannst ja mal auf der Seite von SLAA stöbern, einer 12 Schrittegruppe nichtchristlich, aber trotzdem vielleicht das eine oder andere hilfreiche dabei.
Jedenfalls glaube ich dass du dich zutiefst nach Annahme und Liebe sehnst. Dieses Loch in deinem Herzen kann deine Frau gar nicht füllen, du bist da wie ein Fass ohne Boden. Es ist auch nicht ihre Aufgabe dieses Loch zu füllen. Ich glaube vielmehr, dass du erst erkennen musst, warum ist dieses Loch in dir so groß (evtl liiegen die Wurzeln in der Kindheit, einer früheren Beziehung, der Scheidung deiner Eltern, dem Verhalten eines Lehrers oder anderer Bezugspersonen, selbsterlebter Missbrauch.....) Es erfordert Mut und Kraft diese Wunden anzuschauen, aber nur wennn sie ans Licht, in die Gegenwart Jesu kommen können sie heilen. Es ist ratsam dir dazu die Hilfe eines Seelsorgers oder einer anderen erfahrenen Person zu holen.

Ich glaube, dass du dann deiner Frau als emotional "satter" geheilter Mann begegnen kannst und dann eine Ehe auf "Augenhöhe" mit gegenseitiger Achtung möglich ist.

Ich wünsche dir ganz viel Mut an der Hand Jesu ehrlich werden zu dürfen und seinen liebenden heilenden Blick zu erleben

Anja
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#8
Hey Ehemann,

ich kann dich gut verstehen.
Ich glaube wir Männer nehmen solche Situationen ganz anders wahr als Frauen.
Mann hat die Schuld vor seiner Frau bekannt, die Sucht ist im Griff, dann ist alles okay und man fühlt sich sogar richtig gut weil man ja die Pornografiesucht besiegt hat.
Eine Frau nimmt das ganz anders war. Schlimmstenfalls erfährt sie mit dem Bekenntnis des Partners das Erste Mal davon. Für eine Frau ist das auch nicht so wie wir Männer es uns so oft vorlügen, es hätte nichts mit ihr zu tun. IdR. sind sie persönlich schwer davon verletzt. Diese Seite hier, besonders die Berichte der Ehefrauen haben mir die Augen dafür geöffnet wie schwer die Verletzungen der Frauen sind die einen Pornosüchtigen Ehemann haben. Sie empfinden das zurecht als persönlich. Jesus sagt: Mt 5,28 Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau mit begehrlichem Blick ansieht, hat damit in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.

Warum ich das schreibe ist, vielleicht ist für dich der Heilungsprozess schon abgeschlossen indem du sagst das du frei bist und nun ohne Pornografie lebst.
Aber wie sieht es beim Heilungsprozess deiner Frau aus? Wieviel von den Schmerzen und Verletzungen sind bei ihr noch da? Klar kann sie dir Vergebung zusprechen, aber das bedeutet nicht das sie dann automatisch geheilt ist.

Bitte verstehe mich hier richtig. Ich möchte dir kein schlechtes Gewissen einreden oder neue Schuldvorwürfe machen. Ich möchte dich sensibilisieren für das was deine Frau vielleicht empfindet und immer noch durchmacht. Wie ich  schon in meinem ersten Beitrag geschrieben habe bin ich der Meinung, das Verhalten deiner Frau zeigt das noch nicht alles aufgearbeitet ist.

Im Grunde möchte ich in die gleiche Kerbe wie Birke und Anja schlagen und dir nahelegen das du Verständnis hast für die Bedürfnisse deiner Frau. Neues Vertrauen wird Zeit brauchen, und je mehr du dränst und Ungeduld zeigst, je länger wird es dauern.
Birke hat schon Eph. 5,25 zitiert, ich möchte es auch nochmal tun: Und ihr Männer, liebt eure Frauen! Liebt sie so, wie Christus die Gemeinde geliebt hat: Er hat sein Leben für sie hingegeben  Ich weiß, eine Herausforderung der wir nicht gerecht werden können, aber so sehr wie wir uns mit Seiner Liebe füllen lassen, so sehr können wir auch diese Liebe weitergeben.

Ich werde jedenfalls für euch beten um Heilung und Wiederherstellung.
Seid reich gesegnet, Chain.
Mein virtueller Gedenkstein, Eben-Eser:
Ich bin hier, nicht weil ich irgendetwas gut oder richtig gemacht habe, sondern weil ER mich trotz allem immer noch liebt.
Bis hierhin hat der HERR mir geholfen, ich vertraue weiter auf IHN, nur mit seiner Hilfe kann es gelingen!
Frei nach 1. Sam. 7,12
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#9
Guten Morgen Ehemann,

dieses Mal kann ich mich nicht ganz der Meinung der anderen hier anschließen, da irgendetwas
für mich gewaltig hakt, was den Bericht über Deine Frau betrifft. Ich sehe zwar die eine Seite,
das ist Dein Pornografiekonsum schon vor der Ehe, doch auch die andere und das ist die Pathologie
Deiner Frau. Es wird m.E. überhaupt nichts bringen, wenn Du wie ein braver Fifi vor ihr Platz machst
und mit dem Schwanz wedelst, denn sie hat überhaupt kein Interesse. Deine Beschreibung könnte
eine Episode aus meinem früheren Leben sein und am Ende war es nur noch ein Machtkampf.
Anders gesagt, wenn gewisse Frauen erst einmal begriffen haben, welchen Hebel ihnen die Sexualität
verschafft, dann ist nur noch selten etwas zu retten. Es geht dann nicht mehr primär um ein Sucht-,
sondern ein Machtproblem. Wenn Deine Frau noch Interesse an dieser Ehe hat, dann muss sie von
ihrem hohen Ross runter. Auch die eigene Kränkbarkeit kann nämlich zum Götzen werden. Und dann
ist kein Entkommen aus der Sucht-Pathologie möglich, denn sie verweigert sich dem normalen Sexleben
und zwingt Dich somit zum "Ehebruch". Insofern macht sie sich hier schuldig, weil sie nicht ihre Pflicht
als Ehefrau erfüllt und stattdessen herumkokettiert. Auch wenn sich viele finden, die solch ein Verhalten
emotional und verbal unterstützen, ist es dennoch falsch. Du sitzt in der Falle und sie weiß es. Sie liebt
Dich nicht (mehr), sonst würde sie längst einlenken. Am besten kümmere Dich erst einmal um Dich
und lass sie komplett in Ruhe. Vermeide auch Situationen, wo sie nackt ist (z.B. beim Baden oder Duschen).
Das turnt Dich sonst nur an und bringt Dich wieder aus dem Tritt. Schwierig, ich weiß, doch alles andere
bringt noch mehr Probleme. Es wird dann zwei Möglichkeiten geben:

a)
Sie merkt, dass ihr die Felle davonschwimmen und gibt richtig Gas (abends alleine ausgehen und erzählen,
was für tolle Typen sie angesprochen haben), was Du dann ignorierst und höchstens freundlich kommentierst
"toll, dass es Dir gefallen hat - ich finde das solltest Du öfters tun, ich sehe es geht Dir richtig gut dabei"
b)
Sie fragt Dich nach einer Woche ob Du eine Freundin hast und möchte reden - dann hast Du gerade keine
Zeit, vertröstest sie jedoch auf eine Woche später.

So, jetzt ist Raum für alle Frauenversteher, sich aufzuregen.. Wink
....
....
....
....
Ende der Durchsage.


LG BoH
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#10
(05.04.2019, 06:23)BoH schrieb: So, jetzt ist Raum für alle Frauenversteher, sich aufzuregen.. Wink

Hey,

Ich antworte mal, obwohl ich mich überhaupt nicht als Frauenversteher sehe. Wink 

Also, im Grunde ist das was ich bisher geschrieben habe meine persönliche Meinung und eine mögliche Sicht der Dinge, ob es sich wirklich so verhält kann ich aufgrund der paar Zeilen die ich kenne nicht wirklich beurteilen. Gedacht als Ermutigung und Gedankenanregung, nicht mehr und nicht weniger.

Deshalb finde ich den Beitrag von BoH wirklich gut weil er nochmal eine ganz andere Sicht zeigt, an soetwas habe ich bisher überhaupt nicht gedacht, wahrscheinlich weil ich, Gott sei Dank, soetwas bei mir zuhause nie erlebt habe und auch nicht erlebe.

Letztendlich kann nur Ehemann schauen was zutrifft und wie eine mögliche Hilfe aussieht. Vielleicht ist es das Richtige das ihr euch externe Hilfe in Form von Seelsorgern, einer Eheberatung o.ä. zu sucht.

LG, Chain.
Mein virtueller Gedenkstein, Eben-Eser:
Ich bin hier, nicht weil ich irgendetwas gut oder richtig gemacht habe, sondern weil ER mich trotz allem immer noch liebt.
Bis hierhin hat der HERR mir geholfen, ich vertraue weiter auf IHN, nur mit seiner Hilfe kann es gelingen!
Frei nach 1. Sam. 7,12
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