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33 Jahre verheiratet
#1

Auf Anraten von BoH stelle ich mein Thema hier ein. Es steht bereits bei den Ehefrauen.

Nach 2 Monaten rumsuchen auf dem Internet habe ich gestern Abend endlich 'love is more' gefunden. 

Wollt ihr euch durch eine lange Geschichte durchlesen?

Ich bin 33 Jahre verheiratet, wir haben 4 Kinder. Kennengelernt haben wir uns auf einer Bibelschule! Nach der Hochzeit zogen wir in sein Heimatland. Ich habe also alles für ihn zurückgelassen: Familie, Freunde, Arbeit, Land, alles.
Es waren keine leichten Jahre. Er hat praktisch jede Arbeit verloren, wurde wirklich überall gekündigt, unzählige Male, aber durch Gottes Gnade konnte er sich vor etwa 10 Jahren selbstständig machen und das geht sehr gut.
Es gab überall Probleme im zwischenmenschlichen Bereich, auch in den Gemeinden. Also hinter uns gibt es eine breite Spur von kaputten Beziehungen und inzwischen sind wir ganz allein. Wir haben zwar noch eine Gemeinde, müssen dafür aber 2 Std fahren wenn wir Geschwister sehen wollen.
Lange dachten wir, dass mein Mann Asperger Autist ist, inzwischen vermute ich allerdings, dass er Narzist ist.
Vor 2 Monaten hat er mir gestanden dass er während einer christlichen Konferenz eine Prostituierte aufgesucht hat. Er hat gefürchtet dass er sich mit einer Krankheit angesteckt hat und damit auch mich und deshalb fühlte er sich verpflichtet, es mir zu sagen. Gleichzeitig sagte er auch, dass er sofort danach zu einem Bruder gegangen sei um diese Sünde ans Licht zu bringen. Das stimmt.
In diesen 33 Jahren gab es immer wieder Momente, wo ich auf Pornographie gestossen bin: Telefonsex, Internet, .ertappt beim Masturbieren..ihr kennt das ja. Mir wurden die unglaublichsten Lügengeschichten aufgetischt, bis endlich die Wahrheit gestanden wurde. Es gab die verrücktesten Schuldzuweisungen. 
Vor etwa 12 Jahren hatte er ein Problem auf der Arbeit wegen einem 16jährigen Mädchen. Dieses Mädchen  fühlte sich sexuell belästigt durch meinen Mann, die Polizei wurde eingeschaltet und natürlich wurde er wieder einmal arbeitslos. Kollegen von ihm sind befreundet mit Leuten aus unserer Strasse, ich bin also sicher, dass die ganze Strasse davon weiss. Gleichzeitig war er der gute Christ! Was habe ich mich geschämt. In dem allem musste ich alleine durch, alles alleine verarbeiten, hatte niemanden zum reden. Bis auf die Affäre mit dem Mädchen, da konnte ich mein Herz einer älteren Schwester ausschütten, aber die lebt nicht mehr;
Ich habe nie an Scheidung oder Trennung gedacht. Immer wieder wurde mir beteuert dass alles vorbei sei und immer wieder neu habe ich ihm vergeben und mich ihm ganz neu hingegeben und ihm 100% Vertrauen geschenkt.
Nun gehen mir aber immer mehr die Augen auf. Ich erkenne, dass wir noch nie eine Ehe ohne Porno hatten. Dass wir so IN die Ehe gingen. Dass es eine Lebenshaltung war und keine einzelnen Versuchungen, in die er dann gefallen ist. Dass es noch nie eine Zeit gab, in der unser Ehebett unbefleckt war.
Ich habe mich ihm nie enthalten. Auf mir lag der furchtbare Druck, dass ich ihm Sex geben muss, damit er nicht sündigt. Er gibt zu, dass er diesen Druck auf mich gelegt hat und mich verantwortlich gemacht hat für sein Fallen.
In den ersten 4 Wochen nach seinem Geständnis habe ich kaum mit ihm geredet. Hauptsächlich nur über email. Ich dachte, mal abwarten, wie leid es ihm wirklich tut. Schon einen Tag nach seinem Geständnis wurde er wütend, auf mich und die Kinder, es gab wieder Schuldzuweisungen (die Kinder sind erwachsen, die Jüngste ist schwerbehindert, 1 Kind ist ausgezogen, die Kinder wissen nichts konkretes). Dann wurde zwischenzeitlich auch gedroht mit Selbstmord, aber ich blieb zum ersten Mal hart. Ich fühlte, dieses Mal darf ich um des lieben Friedens willen nicht sofort nachgeben. natürlich habe ich auch nicht mit ihm geschlafen, schon alleine wegen dem AIDStest nicht. Das hat es in 33 jahren noch nie gegeben. "ja, ja, ich verstehe, dass du mir nicht mehr vertraust. ich verstehe, dass du Zeit brauchst usw." Aber ich merkte einfach, da ist wenig Reue, da ist keine Einsicht, da ist keine echte Umkehr. Er ist sich gar nicht bewusst davon, was er mir angetan hat.
Nach 4 Wochen wurde er rasend. Hat mich fürchterlich bedroht. "wenn sich hier nichts ändert, dann werden hier schreckliche Dinge passieren".
Ich habe seinen Seelsorger und meinen angerufen und ihnen gesagt dass ich ernsthaft darüber nachdenke um 2 Wochen zu meiner Mutter zu gehen. Sie unterstützten mich darin. Also habe ich in Windeseile alles gepackt, als er weg war, meine behinderte Tochter angezogen, ungewaschen ins Auto gesetzt und bin 730km allein gefahren! Hatte ich noch nie gemacht, aber es war, als ob Engel mich tragen. Es ging sooooo gut! PTL.
Dann endlich kamen die whatsups und smsen, dann endlich wollte er richtig reden. Aber ich konnte nicht. habe ihn gesperrt und 2 Wochen keinen Kontakt gehabt.
Dann ist er vollends eingestürzt. Ich vermute dass er wieder mit Selbstmord ankam, denn sein Seelsorger hat ihm dringend geraten, sich in der Psychiatrie aufnehmen zu lassen. Die nehmen aber nur leute in Krisen, die alleine sind und meine 2 erwachsenen Kinder waren ja zu Hause. Er hat wohl die ganze Nacht geweint und es war sehr schwer für meine Kinder.  Meine Tochter nimmt inzwischen Antidepressiva weil sie Panikanfälle bekommt.
In der Psychiatrie können sie ihm nicht helfen, denn sein Verhalten sei 'normal' für einen Autisten. Er macht nun einen intensiven Internetkurs auf englisch, wird engmaschig von seinem Seelsorger betreut (übers Telefon) und ich sehe, dass ihm langsam die Augen aufgehen.
Nicht nur über sein Sexualverhalten, aber auch über sein tyrannisches Herrschen in der Familie, sein 'alles muss sich um mich drehen', seine ungeheuer grossen Erwartungen an mich und die Kinder, seine vulkanartigen Wutanfälle, in denen er vor allem mich in Hölle und Verdammnis geschrien hat, seine ungeheueren Schuldzuweisungen, seine ständige Kritik an allem (wieso habe ich keine frischen Socken usw),. Communication gab es sowieso schon lange nicht mehr. Er durfte reden, der rest hatte schweigend JA zu nicken. Widerstand wurde 'belohnt' mit gewaltigen Wutanfällen. Und gleichzeitig wollte er der Gemeindeleiter sein über unser kleines Grüppchen hier. Ich konnte schon aufgrund seines 'normalen' Verhaltens seine Predigten nicht mehr ernst nehmen, mir waren das alles leere Worte.  Diese Gruppe ist nun sowieso aufgelöst.
Um ehrlich zu sein, die Kinder und ich mussten uns eine sehr dicke Haut zulegen, um nicht kaput zu gehen und wir hatten auf die Dauer sowas wie 'zum einen Ohr rein, zum anderen raus'.

Sein Seelsorger sagt, er hab nun die ganze Zeit Sieg. Das ist natürlich wunderbar. Und er würde ein wenig erkennen was er uns all die Jahre angetan hat.

Aber ich, ich bin so wütend!! Und so bitter!!!Alles habe ich aufgegeben für ihn, immer bemüht, den Frieden zu bewahren. Diese ungeheure Last auf mich genommen: ich muss mit ihm schlafen sonst bin ich schuld wenn er in Sünde fällt. Er war ein totaler Energieräuber, ich hatte keine Kraft mehr um soziale Kontakte und Freundschaften zu pflegen, (ich bin natürlich auch an Haus gebunden wegen meiner Tochter), ich konnte nur noch alleine spazierengehen, weil ich dabei nichts mehr zu geben brauchte, an niemanden. 
Fazit: wir sind jetzt ganz allein! 

Das alles mach mich so wütend! 

Jetzt ist der Moment gekommen wo ich mich frage: warum schmeisse ich ihn nicht einfach raus? Ich bin jetzt 60. Muss ich wirklich noch 20 Jahre so weiter? Sein Autismus oder Narzismus ist nicht therapierbar, seine Sexsucht vielleicht schon.
Ich habe mir all die Jahre tun lassen, habe all die Jahre mich gebeugt, alles geschluckt, alles ertragen....für was eigentlich?

Ja, ich will ihm vergeben. Aber wenn ich dran denke dass das bedeuten könnte, dass ich wieder mit ihm schlafen soll, dann dreht sich mir der Magen um. Er war ja vorher auch nicht der rücksichtsvolle, liebende Partner, der Freund an meiner Seite. Nein, er war ja der Herrscher, ohne jegliche Empathie (das sieht sein Seelsorger auch so), ein Meister im Lügen und Betrügen, ohne Einsicht wie er mit Menschen umgeht.

Meine wirklich grosse Angst ist, dass Gott von mir erwartet, dass ich wieder das Bett mit ihm teilen muss.
ich will (ungern, aber gut...) seine Wäsche waschen, sein Essen kochen usw., aber ich will keine Ehe mehr führen.

Erkennt ihr das? Ist das eine Phase die dazu gehört?
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#2

Hallo NOMORELOVE,

danke für das Einstellen Deines Beitrages hier im offenen Diskussions-Bereich. Wenn Du auf dem Kriegsschauplatz bleiben willst und sowohl Dir selber,
als auch den Kindern das irgendwie ermöglichen kannst, ohne dass alle einen bleibenden Schaden davontragen werden, dann werdet ihr viel Hilfe
und Unterstützung nötig haben. Dass Dein Mann sich selber aktiv um Veränderung kümmert, ist positiv. Dennoch kann es sein, dass es wieder zu
Konfliktsituationen kommen wird, die Deinen Verbleib in der Wohnung unmöglich machen. Mein Rat ging ja nicht in die Richtung "Flucht vor Wachstum",
sondern "Schutz vor Zerstörung". Im Endeffekt musst Du selbst entscheiden, wann die Alarmlampe von gelb auf rot wechselt. Was definitiv zur Entspannung
der Lage beitragen könnte -sofern er sich darauf einlässt-, wäre m.E. ein Aufschreiben seiner Wünsche an Dich und seiner Argumente, was Du verändern
solltest. Falls er damit einverstanden ist, poste es doch hier. Er muss ja nicht genau wissen, welches Forum. Sollte er zufällig hier landen, wird er ohnehin
gleich wissen, dass Du hier schreibst, auch ohne die Postings, die von ihm (indirekt) hier eingestellt würden.
Das wäre auch für uns hilfreicher, um zu beurteilen, wie die Lage bei Euch zuhause momentan ist und ggf. rechtzeitige Unterstützung zukommen zu lassen.

Ich habe hier noch eine Antwort von Birke für Dich, die bisher nicht freigeschaltet wurde:

Hallo Nomorelove,leider wurde meine Antwort an dich nicht freigeschalten...ich möchte dir raten dich zum Gebet zurück zu ziehen, damit du wieder Anschluss an Jesus findest. An seiner Hand wieder klar wirst. Was sagt Gott über die Ehe? Und welche Rolle hat der Mann und die Frau? Dein Mann soll dich lieben, wie Jesus die Gemeinde liebt, damit du ihn ehren kannst...wenn dich dein Mann so behandelt...dann ist das nicht in Gottes Ordnung, absolut nicht! Milde formuliert!!!
Suche dir bitte auch Hilfe weiterhin...bitte Jesus dir die richtigen Menschen zu schicken, die dich begleiten....
Kümmere dich gut um dich....zieh dich zurück....zum Vater hin.
LG
Birke

LG BoH
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#3

Ich merke dass ich nicht vollständig war. Dadurch klingt es vielleicht schlimmer als es ist.

Also:
Vor 2 Monaten hat er mir das mit der Prostituierten gestanden. Das ist ja passiert während einer christlichen Konferenz und direkt nach der Tat ging er sofort in die Seelsorge.
Eine Woche später hat er es mir gebeichtet und zuerst ist es gar nicht richtig zu mir durchgedrungen.
Einen Tag später wurde er schrecklich zornig weil angeblich niemand zu Hause mit ihm redet. Nun ja, ich hab nichts gesagt und die Kinder haben genauso viel oder wenig geredet wie sonst. Wir hatten ja sowieso aufgehört um Gespräche zu führen, weil man mit meinem Mann keine Gespräche führen konnte. Es wurden sofort Monologe draus, bei denen er uns korrigierte, da ja nur er 'weiss was richtig ist'.
Es ging dann wieder, er hat sich entschuldigt, aber ich habe ihm dann viele Mails geschickt, weil mir eben die Augen aufgingen und ich plötzlich merkte, alle seine vorigen Verfehlungen waren keine Versuchungen, in die er halt gefallen ist (Männer sind ja schwach, nicht?), sondern es war ja eine Lebenshaltung, das Ganze lebte ja schon 33 mit uns.
Er hat ja keine Empathie und vergisst ja auch alles, also meinte ich, ihn erinnern zu müssen an den Weg, den ich auf allen Gebieten bereits mit ihm abgelegt hatte.
Die sexuellen Verfehlungen, sein wirklich lebensgefährlichen Fahrstil, wobei Autos oder Radfahrer auf die Seite gedrückt wurden, wo sein Sieg wichtiger war als unser Leben....seine ständigen Entlassungen, meine komplette Isolation.....die Tatsache, dass kein Konflikt jemals wirklich ausgeredet werden durfte....seine Wutanfälle wenn wir halt nicht begeistert waren von seinen PLänen (könnten wir nicht mal wieder als Familie ein Lied singen im Gottesdienst?)...

Zu dem Zeitpunkt meinte auch sein Seelsorger dass es nicht zu ihm durchdringt, was er all die Jahre angerichtet hat.

Geschlafen habe ich sowieso nicht mit ihm, da ja noch ein AIDS Test gemacht werden musste. Zu dem Zeitpunkt ging er noch davon aus, dass er nur bis zum Ergebnis von dem Test abstinent leben muss. Also etwas 6 Wochen lang.

33 Tage nach seinem Geständnis ist er dann eines Morgens völlig ausgeflippt und hat mir ja dann gedroht. Ich gehe davon aus, dass er meinte 'wenn du nicht bald wieder mit mir schläfst....." Er meinte später, nein, das sei es nicht gewesen, es ging ihm wohl um all die Mails und dass es sehr schwer sein würde um noch weiter zusammen zu leben nach all dem, was ich geschrieben habe.
Na ja, ich hab ehrlich gesagt nur geschildert, wie mein Eheleben bis jetzt gewesen ist.

Dann bin ich ja auf und davon, er hat am Abend wohl erst gar nicht verstanden dass ich mit meinem SMS echt meine, dass ich weg bin, er dachte dass ich irgendwo einen Ausflug oder so mache und halt spät zurückkomme.
Am nâchsten Tag hatte er einen Autounfall (Radfahrer angefahren). ich fragte die Kinder, wer ist schuld. Die ironische Antwort: Mama, du weisst doch dass Papa nie schuld ist. War er rechtlich gesehen in diesem Fall wohl tatsâchlich nicht.
Dann ist er eingestürzt und kam die Sache mit der Psychiatrie, ich vermute Selbstmorddrohungen (hat er ja noch gemacht, wenn auch sehr indirekt)
Die Psychiatrie konnte ihn nicht aufnehmen, es folgten aber 2 Gespräche.
Ich hatte ihn da schon total blokkiert auf dem Handy.

Eine Woche später war er auf einer christlichen Konferenz, in der er sehr intensiv betreut wurde. Ich vermute, dass er dort den Kurs angefangen hat von 'Conquers'.

Inzwischen sind wir etwas mehr als 2 Wochen wieder zusammen in einem Haus.
ich schlafe nicht mit ihm.

Er fragt über vieles um Vergebung. aber es ist so oberflâchlich. Es ist als ob er weiss, dass er das machen muss, aber gar nicht konkret weiss was er falsch macht. Abgesehen von seiner Sexsucht, er arbeitet wirklich da dran.
er sagt zB: "ich bitte dich um Vergebung weil dir mein Fahrstil so Angst gemacht hat. Mein Fahrstil hat sich im letzten Monat drastisch verändert."
Was ich gerne gehört hätte ist: " ja du hast recht. Ich habe euch mit meinem Fahrstil oft bestraft. Ich wollte euch Angst machen! Ich war rasend, weil ihr 5 Minuten zu spât fertig wart.
Ja, die anderen Fahrer waren meine Feinde. ich musste die bekämpfen" irgendwie konkret halt. Ist das zuviel verlangt?
Wenn ich ihm solche Beispiele gebe, dann macht er copy/paste und macht die Worte, die ich ihm in den Mund lege, zu seinen Worten.

Angeblich sind die Wutasubrüche jetzt vorbei.

Er akzeptiert dass ich nicht mit ihm schlafe.

Er sucht intensiv Hilfe beim Herrn.

Es ist fast schon unangenehm wie sehr er versucht, es mir recht zu machen.

also weiss ich nicht, ob ich wirklich in Gefahr bin.

PS auf meine Antwort von grad eben:

Es ist dreimal in 33 Jahren vorgekommen dass jemand von uns durch rasende Wut in Gefahr war, abgesehen von den Kämpfen auf Autobahnen zB.

Die emotionelle Gewalt dagegen war fast ein ständiger Begleiter. man lief auf Eiern und wusste nicht, welches unschuldige Wort den Vulkan zum Erwachen bringt.
Aber das soll ja vorbei sein;
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#4

Viel Hilfe und Unterstützung suchen, sagt BoH.

Wo kann ich die bekommen?

Psychiater hat gaaaaaanz lange Wartezeit.
Psychologe kostet die Stunde 50€
Gemeinde habe ich keine mehr vor Ort.
Seelsorger (per Telefon) sagt: ich kann nur für dich beten! (Na ja, ist ja schon mal das Wichtigste).

Freundschaften zu pflegen habe ich vernachlässigt, aus Mangel an Zeit und Kraft.
Und vielleicht auch wegen der doch vorhandenen co-Abhängigkeit. Was soll man den Frauen sagen, wenn sie fragen "wie geht's?" Man kann ja nicht Jedem auf die Nase binden was los ist;

Also ich freu mich, dass ich euch gefunden habe.
Das hilft mir auf jeden Fall schon mal sehr.
Ich kann es mir hier von der Seele schreiben.

Aber auf Dauer bin ich nicht ein Mensch, der, entschuldigt' immer um sich selber kreisen will.

Ich habe mir jetzt fest vorgenommen, mir ein eigenes Leben aufzubauen.
Ein erster Schritt ist, dass ich mich ab September anmelde in der VHS, bei uns heisst das Kunstakademie.
Und dass ich versuchen werde, wieder in irgendwelche christlichen Frauenkreise hinein zu geraten. Ich hab 4 Nachmittage pro Woche frei von der fulltime Versorgung meiner jüngsten Tochter.
Raus aus der sozialen Isolation. Hurraa!!!!
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#5

Hallo NOMORELOVE,

Zitat:Angeblich sind die Wutasubrüche jetzt vorbei.

Er akzeptiert dass ich nicht mit ihm schlafe.

Er sucht intensiv Hilfe beim Herrn.

Es ist fast schon unangenehm wie sehr er versucht, es mir recht zu machen.

also weiss ich nicht, ob ich wirklich in Gefahr bin.

Erfahrungsgemäss dauert es, bis sich wirklich eine Veränderung zeigt. So etwas kommt nicht über Nacht.
Stelle Dich daher auf Wechselbäder der Gefühle ein. Momentan ist es stabil. Das ist gut. Vielleicht geht
es auch ohne Abstand, ohne räumliche Trennung. Damit habe ich keine Erfahrung. In meinem Fall hat es
damals jedenfalls nicht so funktioniert. Doch es gibt Ehen (von Frauen die hier posten), wo es funktioniert.
Da Du sehr fleißig im Schreiben bist, bleiben wir auf dem Laufenden und das ist gut. Ich habe Deine ganze
Mail durchgelesen, obwohl ich nur auf einen Ausschnitt hier reagiere. Das will nicht bedeuten, dass ich
nur oberflächlich antworte. Ich warte einfach ab, wie sich Deine Geschichte weiterentwickelt und was
die anderen hier dazu schreiben. Sicherlich ist Geduld jetzt dran. Ein Problem, das sich nicht sofort
lösen lässt, muss getragen werden. Ergänzend möchte ich noch hinzufügen, dass der Sinn unseres
Lebens nicht darin besteht, keine Schwierigkeiten oder Probleme zu haben, sondern gerade durch
diese Dinge zu reifen und zu wachsen, das bedeutet Jesus ähnlicher zu werden. Es ist daher viel Weisheit
gefragt, was die Bewertung von Situationen betrifft, gerade auch wenn es um Eheprobleme geht.
Denn wo der "Meisel Gottes" arbeitet, ist Geduld angebracht, wo jedoch der Feind angreift, sind andere
Qualitäten gefragt. Manchmal kann das bedeuten "bleib und kämpfe", ein anderes Mal "geh und lass los".

LG BoH
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#6

Hallo BoH

heute morgen hatten wir ein kurzes Gespräch und wir kamen auf seine immensen Wutausbrüche zu sprechen. In dem Kurs, den er macht, von Counquers, scheint es dafür einen Ausdruck zu geben aber ich habe ihn vergessen. Gehört zu Sexsucht und wäre übersetzt irgendwie 'Wutsucht'?
Es scheint, dass in dem Kurs SEHR stark daran gearbeitet wird.

Zitat von dir:
Ergänzend möchte ich noch hinzufügen, dass der Sinn unseres
Lebens nicht darin besteht, keine Schwierigkeiten oder Probleme zu haben, sondern gerade durch
diese Dinge zu reifen und zu wachsen, das bedeutet Jesus ähnlicher zu werden.

Ja, das ist absolut richtig. Ehrlich gesagt lernen wir Jesus nur richtig kennen DURCH Probleme und Schwierigkeiten.
Ich denke allerdings dass, entschuldige die Worte, Hurerei, Unreinheit, Ehebruch nichts verloren haben in einer Ehe.

Wenn ein Ehemann, dem man sich total anvertraut und vertrauensvoll ausgeliefert  hat, in 15 Jahren Zeit mindestens 10 mal (oder mehr) arbeitslos wird, wenn so gut wie alle Beziehungen zerbrechen, sei es zu Gemeinde, sei es zu Familie und man als Frau hilflos daneben steht und wenn man gleichzeitig auch noch ein schwerstbehindertes Kind hat....ich denke, dann ist man schon ordentlich in der Schule Gottes, nicht?
Dann braucht's diese Sexsucht ja nicht auch noch dazu, oder?
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#7

Hallo NOMORELOVE,

die enormen Wutausbrüche Deines Mannes haben ganz klar Ursachen und kommen nicht einfach so aus heiterem Himmel.
Möglicherweise wurden seine Energien schon oft blockiert und seine Träume versenkt. Das kann noch aus der Kinderzeit
stammen. Ich erinnere an dieser Stelle an das Eriksson-Modell. Bitte lege ihm das einmal vor und bitte ihn, Kommentare
zu den einzelnen Blocks zu schreiben, wie er sich und seine Entwicklung einschätzt. Das kann Licht in's Dunkel bringen.
Danach kann ich Dir ggf. weitere Tipps geben. Hier nochmal der Link zum Ausdrucken: https://de.wikipedia.org/wiki/Stufenmode...ntwicklung

Hurerei, Unreinheit (im Sinne von SB mit außerehelichen Fantasien), Ehebruch, haben alle eines gemeinsam. Sie konzentrieren die sexuelle Aktivität
(inkl. körperliche und geistige Kraft) auf eine andere Person, als die eigene Ehefrau. Wie leicht kann das geschehen, wenn die Erwartungen
eines Mannes nicht erfüllt werden, der es nie gelernt hat, mit seiner Frau zuerst auf der seelisch-geistigen Ebene eins zu werden, bevor es
auch körperlich zur Sache geht. Oft erleben wir in der Kindheit solcher Männer eine (unbewusste) Ablehnung durch die eigene Mutter.
Ein intensives Mitschwingen auf seelisch-emotionaler Ebene hat dieser Junge mit seiner Mutter nicht erlebt. Dann hat er irgendwann dichtgemacht.
Vielleicht auch aufgrund von Schamgefühlen oder erlittenen Ungerechtigkeiten. In der Mutter-Jungs Beziehung, liegen u.U. sehr viele Schlüssel,
für das spätere Verhalten ggü. Frauen. Übrigens kann es auch eine Schwester oder eine verwandte Bezugsperson sein, die hier stark interagiert und daher prägend gewirkt hat.
Ohne jetzt zu tief einsteigen zu wollen, wird die Konfrontation mit dem Stufenmodell in jedem Fall Antworten hervorbringen, die nützlich sein können für die weitere Entwirrung der Lage.

Die Auswirkungen¹ von Suchtverhalten, werden ab einem gewissen Punkt auch im Äußeren sichtbar. Denn das Verhalten des Betroffenen in seinem
jeweiligen Suchtkreislauf wird immer ritualisierter. Alles um ihn herum bekommt eine symbolische Bedeutung, was dazu dient, seine Suche nach
einem euphorischen Hoch zu stärken. Dabei verändert sich auch das Nervensystem, indem es sich an die außergewöhnliche Ausschüttung von
Hormonen und Neurotransmittern gewöhnt und nunmehr sogar danach verlangt. Dies äußert sich in diversen psychosomatischen Störungen
(Wutausbrüche?). Doch früher oder später werden durch den ständig "überdrehten Motor" alle Reserven in Körper und Seele aufgebraucht und
das Kartenhaus bricht in sich zusammen.

Dies zeigt sich auf allen Gebieten: Beziehungen zerbrechen, im sozialen Bereich kommt es zu Brüchen, die Schulden werden immer größer.
Der Süchtige wird depressiv oder zeigt diverse körperliche Krankheitssymptome, bis hin zur Dekompensation und Suizidversuchen.
Das mühsam errichtete Fassaden-Selbstbild, das nach außen hin stets beibehalten wurde, zeigt tiefe Risse, so dass darunter das eigentliche
Selbst durchschimmert, dieses erbarmenswürdige, elende Ich, das so verwundet und krank ist.

Gerne höre ich wieder von Dir.

LG BoH

¹ Meilensteine der Suchtentwicklung - Gesichter der Sucht - ISBN 3-417-11039-4
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#8

Danke BoH

für deine Antwort. habe sie schnell überflogen, weil ich gleich weg will.

Ich werde mir das Stufenmodel später anschauen.

Es fällt mir schwer, das zu lesen, denn eigentlich heisst das im Klartext 'och, der arme Junge"!!!
Während die Bibel, während Jesus von Sünde redet.

Ehrlich gesagt möchte ich nicht, dass mein Mann hier mitliest oder mitschreibt.
Das 'WIR' war ihm immer extrem wichtig, während es eigentlch um sein 'ICH' ging.
Und jetzt geht es einfach mal ne Weile auch um MEIN ICH, um etwas, was ich hab, um meine Privatsphäre.

Es fällt mir sehr schwer um im Moment vom Leben zu geniessen, aber ich raffe mich jetzt doch auf um einen Abendspaziergang am Meer zu machen, jetzt wo's mal wieder warm ist.

PS. Mein Mann ist tatsächlich seit einem Jahr sehr krank, eine Autoimmunerkrankung.
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#9

Hallo NOMORELOVE,

Ihr habt beide sicherlich ein Stück Weg vor Euch, dass jeder alleine gehen muss.
Das Stufenmodell hat in erster Linie nichts mit der Bewertung eines Lebens nach
den Maßstäben Jesu zu tun, sondern zeigt auf, welche Ursachen zu welchen Wirkungen führen.
Ein großes Problem ist -wie ich finde- das Gleichsetzen von dem Handeln eines kranken
Menschen, mit dem eines Menschen, der bewusst und freiwillig sündigt. Der sex- oder
pornosüchtige Mensch, handelt jedoch in einer Art neuronalem Automatismus und daher
muss die Herangehensweise primär eine andere sein, als bei einem gesunden Menschen,
der einfach sündigt, weil er dazu gerade Lust hat.

Aus Deiner Perspektive als verletzte Ehefrau, mag das wie ein "in Schutz nehmen" aussehen, doch das ist nicht der Fall.
Ein anderes Bild hilft vielleicht zur Verdeutlichung: Ein Alkoholiker verursacht einen
Unfall, bei dem ein Radfahrer schwer verletzt wird. Er selber knallt auch noch gegen einen
Baum und ist ebenfalls schwer verletzt. Soll nun der Notarzt sagen "wir nehmen nur den
Radfahrer mit in's Krankenhaus und den anderen bringen wir gleich zur Polizei"?
Nein, sondern beide werden in's Krankenhaus gebracht, denn für die erste Hilfe ist
es nicht entscheidend, wer Schuld an dem Unfall hat, sondern dass die Wunden
verbunden werden.

Alles Weitere kommt später, wenn der Zustand wieder stabil ist. Verstehst Du das Bild?
Es gibt einen Schritt während der Heilung von Sucht, der das Eingeständnis der
eigenen Schuld und die Bitte um Vergebung beinhaltet. Doch dieser Schritt kommt
erst nach einer gewissen Wegstrecke, da er vorher nicht authentisch wäre und er
kann auch nur vom Betroffenen selbst (durch Einsicht, nicht durch Zwang) erfolgen.

Ich meinte auch nicht, dass Dein Mann hier mitliest oder mitschreibt, sondern
sich einfach mit dem Erikson-Modell einmal auseinandersetzt. Vielleicht ist es
noch zu früh dafür, da zwischen Euch sehr viel emotionale Spannung derzeit ist.
Da ist es schon gut, dass Du jetzt zuerst einmal für Deinen Garten sorgst, das
kann ich gut verstehen. Frei von den Erwartungen anderer wieder zu sich finden,
ist wichtig, gerade in Deiner Situation.

LG BoH
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#10

Zitat von BoH:

der es nie gelernt hat, mit seiner Frau zuerst auf der seelisch-geistigen Ebene eins zu werden, bevor es auch körperlich zur Sache geht. 

Das stimmt auf jeden Fall zu 100% 

Seine Mutter hat mir auf dem Sterbebett gebeichtet: "ich habe ihn nie gewollt! Als er geboren wurde, sagte ich, nehmt ihn mit, ich will ihn nicht"
Er war das 5.Kind, Frühgeburt, Vater war ja auch total geschädigt durch mehrere Jahre KZ (sass im Widerstand) und die Mutter konnte eben auch nicht alles tragen;
Das Verhältnis zwischen ihm und seiner Schwester, die nur ein Jahr älter ist, ist auch katastrophal. 

Mein Mann ging in den letzten Monaten geradezu hausieren mit einem Vortrag, den er gehört hatte:
https://bradhuddleston.com/ über Digital Cocaine, also die Auswirkung auf das Gehirn bei Spielsucht. Dort wird sehr anschaulich erklärt wie das Gehrin reagiert auf bestimmte Reize und eben immer mehr braucht. Das wurde auch der Vergleich gezogen zu Porno. ich verstehe also, was du meinst mit "Hormonen und Neurotransmitter usw"

Und doch muss ich mich an diesen Gedanken erst gewöhnen:

Ein großes Problem ist -wie ich finde- das Gleichsetzen von dem Handeln eines kranken
Menschen, mit dem eines Menschen, der bewusst und freiwillig sündigt. Der sex- oder
pornosüchtige Mensch, handelt jedoch in einer Art neuronalem Automatismus und daher
muss die Herangehensweise primär eine andere sein, als bei einem gesunden Menschen,
der einfach sündigt, weil er dazu gerade Lust hat. 

Was deinen Vergleich mit dem Radfahrer und dem Alkoholiker angeht:
Mir kommt es im Moment so vor als ob der Alkoholiker alle Hilfe bekommt und der Rettungsdienst sagt: "sorry, dem Radfahrer können wir nicht helfen"

Vergebung: mein Mann bittet ständig um Vergebung, ich kann da aber nicht wirklich drauf eingehen.

Er macht dieses Programm:

https://conquerseries.com/ und wurde von denen auch noch weitergeleitet nach 
https://puredesire.org/ weil die einen professionellen Therapeuten haben der sich mit Asperger autismus auskennt
https://puredesire.org/pages/treatment-o...ace9&_ss=r

Ausserdem hat er jetzt Gesprâche vor Ort mit einem Asperger Spezialisten.

Also da läuft wohl einiges.

Ergänzend:

ich komme zu dem Schluss dass mein Mann psychisch ein total kaputter, kranker Mann ist. Richtig?

Jetzt meine Frage: wie ist es mit den Kindern? Sollten die das nicht wissen? Wie wäre es mit solchen oder ähnlichen Worten? kursiv
Meine Tochter (wird 30, sucht intensiv nach einer Wohnung) ist völlig fertig. Also zu mir ist sie 'normal', aber sie geht ihrem Vater total aus dem Weg und kann es auch kaum ertragen dass er in der Nähe ist. Sie negiert ihn so gut sie kann. Hat Panikanfälle! 
Beängstigend, um meine lebensfrohe Tochter so depressief zu erleben. Als wir gestern zusammen ans Meer fuhren, hat sie im Auto so gut wie kein Wort geredet und ich liess sie dann am Meer allein gehen.
Mein Sohn (33) ist noch der normalste, er versucht noch, um den Vater bei allem ein zu beziehen, wird aber auch viel schneller irritiert durch ihn und reagiert ärgerlich.
ihr sagt vielleicht, was tun diese erwachsenen Kinder noch zu Hause? Mein Sohn hat lange studiert und freut sich, dass er jetzt erst mal etwas frei ist udn die Richtige ist wohl noch nicht aufgetaucht. Er ist auch kein Typ um allein zu wohnen. meine Tochter will schon lange ausziehen, wollte aber eben auch nicht ganz allein wohnen und hoffte, dass sie mit ihrer jüngeren Schwester eine Wohnung beziehen kann. Die wollte aber absolut allein wohnen.

Hier also:

Nachdem ich jetzt einige intensive Therapiesessis hatte, merke ich, dass ich psychisch sehr krank bin.
Vieles, was ich euch angetan habe, zum Beispiel diese Wutanfälle, sind eine Folge meiner psychischen Krankheit.
Das entschuldigt nicht was ich euch all die Jahre angetan habe.
Ich weiss schon lange, dass Dinge in meinem Leben nicht stimmen, war aber zu faul, zu stolz und zu hochmütig um echte Hilfe zu suchen.
Hätte ich mich früher erniedrigt, wären viele Wunden an euch nicht geschlagen worden.

Ich bin in intensiver Therapie an drei verschiedenen, sich ergänzenden Stellen.

Vielleicht werde ich nie mehr ein gesunder Mensch, und wenn, dann wird der Weg dorthin lang und steilig sein.

Ich schreibe das nicht, weil es eine Entschuldigung ist, sondern weil ich hoffe, dass es euch hilft um Heilung zu finden für die Wunden, die ich euch geschlagen habe.
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