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[auf eigenen wunsch gelöscht]
#11

Liebe Nomorelove,
ich habe gerade den ganzen Gesprächsverlauf gelesen und kann vieles so gut nachvollziehen. Die Wut, die Probleme die Sucht als Krankheit anzuerkennen, das Gefühl bei dem ganzen Getönse um die Sucht durch die Maschen des Netzes zu fallen...

Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, dass du dir und deinem Mann Zeit gibst. Heilung funktioniert nicht auf Knopfdruck und schon gar nicht nach Plan. Jeder Mensch ist anders, hat eine andere Geschichte.

Ich finde es wichtig, dass du dir selbst auch die Zeit gibst, die du brauchst. Vorallem sehe ich deinen Wunsch schnell "Wutfrei" zu werden kritisch. Die Wunden in dir wurden über Jahre geschlagen. Ich habe mal den Satz gehört, dass die Wiederherstellung der Ehe genauso lange dauert wie der Zeitraum des Betrugs. Nun würde ich das nicht am Kalender festmachen, aber es sagt doch, dass es ein langer Weg ist.
Ich glaube auch, dass du einen Ort brauchst, an dem du deine Wut und Verletzung kontroliert rauslassen kannst, sonst zerfrisst sie dich von innen. Solche Orte können ein verständnisvoller Seelsorger oder eine gute Freundin/Glaubensschwester sein. Wenn du keine Person hast kannnst du auch an einen einsamen Ort gehen und einfach mal mit voller Kraft schreien, oder mit einem Stock auf Steine, Bäume o. ä. einschlagen. Es ist echt erstaunlich, wieviel Anspannung sich dadurch löst. Mir selbst hat es geholfen all meine Wut und Enttäuschung Gott entgegenzuschreien (keine Angst, Gott hält das aus), danach bekam ich immer inneren Frieden und oft einen heilenden Blickwechsel geschenkt.

Bitte setze dich nicht unter Druck. Obwohl mein Mann nun seit einigen Jahren frei ist, gibt es immer noch Situationen in denen mir die Tränen kommen weil ich wieder an eine besonders erniedrigende Situation erinnert werde. Ich mache mir dann keinen Streß, sondern lasse die Tränen nach Möglichkeit fließen und erlebe danach Erleichterung, Wie wenn man einen Eiterpustel geöffnet hat. Besonders hilfreich aber auch tränenreich war es für mich meine Beziehungs- und Ehegeschichte aufzuschreiben.

Icih wünsche dir, dass du dein Tempo an der Hand Jesu gehen lernst und so immer heiler und freier (von Wut Anklage Sarkasmus....) werden darfst.

LG Anja

Du schreibst auch irgendwo, ob jemand weiß, was S-anon ist. Ist diese Frage noch aktuell? Wenn ja melde dich gerne auch PN. Ich hatte mal kurze Zeit Kontakt mit S-Anon.
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#12

Guten Morgen NOMORELOVE,

es freut mich sehr zu lesen, dass ihr auf einem guten Weg seid und gemeinsam für das kämpft, was wirklich Wert besitzt: Die Liebe!
Ein abgenutztes Wort? Ein leerer Begriff?

NEIN.

Weißt Du, was mir gestern klar geworden ist? Diese ganzen improvisierten Versuche, eine Beziehung zu verwalten wie ein Gartenbeet
auf dem kalkuliert gepflanzt und geerntet wird, sind im Endeffekt auch nur flache Versuche, das Paradies zu imitieren. Denn:
Das einzige, über das der Mensch keine Macht hat, ist die Liebe und sie hat unmittelbar mit dem Herzen zu tun!

Ich kann heiraten, ein guter Ehemann sein, meinen Pflichten nachkommen und die Dinge tun, die funktionieren, damit die entsprechende
Frucht sichtbar wird und doch kann die Tiefe dabei fehlen, so dass alles irgendwie nach einer gewissen Zeit wie Theater wirkt.
So viel zum Thema, dass es auch ohne Gott und damit Jesus glückliche Ehen gibt. Ja, vielleicht sieht es so aus, auf den ersten Blick.

Ich kann auch Situationen schaffen, die erotisierend sind und mit vielen kleinen aufeinander abgestimmten Tricks, die Frau startklar
machen, damit sie genau das tut, was ich gerne möchte und mir dabei die Befriedigung hole, von der ich glaube, dass ich sie unbedingt
brauche. Aber ist das Liebe?

Die Liebe nach 1. Korinther 13, die nicht zuerst den eigenen Vorteil sucht?

Zitat:Das Hohelied der Liebe

Wenn ich in den Sprachen der Menschen und der Engel rede, aber keine Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz geworden oder eine schallende Zimbel. Und wenn ich Weissagung habe und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis weiß, und wenn ich allen Glauben habe, so dass ich Berge versetze, aber keine Liebe habe, so bin ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe zur Speisung der Armen austeile und wenn ich meinen Leib hingebe, damit ich Ruhm gewinne, aber keine Liebe habe, so nützt es mir nichts. Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig, sie neidet nicht, die Liebe tut nicht groß, sie bläht sich nicht auf, sie benimmt sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet Böses nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit; sondern sie freut sich mit der Wahrheit, sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. Die Liebe vergeht niemals; seien es aber Weissagungen, sie werden weggetan werden; seien es Sprachen, sie werden aufhören; sei es Erkenntnis, sie wird weggetan werden. Denn wir erkennen stückweise, und wir weissagen stückweise; wenn aber das Vollkommene kommt, wird das, was stückweise ist, weggetan werden. Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, urteilte wie ein Kind; als ich ein Mann wurde, tat ich weg, was kindlich war. Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels undeutlich, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, wie auch ich erkannt worden bin. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die Größte aber von diesen ist die Liebe.

Paulus hat sie als das Bessere beschrieben.

Hl 4,9 Du hast mir das Herz geraubt, meine Schwester, meine Braut. Du hast mir das Herz geraubt mit einem einzigen Blick aus deinen Augen, mit einer einzigen Kette von deinem Halsschmuck.

Wenn Dir das als Mann einmal passiert (und mir ist es passiert), dann werden diese ganzen Dinge auf der Kalkül-Ebene so unwichtig,
so unsagbar nebensächlich, dass es nicht einmal mehr lohnt, darüber nachzudenken, wie und wann und wie oft ich vielleicht den nächsten Sex haben werde.

Oh Mann, es ist so unvorstellbar mehr, als diese billigen Versuche, Liebe zu imitieren, indem der Orgasmus als das Wundermittel gepriesen wird,
das alle eigenen, oder Probleme zwischen Mann und Frau beseitigt. Und wieder: Orgasmus lässt sich von Menschenhand machen, auch ohne Liebe, doch
die Liebe von der Paulus in 1. Kor. 13 spricht, dazu benötigt es ein erneuertes Herz, dazu muss der heilige Geist Wohnung bezogen haben.

Und ich freue mich heute darüber, dass ich diese Liebe tragen kann, diese Liebe der weiten Horizonte, in einer früher unvorstellbaren Länge und
Breite und Tiefe. Es ist gleichzeitig eine tiefe mythische Wahrheit dahinter, die mit echter Verwandlung zu tun hat. Und das wünsche ich Euch auch.

"Leg mich wie ein Siegel an dein Herz, wie ein Siegel an deinen Arm! Denn stark wie der Tod ist die Liebe, hart wie der Scheol die Leidenschaft. Ihre Gluten sind Feuergluten, eine Flamme Jahs. Mächtige Wasser sind nicht in der Lage, die Liebe auszulöschen, und Ströme schwemmen sie nicht fort. Wenn einer den ganzen Besitz seines Hauses für die Liebe geben wollte, man würde ihn nur verachten." Hl. 8,6-7

https://www.youtube.com/watch?v=w0BhBqu-...k&index=27

BoH
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#13

Liebe Nomorelove...danke für deine Zeilen!

PS...du sagst an Liebe ist nicht zu denken...es ist eher ein Ertragen...ja

...die Liebe erträgt alles...
Korinther 13...im Beitrag von BoH 

Und auch Jesus sagt...ertragt einander...
Danke Vater!

Alle guten Wünsche dir...

Liebe Grüsse
birke
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#14

Liebe Nomorlove,
mir geht es überhaupt nicht darum, dass du lange Wut empfinden sollst und ich finde es gut, dass sich bei dir die Wogen etwas geglättet haben, du wieder singen und durchatmen kannst. Ich denke das ist gut so, damit du deinen Aufgaben nachkommen und dein Leben im IST meistern kannst.

Um zu erklären, was ich meinte, verwende ich dein Bild vom Wasserglas. Ich finde das Bild sehr gut. Der "Dreck" hat sich bei dir nun gesetzt und es ist ruhiger geworden. Aber der Dreck ist immer noch da, am Boden deines Lebensglases und dort ruht er. Wird dein Leben erneut durch etwas stark erschüttert, besteht die Gefahr, dass der Dreck wieder hochkommt und dann meistens im ungünstigsten Moment. Um dem vorzubeugen tun die Gesprächsgruppen gut. Man kann da durch den Austausch, Situationen anschauen und dann diese bewusst abgeben und vergeben (von Pauschalvergebung halte ich nicht viel). Es ist wie wenn du bei jedem Gespräch ein paar Löffelchen des Schmutzwassers durch einen Filter schüttest in dem der Dreck hängen bleibt. Mit jedem Mal wird das Wasser in deinem Glas sauberer.

Aber wie ich das letzte Mal bereits geschrieben habe, hat jede/r seinen eigenen Heilungsweg. Es kann gut sein, dass es für dich gerade gut ist so wie es ist und ich will dir da gar nichts anderes einreden. Gott geht mit dir deinen ganz individuellen Heilungsweg.

Ich wünsche dir, dass dich das gehalten und getragen sein bei Gott durchträgt.

Lg Anja
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#15

Liebe Nomorelove,
ich glaube, wir reden da aneinander vorbei. Auch für mich ist das wichtigste meine ganze Identität in Jesus festzumachen (was anderes hält sowieso nicht). Wenn du meine erste Nachricht liest, wirst du sehen, dass ich dort geschrieben habe, dass es für mich eine große Hilfe war meine ganze Wut und Enttäuschung Gott entgegenzuschrein. Die Psalmen tun nichts anderes.

Trotzdem ermutige ich dich nicht alleine zu bleiben. Ich weiß, wie es ist niemand vor Ort zu haben. Und auch ich kann bestätigen, dass Gott immer den nächsten Schritt führt. Aber Gott hat uns auch in Gemeinschaft gestellt und ich weiß, dass ich die Zeit der Sucht und des Ausstiegs nicht ohne die regelmäßigen Gebetstreffen mit einer Glaubensschwester durchgestanden hätte. Ihre Annahme und ihr Verständnis waren sehr wichtig für mich. Heute in unserer medial vernetzten Zeit sind auch weite Entfernungen kein Problem mehr. Gebetstreffen funktionieren auch am Telefon oder Selbsthilfegruppen übers Internet.

Verstehe mich bitte richtig. Ich will dir da nichts aufschwatzen, aber ich weiß, dass Rückscläge normal sind und dass man diese leichter durchsteht wenn man nicht alleine kämpfen muss..

Gott halte und leite dich.
LG Anja
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#16

...dieses konzentrierte Lesen und auf Details achten (die eben nicht nebensächlich sind), erfordert Ruhe und Konzentration.
In einer Familie wird vor allem unbewusst und oft sehr emotional kommuniziert. Situationsbedingt, wurdest Du in den
ganzen Jahren darauf "trainiert", dass nichts lange stabil bleibt. Eine friedliche Stimmung mit Ausgeglichenheit ein seltener
Luxus ist. Emotionale Instabilität ist übrigens charakteristisch für Suchtfamilien. Daraus entsteht oft Oberflächlichkeit. Bücher werden
nicht zu Ende gelesen, die Kinder lernen nicht selten nur das Nötigste nach dem "Dienst nach Vorschrift Prinzip", ohne wirkliche Begeisterung an den
Themen der Schule und die Frau funktioniert wie ein Haushaltsroboter, am co-abhängigen Verlängerungskabel des Süchtigen, von Arbeit zu
Arbeit hetzend. Die daraus entstehende Verdrängung echten Lebens, führt zu einem enorm angestauten Wutpotential, das irgendwann zur Entladung kommt.

Deshalb ist es wichtig, auch ab und an räumlich aus der Situation zu gehen. Du hast diese Momente am Meer gefunden. Solche
Inseln der Unbeschwertheit sind enorm hilfreich, gerade jetzt, wo der Heilungsprozess beginnt. Das dauernde Angespanntsein
im "ewigen jetzt" wird dadurch gelöst und der Horizont wieder weiter..

BoH
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