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Du machst dich verrückt
#1

Also: 
ich gehe meine Mann so viel wie möglich aus dem Weg. ich will keinen Streit, keine Diskussionen, vor allem will ich nicht wütend rumschreien.
Das ging jetzt eine Woche gut. Ich habe nicht geschrieen, die Wut, wenn sie kam, war erträglich. Sie wollte nicht mit aller Gewalt raus!

Jetzt sagt mein Mann heute morgen bevor er wegging: "du musst dich fragen ob du dich nicht selber am Verrücktmachen bist. Und die Kinder dazu."

da hat' ich's wieder!

Ist es abnormal, dass ich jetzt noch aufpassen muss dass ich nicht wütend werde?
Wir sind in der 10.Woche, Woche 5 und 6 war ich zu meiner Mutter geflüchtet. Woche 7 und 8 waren schwierig, ich war oft rasend! Woche 9 hatte ich Sieg über die Wut. Und war dankbar darüber.

Ist es normal dass ich ihn kaum in meiner Nähe ertragen kann? 

Ist es normal dass ich ständig gegen Tränen ankämpfe?

Stelle ich mich an? Hat die Trauerphase nun lange genug gedauert? Nach 33 Jahren Lüge, betrug, tyrannei, und der Sexsucht?
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#2

Liebe Nomorelove!
Ich finde, es ist mehr als verständlich, dass du den Tränen oft nah bist, dass du wütend bist, dass du traurig bist, dass du kaum seine Nähe ertragen kannst.
Außerdem glaube ich, dass es sehr wichtig ist, sich die Zeit zu nehmen, die es jetzt braucht um zur Ruhe zu kommen. Es ist sicher nicht gut, weiterzumachen wie wenn nichts passiert wäre. Wer bist du, dass du dir nicht Zeit für dich nimmst, Dinge tust, die dir gut tun. Deine Tochter mit Behinderung braucht dich ja auch noch in deinem Alltag, diese Aufgabe kannst du nicht wegschieben, aber wenigstens anderes, was nicht notwendig ist zu tun. Und wenn du es brauchst nicht zu reden mit deinem Mann, dann brauchst du das eben. Ich finde nur wichtig, dass du außer dieses Forum jemanden findest, bei dem du dich regelmäßig ausweinen und -reden kannst. Da lastet soviel auf dir....
Stell deine Reaktionen, die du in dir empfindest nicht in Frage. Du brauchst jetzt Zeit und Raum zum Heilwerden, das geht nicht von heute auf morgen! Du stellst dich nicht an, das ist nicht wenig, was du zu ertragen hast.
Ich bete für dich und wünsche dir Erleichterung in diesen Tagen. Gottes Schutz und Seine Nähe und Hilfe für dich! Alles Liebe Judith
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#3

Liebe Judith

wenn' s so einfach wäre. Wohin soll ich, zu wem? ich weiss es nicht. Hatte ne neue mailadresse von s-anon, aber da meldet sich niemand. Auch nicht über sms auf einer Handynummer.

Er sitzt auf dem Sofa und schaut sich über livstream eine Bibelstunde an.
Und ich denke, was für ein Quatsch.
So weit ist es gekommen mit mir.
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#4

Hallo NOMORELOVE,

wenn wir uns auf eine geistliche Ebene begeben, dann wird klarer, was gerade bei Dir abläuft.
Dein Mann hat sich auf den Weg zum Vaterhaus gemacht, denn er ist im Schweinestall aufgewacht.
Dort sitzen die Dämonen abends an der Bar und lästern. Diese Stimme in Dir "was für ein Quatsch"
sind m.E. nicht wirklich Deine Gedanken, sondern Einflüsterungen durch Suggestion. Die Atmosphäre
in der sich Eure Haus-Dämonen wohlfühlten, ist evtl. noch nicht komplett gebrochen, bzw. es wird immer wieder
einen Kampf auf der Ebene der Gedanken¹ geben, selbst wenn sie gebrochen ist. Ich bin schon lange frei
und erlebe diese Anfechtungen z.T. auch noch. Oft wenn es um -mir wichtige- Dinge oder Personen geht.

Dann schaltet sich plötzlich ein Gedanke dazwischen, den ich überhaupt nicht denken möchte.
Wer wohl dahintersteckt? Der Widersacher und seine Helfershelfer meistens. Du merkst das am
Ehesten, wenn Du dieser Stimme in Dir im Namen Jesu gebietest zu verschwinden. Wenn es
dämonische Aktivitäten sind, müssen sie gehorchen und die Gedanken verschwinden. Wenn es
Deine eigenen Gedanken wären, würden sie nicht auf geistliches Gebieten in Vollmacht reagieren,
dann müsstest Du Jesus bitten, dass er Dein Denken durch den Heiligen Geist regiert. Das sind
kleine, jedoch wichtige Unterschiede. Mit diesen beiden Methoden wirst Du auch immer besser
unterscheiden können, woher ein Gedanke kommt. Probier es einfach aus, es wird funktionieren.

Es kann auch sein, dass Dir der Herr Stellen zeigt, wo Du Heilung brauchst, doch er wird Dich
nicht unter Druck setzen. Der Druck und das Runterziehen kommt meist vom Feind.
Oder es ist eigener Ehrgeiz, bzw. Ungeduld. Was auch immer, dieser Kampf ist nicht ungewöhnlich,
sondern ein Zeichen dafür, dass ihr jetzt auf dem richtigen Weg seid.

LG BoH

¹ Buchempfehlung: "Wenn Gedanken Mächte werden" ISBN 3-417-12439-5
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#5

Danke Boh

Das brauchte ich wirklich. 

Übrigens sind zwei Bücher unterwegs, das mit den Vorbildern und eines das mir Judith empfohlen hat.

Es gibt noch ein Problem: 
Ich hatte die letzten Jahre eine liebe Vertrauensperson. Sie ist leider gestorben und ich hatte jetzt ein Jahr niemanden, den ich um Gebet fragen konnte.
Nach der Beichte meines Mannes hat mir sein Seelsorger einen Menschen empfohlen, den ich als Vertrauensperson, sprich Seelsorger angerufen könnte.
Es ist für mich keine fremde Person, aber es ist ein Mann. 

Es hilft mir, wenn dieser Mann mit mir betet.

Aber: ich habe eine Riesenangst den anzurufen. Ich denke immer dass der denkt dass ich zu viel rede, zu viel jammere, zu viel klage, den Mann zu viel beschäftige. Ich denke immer, ich falle dem lästig, der ist froh wenn er mich los ist, usw. Also ich lass den so viel wie möglich in Ruhe, höchstens einmal die Woche hört der von mir. Wenn überhaupt! Eher weniger.
Vor lauter Angst habe ich jetzt zweimal ein email geschickt mit den Dingen, die ich ihm sagen will, sodass er mit mir beten kann. Eine kurz zusammengefasste mail, damit er durch mich ja nicht zu lange beschäftigt wird.
Es geht so weit dass ich denke, der Mann wird denken: kein Wunder, bei der Frau mit ihrem Klagegesang versteh ich dass der Mann sein Glück ausser Haus suchte. So eine furchtbare Frau.

Jetzt habe ich mich gefragt ob diese Gedanken vielleicht daher kommen, dass ich nie FRAU sein durfte?
Mein Mann konnte mir ja nie eine starke Schulter bieten. Ich war SEINE starke Schulter.
Sobald ich auch nur meinen Mund aufmachte, hiess es: "du immer mit deinem Jammern und KLagen" Er konnte es nicht ertragen wenn's mir mal nicht gut ging. Es war ihm so lâstig. Und dann hab ich halt geschwiegen und mein Paket allein getragen.

PS: Also ich war Bedürfnissbefriediger, aber eben nicht FRAU als PERSON.
Bettpartner, Haushälterin, Dienstmagd sozusagen, und MUTTER!
Er konnte mich nie mit dem Vornamen ansprechen, nur 'he, wo bist du?' oder 'MAMA'.

Ich hasse das, ich habe ihm verboten mich noch jemals MAMA zu nennen.

Also, was ich eigentlich sagen wollte: mich beherrscht die Angst, um als Frau, als Person, von einem Mann abgelehnt zu werden.
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#6

Hallo NOMORELOVE,

es ist in Ordnung, nicht nur Stärken, sondern auch Schwächen zu haben und zuzulassen. Und wenn Du innerlich gedrängt bist, etwas rauszulassen,
Reden, Jammern, Klagen, dann ist es in dem Moment wichtig und in Ordnung. Die größten biblischen Helden und Heldinnen kannten solche Momente.

Esther ging aus Sorge um ihr Volk sogar ungerufen zu König Ahasveros, weil sie für die Juden Gnade erbitten wollte, nachdem Haman seinen tödlichen Plan in die Tat umgesetzt hatte und begab sich dadurch in Todesgefahr, denn hätte der König ihr sein Zepter nicht entgegengestreckt, wäre dies ihr Ende gewesen. Gott streckt uns in Jesus
sein Zepter entgegen und wir haben dadurch das Vorrecht, unsere Anliegen direkt vor den himmlischen Thron zu bringen. Eine Hotline, die 24/7 geöffnet hat.

Wenn daher dieser Mann jetzt in Dein Leben gerufen wurde, dann darfst Du auch so kommen, wie Du bist. Vielleicht siehst Du etwas momentan nicht, was jedoch
aus Abstand ersichtlich ist. Die Co-Abhängigkeit zerbricht. Dein Mann und Du werdet jeweils auf Euch selber zurückgeworfen und das schmerzt jetzt und ist
ungewohnt. Aus meiner Sicht ist das jedoch sehr erfreulich und hoffnungsvoll. Jetzt kann jeder für sich ein Stück Weg alleine gehen, um Heilung und neue Kraft
zu erfahren, neue Hoffnung und Ziele zu finden. Für Dich bedeutet das, Deine wahre Identität als Frau wiederzufinden.

Ich möchte damit nicht sagen, dass ihr auf unbestimmte Zeit sexuell enthaltsam leben solltet, weil Gottes Wort dies auch nicht tut. Es ist vielmehr so, dass
der alte Ehebund durch Übertretung kaputt gegangen ist und ihr nochmal neu anfangen könnt, vorausgesetzt ihr bringt alles zu Jesus und lasst durch seine
Vergebung und Reinigung einen Neuanfang zu. Das heißt nicht, ab jetzt geht es ohne Fehler und Schwächen weiter, sondern ab jetzt beginnt ein Prozess,
der auf Ehrlichkeit und Authenzitität beruht und nicht mehr auf Fassade und Verstellung.

Momentan ist viel Wut in Dir, die dadurch entstanden ist, dass ihr beide Eure Identität nicht gelebt habt, weil das pathologische System Euch davon abgehalten hat.
Dein Mann würde sich so gar nicht trauen, etwas zu fragen oder zu bitten in sexueller Hinsicht, deshalb lässt er Dich in Ruhe. Und dann dauert es ein wenig und
schon nagt der Zweifel an Dir, kein Wunder dass er außerhalb etwas sucht, bei der Frau.

Ich habe eine Broschüre zum Thema Ehe von Paul Washer gelesen. Das ist nichts für schwache Nerven oder Menschen die faule Kompromisse lieben.
Doch er bringt etwas auf den Punkt. Die Art wie Du als Mann Deine Frau pflegst, bestimmt was Du vorfinden wirst, wenn du abends nach Hause kommst.

Das können wir Männer nicht aus uns heraus selbst tun. Wenn wir nett und hilfsbereit sein wollen, besonders zuvorkommend und freundlich, so sind
wir entweder berechnend oder reif für die Friend-Zone. Also zu verschlagen oder zu harmlos. Ich kenne einige "nette" Ehemänner, die im Grunde
gerne echte Helden wären, die jedoch zuhause eher als Kumpel nebenbei mit-laufen und wegen denen die Frau schon lange keine schlaflosen
Nächte mehr hatte. Und ich kenne Ehefrauen, die alleine in den Urlaub fahren, um nicht komplett in der Routine zu ersaufen, alles immer organisieren
zu müssen. Mama für Mann und Kind zu spielen. Das kann's doch nicht sein, oder?

Identität in Jesus, lautet die Lösung. Und schon denken wieder viele: Okay wir müssen jetzt Sandalen kaufen und predigen gehen. Alles was ein Männerherz
erfreut und Spaß macht, ist ab jetzt tabu. Nur noch beten und lieb sein. Unsinn!

Identität in Jesus bedeutet, dass der heilige Geist überall regiert. Das ist kein Raub, sondern ein Gewinn. Das bringt Deinen Mann dazu, eine echte
Schulter zum Anlehnen zu werden und es bringt Dich dazu, Frau zu sein.

Und es wird seine gesamte sexuelle Energie am Ende seiner Heilung auf Dich konzentrieren. Alles, was immer wieder in Seitenkanäle von Pornos oder
Prostitution geflossen ist, wird nicht mehr missbräuchlich verwendet, sondern nur noch für Dich das sein. Das bedeutet Heilung von Sexualität.
Das hat nichts mit "ab jetzt wird nur noch geschmust und in Rosenblättern gebadet" zu tun, wie so manches Kitschklischee das ideale christliche
Eheleben beschreibt. Es bedeutet Liebe und Leidenschaft in einer Stärke, wie sie zuvor noch nie erlebt wurde. Entfesselte Freiheit, auch im Sexuellen.

Davor war eine Gebundenheit, die sich als Freiheit tarnte und die abstoßend und zerstörerisch nur Schaden anrichtete.

Du hast ihm verboten Dich jemals wieder "Mama" zu nennen. Okay, kann ich komplett nachvollziehen. Obwohl Pfarrer Wilhelm Busch seine
Frau auch hin und wieder "Mutter" nannte. Doch er meinte damit nicht seine, sondern die Mutter seiner Kinder. Wenn ein Mann
die Mutter auf die eigene Ehefrau projeziert, um sich für erlittenes Unrecht in der Kindheit "lagale sexuelle Kompensationsfantasien" zu gönnen,
dann wird das Ganze früher oder später im Chaos und Verwirrspiel enden. Die Lösung liegt darin, den Zusammenhang zu erkennen und sich bewusst durch
Vergebung von dieser unsichtbaren Mutter-Bindung zu befreien, indem auf Rache und Projektion verzichtet wird.

LG BoH
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#7

Liebe Nomorelove,
ich habe gerade den ganzen Gesprächsverlauf gelesen und kann vieles so gut nachvollziehen. Die Wut, die Probleme die Sucht als Krankheit anzuerkennen, das Gefühl bei dem ganzen Getönse um die Sucht durch die Maschen des Netzes zu fallen...

Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, dass du dir und deinem Mann Zeit gibst. Heilung funktioniert nicht auf Knopfdruck und schon gar nicht nach Plan. Jeder Mensch ist anders, hat eine andere Geschichte.

Ich finde es wichtig, dass du dir selbst auch die Zeit gibst, die du brauchst. Vorallem sehe ich deinen Wunsch schnell "Wutfrei" zu werden kritisch. Die Wunden in dir wurden über Jahre geschlagen. Ich habe mal den Satz gehört, dass die Wiederherstellung der Ehe genauso lange dauert wie der Zeitraum des Betrugs. Nun würde ich das nicht am Kalender festmachen, aber es sagt doch, dass es ein langer Weg ist.
Ich glaube auch, dass du einen Ort brauchst, an dem du deine Wut und Verletzung kontroliert rauslassen kannst, sonst zerfrisst sie dich von innen. Solche Orte können ein verständnisvoller Seelsorger oder eine gute Freundin/Glaubensschwester sein. Wenn du keine Person hast kannnst du auch an einen einsamen Ort gehen und einfach mal mit voller Kraft schreien, oder mit einem Stock auf Steine, Bäume o. ä. einschlagen. Es ist echt erstaunlich, wieviel Anspannung sich dadurch löst. Mir selbst hat es geholfen all meine Wut und Enttäuschung Gott entgegenzuschreien (keine Angst, Gott hält das aus), danach bekam ich immer inneren Frieden und oft einen heilenden Blickwechsel geschenkt.

Bitte setze dich nicht unter Druck. Obwohl mein Mann nun seit einigen Jahren frei ist, gibt es immer noch Situationen in denen mir die Tränen kommen weil ich wieder an eine besonders erniedrigende Situation erinnert werde. Ich mache mir dann keinen Streß, sondern lasse die Tränen nach Möglichkeit fließen und erlebe danach Erleichterung, Wie wenn man einen Eiterpustel geöffnet hat. Besonders hilfreich aber auch tränenreich war es für mich meine Beziehungs- und Ehegeschichte aufzuschreiben.

Icih wünsche dir, dass du dein Tempo an der Hand Jesu gehen lernst und so immer heiler und freier (von Wut Anklage Sarkasmus....) werden darfst.

LG Anja

Du schreibst auch irgendwo, ob jemand weiß, was S-anon ist. Ist diese Frage noch aktuell? Wenn ja melde dich gerne auch PN. Ich hatte mal kurze Zeit Kontakt mit S-Anon.
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#8

Liebe Anja

vielen Dank für deine Reaktion.

Zuerst zum Thema Wut. Es gibt Wut UND Wut:
Wir sind jetzt drei Monate weiter seit dem 'Bekenntnis'. Zuerst hatte ich eine gesunde, berechtigte Wut. Ich würde es eine konstruktive Wut nennen, die mich befähigte, Grenzen zu setzen und Schritte zu unternehmen.
Danach kam die destruktive Wut. Eine bittere Wut, die mich zerfleischte, mich auffrass und die zerstörerisch sein wollte.  Mit so einer Wut kann man nicht leben. Sie schadet einem selber und der Umgebung. Ich bin dankbar dass ich nach dem Gebet meines Seelsorgers davon frei wurde.
Danach kam die tiefe Traurigkeit. Das war auch nicht toll. Aber da muss man wohl durch.
Und jetzt habe ich mich letzte Woche dabei ertappt dass ich am Singen war. Ich kann wieder singen!
Ehrlich, ich bin froh dass meine emotionellen Wogen sich langsam glätten. Um innere Heilung zu finden, brauche ich nicht unbedingt Monate lang tiefe Wut zu empfinden.

Dann zum Thema aussprechen:
Nein, bis auf dieses Forum hier habe ich niemanden, bei dem ich GANZ mein Herz ausschütten könnte. Ja, ich hab meinen Seelsorger, aber den will ich auch nicht ständig 'belästigen'. In Deutschland habt ihr viele christliche Therapeuten, hier gibt es das nicht. Ich habe nicht die Freiheit und sehe auch nicht den Sinn davon ein, mir einen weltlichen Therapeuten zu suchen. Es geht hier zu viel um einen geistlichen Kampf. Wie sollen diese Menschen mich verstehen?
Ich weiss von einer Frau, die ähnliches erlebt hatte vor Jahren und ich habe gebetet: "Herr wenn du findest dass ich mit dieser Frau reden muss, dann musst du sie mir über den Weg schicken; Dann weiss ich , dass es von DIR ist." Sie ist nicht erschienen bis jetzt. Und das Schöne ist, dass ich je länger je mehr nicht mehr den Eindruck habe, dass ich unbedingt so viel über das alles reden muss.
Es kommt mir ein wenig vor wie ein Glas Wasser,. Unten im Glas liegt der Dreck. Ich kann jetzt immer im Glas rühren und dann werde ich nie sauberes Wasser zum Trinken haben, sondern immer eine braune Brühe. Lass ich das Wasser stehen, kann sich der Dreck setzen und ich kann oben frisches Wasser trinken. Ja, der Vergleich hinkt, ich weiss.

Es liegt vielleicht auch an meinem Alter. Ich bin 60. Es ist vielleicht alles einfach nicht mehr so wichtig wie es vielleicht vor 15 Jahren war.

Was hilft mir nun wirklich?
Verschiedene Sachen.
Die Psalmen haben mir sehr geholfen in diesen Monaten.

Zum Anderen hilft es sehr, dass mein Mann nach 33 Jahren Ehe endlich bestimmte Aufgaben übernimmt, statt mich wie ein "Sklave" zu behandeln, und ALLES an mich abzuschieben, extrem ausgedrückt. Ich bin dadurch nicht mehr so gejagt, so gestresst und habe plötzlich viel mehr Zeit wie vorher.
Ich arbeite auch bewusst viel weniger und nehme mir so viel Zeit für mich, wie ich brauche.

Die Therapie meines Mannes hilft mir, denn er fängt an, mich als eine eigenständige Person zu sehen und nicht einfach nur als ein Stück Verlängerungskabel von sich selber.

Seit Kurzem besuche ich die Kunstakademie (bei euch vielleicht eher VHS). Es macht so unglaublich viel Spass. Unser Thema im Moment ist das Meer. Das Meer gestalten mit Papierstreifen, mit Holzkohle, mit Ecoline...ich würde am Liebsten den ganzen Tag nichts anderes tun Fröhlich

Ich halte weiterhin einen klaren Abstand zu meinem Mann. Das hilft sehr! Ich helfe ihm nicht mit seinen Problemen. Ich habe ihn 33 Jahre lang gestützt, beschützt, verteidigt, getragen...und es hat nichts gebracht. Er weiss, dass ich nicht sein Strohhalm sein kann. Wenn er sich jetzt wieder an mich klammert in seiner Not, werden wir beide ertrinken.  Nun muss er lernen auf eigenen Füssen zu stehen, mit Hilfe seiner Therapeuten und seiner Gesprächsgruppe. Ich weigere mich, sein Aufpasser und Kontrolleur zu sein. Das ist mir zu schwer und sowieso sinnlos. Ich will gar nicht wissen ob er fällt und wie oft er fällt usw. Das muss er mit seinen Therapeuten und seinem Seelsorger besprechen.
Er muss die Therapie auch nicht für mich machen, sondern in erster Linie für sich selber, sodass er sich und Anderen befreit ins Gesicht schauen kann.

So, das war ein update von mir.
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#9

PS: An diese und andere Verse von Psalm 25 habe ich mich geklammert. ich schrie innerlich nach Hilfe durch Menschen, aber dann erkannte ich, dass letztendlich nur Gott mich wirklich befreien kann von diesem Schmerz.

4Herr, zeige mir deine Wege
und lehre mich, auf deinen Pfaden zu gehen!
5Führe mich durch deine Treue und unterweise mich.
Denn du bist der Gott, der mir Rettung schafft.
Auf dich hoffe ich Tag für Tag.

15Meine Augen blicken ständig auf den Herrn,
denn er, er wird meine Füße aus dem Fangnetz ziehen.
16´Herr`, wende dich mir zu und sei mir gnädig,
denn ich bin einsam und vom Leid gebeugt.
17Sprenge du die Fesseln,
die mir das Herz zusammenschnüren,
lass mich frei werden von allem, was mir jetzt noch Angst macht.
18Achte auf mein Elend und auf meine Mühe
und vergib mir alle meine Sünden!
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#10

Guten Morgen NOMORELOVE,

es freut mich sehr zu lesen, dass ihr auf einem guten Weg seid und gemeinsam für das kämpft, was wirklich Wert besitzt: Die Liebe!
Ein abgenutztes Wort? Ein leerer Begriff?

NEIN.

Weißt Du, was mir gestern klar geworden ist? Diese ganzen improvisierten Versuche, eine Beziehung zu verwalten wie ein Gartenbeet
auf dem kalkuliert gepflanzt und geerntet wird, sind im Endeffekt auch nur flache Versuche, das Paradies zu imitieren. Denn:
Das einzige, über das der Mensch keine Macht hat, ist die Liebe und sie hat unmittelbar mit dem Herzen zu tun!

Ich kann heiraten, ein guter Ehemann sein, meinen Pflichten nachkommen und die Dinge tun, die funktionieren, damit die entsprechende
Frucht sichtbar wird und doch kann die Tiefe dabei fehlen, so dass alles irgendwie nach einer gewissen Zeit wie Theater wirkt.
So viel zum Thema, dass es auch ohne Gott und damit Jesus glückliche Ehen gibt. Ja, vielleicht sieht es so aus, auf den ersten Blick.

Ich kann auch Situationen schaffen, die erotisierend sind und mit vielen kleinen aufeinander abgestimmten Tricks, die Frau startklar
machen, damit sie genau das tut, was ich gerne möchte und mir dabei die Befriedigung hole, von der ich glaube, dass ich sie unbedingt
brauche. Aber ist das Liebe?

Die Liebe nach 1. Korinther 13, die nicht zuerst den eigenen Vorteil sucht?

Zitat:Das Hohelied der Liebe

Wenn ich in den Sprachen der Menschen und der Engel rede, aber keine Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz geworden oder eine schallende Zimbel. Und wenn ich Weissagung habe und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis weiß, und wenn ich allen Glauben habe, so dass ich Berge versetze, aber keine Liebe habe, so bin ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe zur Speisung der Armen austeile und wenn ich meinen Leib hingebe, damit ich Ruhm gewinne, aber keine Liebe habe, so nützt es mir nichts. Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig, sie neidet nicht, die Liebe tut nicht groß, sie bläht sich nicht auf, sie benimmt sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet Böses nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit; sondern sie freut sich mit der Wahrheit, sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. Die Liebe vergeht niemals; seien es aber Weissagungen, sie werden weggetan werden; seien es Sprachen, sie werden aufhören; sei es Erkenntnis, sie wird weggetan werden. Denn wir erkennen stückweise, und wir weissagen stückweise; wenn aber das Vollkommene kommt, wird das, was stückweise ist, weggetan werden. Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, urteilte wie ein Kind; als ich ein Mann wurde, tat ich weg, was kindlich war. Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels undeutlich, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, wie auch ich erkannt worden bin. Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die Größte aber von diesen ist die Liebe.

Paulus hat sie als das Bessere beschrieben.

Hl 4,9 Du hast mir das Herz geraubt, meine Schwester, meine Braut. Du hast mir das Herz geraubt mit einem einzigen Blick aus deinen Augen, mit einer einzigen Kette von deinem Halsschmuck.

Wenn Dir das als Mann einmal passiert (und mir ist es passiert), dann werden diese ganzen Dinge auf der Kalkül-Ebene so unwichtig,
so unsagbar nebensächlich, dass es nicht einmal mehr lohnt, darüber nachzudenken, wie und wann und wie oft ich vielleicht den nächsten Sex haben werde.

Oh Mann, es ist so unvorstellbar mehr, als diese billigen Versuche, Liebe zu imitieren, indem der Orgasmus als das Wundermittel gepriesen wird,
das alle eigenen, oder Probleme zwischen Mann und Frau beseitigt. Und wieder: Orgasmus lässt sich von Menschenhand machen, auch ohne Liebe, doch
die Liebe von der Paulus in 1. Kor. 13 spricht, dazu benötigt es ein erneuertes Herz, dazu muss der heilige Geist Wohnung bezogen haben.

Und ich freue mich heute darüber, dass ich diese Liebe tragen kann, diese Liebe der weiten Horizonte, in einer früher unvorstellbaren Länge und
Breite und Tiefe. Es ist gleichzeitig eine tiefe mythische Wahrheit dahinter, die mit echter Verwandlung zu tun hat. Und das wünsche ich Euch auch.

"Leg mich wie ein Siegel an dein Herz, wie ein Siegel an deinen Arm! Denn stark wie der Tod ist die Liebe, hart wie der Scheol die Leidenschaft. Ihre Gluten sind Feuergluten, eine Flamme Jahs. Mächtige Wasser sind nicht in der Lage, die Liebe auszulöschen, und Ströme schwemmen sie nicht fort. Wenn einer den ganzen Besitz seines Hauses für die Liebe geben wollte, man würde ihn nur verachten." Hl. 8,6-7

https://www.youtube.com/watch?v=w0BhBqu-...k&index=27

BoH
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