Mein Weg zur Freiheit
#1
Hallo,

ich stelle mich hier nur mit meinem gewählten Nick vor, ich bin Chain und habe mich hier angemeldet weil ich hoffe das eine Teilnahme hier in diesem Forum mir guttut und ein weiterer Schritt ist um wirklich frei von Pornografie zu leben.

Zu mir und meiner Geschichte. Ich bin 54 Jahre alt und schon seit 29 Jahren verheiratet. Ich habe 2 erwachsene Kinder und auch schon 2 Enkelkinder. Ich liebe meine Frau und meine Familie sehr.

Ich glaube seit meinem 20. Lebensjahr an Jesus Christus und lebe seit dem im Glauben an ihn.

Mit Pornografie kam ich das erste Mal in Kontakt als ich so ca. 13 – 15 Jahre alt war, so ganz genau kann ich das heute nicht mehr sagen. Jedenfalls habe ich damals bei meinem Vater diverse Hefte gefunden, angefangen von Magazinen mit leicht bekleideten Frauen bis hin zu richtigen Hartcore-Porno Heften.
Der Konsum von Pornografie hat sich dann durch mein ganzes Leben gezogen, in jungen Jahren eher so diverse Magazine in denen leicht bekleidete Frauen dargestellt werden, später im Internetzeitalter dann echte Pornografie in Form von Bilder und Filmen.
Vor ca. 10 Jahren war ich bei einer christlichen Veranstaltung und da hat der Redner gesagt: rein statistisch gesehen müssten hier unter den Zuhörern . . . (die genaue Zahl habe ich vergessen) Pornosüchtige sein. Das hat mich total getroffen und mich ins Nachdenken gebracht bis ich mir eingestanden habe das ich pornosüchtig bin.
Trotz dem Eingeständnis habe ich es nicht geschafft damit aufzuhören, vielleicht einmal ein paar Tage, aber nie dauerhaft. Immer wieder habe ich um Befreiung gebetet, begleitet von einem Schuldbewusstsein Gott und meiner Frau gegenüber.
Vor 2 Jahren während einem Lobpreisabend habe ich dann wieder gebetet und dann ganz stark den Zuspruch empfunden wirklich frei zu sein. Und, auf einmal hatte ich auch keine Probleme mehr damit auch frei von Pornografie zu leben. 4 Wochen später dann beim nächsten Lobpreisabend gab jemand ein Zeugnis bestätigte mir mein Empfinden und Erlebnis.
Danach lebte ich noch so ca. 4 Wochen diese neue Freiheit, also insgesamt 2 Monate. Dann auf einmal gab es einen Rückfall und ich war wieder für mehrere Wochen gefangen darin. In meiner Not habe ich mich endlich bei einem Bruder in der Gemeinde offenbart der bei uns im Männerseelsorgeteam mitarbeitet. Es gab einige gute Gespräche in denen ich alles offenbarte, er ist mir zu Seite gestellt und ich darf ihn zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen. Was mir nur fehlt ist, das er nicht wirklich ein Rechenschaftspartner ist, der mich einfach mal fragt wie es mir geht und wie ich damit klarkomme. Ich muss zu ihm kommen und in Zeiten eines Rückfalles drücke ich mich schon davor so das mir das nicht wirklich eine Hilfe ist.

Meine Frau weiß nur bedingt von meinem Problem, sie hat mich mal erwischt, allerdings "nur" mit ein paar eher harmlosen Bildern und nicht mit einem echten Hartcoreporno. Ihre Reaktion war auf einer Seite schlimm und sie hat mich gefragt was sie den falsch macht und was ich an ihr vermisse. Auf der anderen Seite aber sehr liebevoll indem sie mir ihre Liebe versichert hat. Ich habe ihr versprochen in die Seelsorge der Gemeinde zu gehen, was ich ja auch gemacht habe.
Leider gab es immer wieder Rückfälle die ich weder meinem Seelsorger noch meiner Frau gestanden habe.

Zurzeit bin ich frei und komme mehr oder weniger gut damit zurecht. Nur nachts liege ich manchmal wach und es kreisen die Gedanken um das Thema, das finde ich schon sehr schwierig. Da ich ja mich selbst kenne und die Erfahrungen gemacht habe wie schnell ich in einen Rückfall gerate habe ich Angst davor das es wieder passiert .

Ich bete um einen echten Rechenschaftspartner aus meiner Gemeinde, einen Bruder dem ich mich vorbehaltlos anvertrauen kann und der mich immer wieder fragt wie es mir geht und wie ich damit klarkomme.

Okay, soweit meine Geschichte in Kürze. Ich freue mich auf einen Austausch mich euch.
LG, Chain
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#2
Hallo liebe Mitstreiter

Mich hier anzumelden war sicherlich die richtige Entscheidung. Das hat gestern eine Menge losgelöst bei mir. Ich habe viel auf der Seite gelesen, Videos geschaut und mich auch beim Onlinekurs angemeldet und das erste Video geschaut. Das hat mir einerseits gutgetan, anderseits aber auch gezeigt das ich noch sehr weit am Anfang meines Weges stehe. Ich glaube zwar, und halte fest daran das Jesus mich wirklich freigemacht hat, aber das bedeutet nicht das ich ohne Rückfälle einfach mal eben so durchs Leben komme. Meine Verantwortung ist nun diese Freiheit auch zu leben. Außerdem sind da noch einige weitere Baustellen an denen ich zu arbeiten habe. Z.B. habe ich IHN um Heilung gebeten, für alles was bei mir, in meiner Ehe, bei meiner Ehefrau und vielleicht auch bei meinen Kindern durch den übermäßigen P.Konsum kaputtgegangen ist. Auch das all die Lügen aufgedeckt werden denen ich im Laufe der Zeit Glauben geschenkt habe. Ich merke das Jesus da an mir arbeitet und mir Heilung schenkt, aber auf eine ganz andere Art und Weise wie ich mir das vorgestellt habe. Am liebsten so über Nacht und am nächsten Morgen ist alles heil. Eine schöne Illusion der ich mich da hingegeben habe. Gestern habe ich auch mal im Bereich der Ehefrauen gelesen und war wirklich erschüttert über das Gefühlschaos in das wir Männer unsere Ehefrauen stürzen. Ich habe bei all dem was ich dort gelesen habe an meine Frau gedacht und musste wirklich weinen darüber was ich ihr angetan habe. Es war wirklich sehr schmerzhaft für mich, aber ich glaube das es der beginnende Heilungsprozess ist.

Eine weitere positive Erfahrung war heute Nacht. Gestern vor dem Einschlafen hatte ich noch eine recht intensive Gebetszeit in der ich unter anderem den Herrn bat über mich und meine Gedanken zu wachen. Irgendwann in der Nacht wachte ich auf mit einer Erektion und die Gedanken wollten beginnen zu kreisen. Da habe ich gebetet, Jesus gedankt für sein Werk in mir usw. und das hat die negativen Gedanken durchbrochen.

In den letzten Tagen habe ich viel über Kol. 3, 1-12 nachgedacht. Zu dem vielen was man über diese Stelle sagen kann ist mir eins sehr wichtig geworden. Im Grunde kennt die Bibel keinen Neutralzustand, so auch hier nicht. Es werden im Grunde immer 2 Bereiche aufgezählt, hier in Kol. 3, 1-12 Himmel oder Erde, der alte Mensch oder der neue Mensch, Werke des Fleisches oder Frucht des Geistes (Gal.5) usw. Das heißt für mich, es ist nicht damit getan das Schlechte in meinem Fall also die Pornografie zu lassen, sondern das Gute zu tun. Oder, um das noch kräftiger auszudrücken, mein Teil am Leben in Freiheit von Pornografie ist Leben in Gemeinschaft mit IHM. Ein Herrschaftswechsel muss stattfinden, ein neutrales Leben wird es nicht geben bzw. das wird mich wieder zurück in die Pornografiesucht führen.

So viel für heute. Am Nachmittag breche ich auf zu einer Tagung die das ganze Wochenende dauern wird. Ich melde mich also erst wieder am Montag.
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#3
Hallo Chain

Heart -lich willkommen im Forum.

Wenn ich deine Zeilen lese, bist du auf einem guten Weg. Es ist ein Weg, den du mit Gott zusammen gehen darfst und wie du schon geschrieben hast, werden dir auch "Baustellen" deines Lebens begegnen. Aber genau dort, will Gott mit dir hindurch und Heilung schenken.

Danke für deine Offenheit hier im Forum und ich freue mich, wieder von dir und deinem Weg zu lesen Fröhlich

LG, Barbara
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#4
Hallo Barbara, vielen Dank für deine ermutigenden Worte. Ja, Heilung ist wirklich das Thema für mich zurzeit, einfach weil ich in den letzten Jahren gelernt habe das ich es selbst nicht schaffe.

Die Tagung am WE war toll, es gab viel guten geistlichen Input, gute Gemeinschaft und Lobpreis, das konnte ich wirklich genießen. Thema Pornografie war kein Thema für mich, es war ja auch nicht möglich und es gab keine Versuchungen in diese Richtung. Was ich nur merke ist, das mein Umgang mit fremden Frauen einfach nicht frei bzw. nomal ist. Da ist also noch Potential zur Veränderung in meinem Leben.
Was aber wirklich toll war, schon auf der Fahrt nach Hause habe ich mich auf meine Frau gefreut, sie in den Arm zu nehmen, Zeit mir ihr zu verbringen. Ich erzähle das, weil das nicht immer so war. Ich kann mich erinnern an Zeiten wo es mich nach solchen Tagen an den Computer gezogen hat und ich meine Frau dann als Störfaktor gesehen habe.

Dann habe ich mich noch bei meinem Seelsorger gemeldet und um einen Termin gebeten.

Die ersten 4 Teile vom Onlinekurs habe ich geschaut. Ich finde es gut, obwohl für mich noch nicht wirklich Neues dabei war. Ich bleibe aber dran.
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#5
So, das was ich befürchtet habe ist eingetreten, ich bin krank, habe mir eine Erkältung eingefangen und gehe gleich zum Arzt.
Heute morgen schon habe ich gemerkt das viel freie Zeit für mich eine Versucheung darstellt wieder Pornogarfie zu schauen.
Ich denke ich muss mich vernünftig mit etwas sinnvollem beschäftigen damit diese Gedanken nicht zu massiv werden.
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