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Antworten

Nicht nur ein Männerproblem... - Mein Weg aus der Selbstbefriedigung und der Pornographie
#11

Darf ich mal fragen, warum das Thema Pornosucht, Selbstbefriedigung etc. ausschließlich auf der Basis des christlichen Glaubens behandelt wird ?
Bitte mich da jetzt nicht missverstehen, ich respektiere den Glauben und bin/war selber lange Zeit in einer christlichen Gemeinschaft dabei, bis ich von dort wegzog. Da ging es aber auch primär um Sport, nicht so sehr ums Beten. Aber christlich orientiert war es durchaus und wurde auch so gelebt.
Was mich interessiert: Es muss doch auch einen humanistisch-philosophischen Ansatz geben, der einen Zugand zu dem Thema ermöglicht, oder nicht ?

Ich finde, sonst werden zuviele Menschen, die diese Problematik haben, einfach ausgeschlossen.
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#12

Hallo,

wenn es um Methoden oder Herangehensweisen an diese Thematik geht, dann spielen sicherlich
die persönlichen Eigenschaften des Gegenübers eine Rolle, in welche Richtung das Ganze aufgelöst
wird. Anders gesagt: Ein Kind Gottes kann nicht so tun, als wäre es ein Kind von Welt. Das wäre ja
gekünstelt. Oder ein anderer Vergleich: Ein Reiseleiter, der den Weg zum Ziel kennt, darf sich auch
nicht dumm wie ein Laie stellen, nur weil einigen in der Reisegruppe der Pfad zu eng wird. Er wird natürlich
weiterhin den richtigen Weg gehen und weisen. Doch sofern es um Takt und Feingefühl geht,
habe ich Verständnis dafür, mit Nicht-Christen anders zu sprechen als mit Christen, d.h. nicht gleich
irgendwelche Bibelstellen auspacken, sondern zuerst einmal zuhören und überhaupt verstehen, worum
es geht. Nicht immer gibt es sofort die eine Lösung. Oft müssen Probleme auch eine Zeitlang mitgetragen werden.

Ich persönlich haben früher alles Mögliche an Ansätzen probiert, um ein guter Mensch zu sein. Nicht nur philosophische
oder humanistische, sondern auch u.a. esoterische und asketische. Was dabei am Ende herauskam, war pure
Verzweiflung. Überall dort, wo der Mensch selbst zur Brücke werden will, wird er am Ende in den Abgrund stürzen (Horie).

Doch lass Dich nicht davon abschrecken, sei einfach Du und schreibe was Dir auf dem Herzen liegt. Niemand zwingt
Dich hier zu irgendeinem Glauben zu wechseln. Ich lebe in einer persönlichen Beziehung zu meinem Herrn Jesus
und nicht in irgendeinem Glaubenssystem.

LG BoH
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#13

Ja gut, Ansätze in meinem Leben habe ich sicher auch schon einige gehabt. Mit Askese und Esoterik nicht wirklich.

Ich bin auf dieses Forum gekommen, weil mich letztes Jahr eine Frage umgetrieben hat, warum es überhaupt soviel frei zugängliche Pornographie gibt ? 

Mir reicht es nicht zu sagen, "ja, weil das Internet es ermöglicht und wir aufgrund dessen, dass wir auch einen Trieb haben, es einfach neugierig macht etc.". 
Mir kommt es auch unzureichend vor, damit zu argumentieren, dass es sich einfach kommerziell eben rentiert, so eine Seite ins Netz zu stellen, weil die Klickzahlen exorbitant sind  und dann eben mit der Werbung Geld verdient wird. 
Obwohl Porno mit am meisten im Netz gesucht und geschaut wird, redet eigentlich keiner darüber. Also wo findet die eigene Verarbeitung statt ? 

Ich selber bin 57 Jahre und habe Pornographie nicht als etwas sehr verwerfliches angesehen. Mir wurde nach dem Konsum schon bewusst, dass es ein emotionales Loch hinterlässt, aber ich habe es nicht intensiv betrieben und es gab auch immer lange Zeitabschnitte in denen ich mit P. nichts am Hut hatte. 

Nur durch die Beschäftigung mit o.g. Fragen und auch mit dem Lesen in diesem Forum wird mir langsam schon klar, dass mein Gefühlsleben mit einem Grauschleier durchzogen ist. Ich habe das Gefühl, dass sich im Laufe der Zeit diese Bilder dann eben doch ins Gefühlsleben einfressen, manipulieren, die höheren Gefühlssphären völlig platt machen und Einsamkeit produzieren, Rückzug und vielleicht auch Depressionen. Ich kann monatelang auf Pornographie verzichten, aber die Rückfälle kommen immer. Vorzugsweise dann, wenn ich eben wieder alleine bin. 
Ich habe eine Freundin mit Tochter (14 Jahre), mit der ich seit 4 Jahren zusammen lebe und mittlerweile auch einmal umgezogen bin. Es ist keine unproblematische Beziehung, aber ich bin andererseits auch sehr glücklich mit ihr. 

Ok, vielleicht lasse ich es erstmal dabei. 
Sofern jemanden was dazu einfällt, bin ich für jeden Beitrag sehr dankbar, wenn nicht, weil ich vielleicht nicht christlich genug bin, ist es auch in Ordnung.

ich habe jetzt das Thema einfach weiter geführt, sofern es ein neuer Thread werden sollte, kann ich den Text auch gerne noch umsetzen.
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#14

Hallo Gast,

Zitat:Ich habe das Gefühl, dass sich im Laufe der Zeit diese Bilder dann eben doch ins Gefühlsleben einfressen, manipulieren, die höheren Gefühlssphären völlig platt machen und Einsamkeit produzieren, Rückzug und vielleicht auch Depressionen.

Genau das ist es.

Ich habe das früher auch nicht so gesehen. Doch genau in diesen geistlichen Sphären spielen sich die wirklich wertvollen Dinge des Lebens ab.
Dort ist unser Herz. Das Zentrum unserer Persönlichkeit. Unsere Kreativität, unsere Beziehungsfähigkeit, die Fähigkeit Liebe zu geben und
zu empfinden und vieles mehr, findet in unserem Herzen statt. Wir sehen auch mit den Augen des Herzens die unsichtbaren Dinge. Wenn
unser Herz dunkel ist, dann ist alles dunkel.

Wenn Du in einer Beziehung mit eine Frau und deren 14-jähriger Tochter lebst, ist es umso wichtiger, selber festen Halt zu haben.
Allzuleicht kannst Du ansonsten zum Spielball Deiner Gefühle und Leidenschaften werden und die Orientierung verlieren. In solchen
Beziehungen kommt es u.U. zu x-emotional geladenen Situationen, je nach dem, welche Tages-Ereignisse gerade die Nerven strapazieren.

Wie sieht denn das Verhältnis vom Ex (also dem leiblichen Vater der Tochter) zu Deiner Freundin aus? Hält er den Kontakt zu seiner
Tochter in einer guten Art und Weise aufrecht? Oder gibt es Loyalitätskonflikte? Eine konfliktreiche Beziehung in einer neuen
Familienkonstellation kann sehr belastend sein und die Tendenz ggf. verstärken, sich Ersatztröster und Fluchtwege zu suchen.

LG BoH
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#15

Hallo,
prinzipiell bin ich da geneigt Dir Recht zu geben, das man in diesen geistigen Sphären andere Sensibilitäten hat, besser und "reiner" empfindet und mit diesem Herzen auch Dinge sieht, die sonst eher verborgen sind. 
Aber es gibt auch den Fall, dass man sich vieles davon einbildet, dieses geistige Empfinden als unbescholten und rein empfindet und man dann trotzdem ganz schön daneben liegen kann. 
Meine Freundin glaubt das von sich, dass sie diese geistigen Sphären ganz gut spüren kann. Sie ist sehr christlich, betet auch und hat auch Zugang zu ihren Gefühlen, aber wir können ja nie "wissen" welche Erfahrungen und Empfindungen, die uns im Laufe unseres Lebens widerfahren sind, uns zu unserem Herzen den Zugang ab und zu auch einfach mal verbauen, ohne das man es spürt.
Das gibt es auch. Keiner sollte behaupten, im Vollbesitz einer Wahrheit zu sein. So empfinde ich das. 

Aber um auf Deine letzte Frage zurück zu kommen. Die Konfliktsituationen, die innerhalb der Beziehung zu meiner Freundin und auch zu ihrer Tochter vorhanden sind, haben für mich nicht die Tendenz, dass ich mir vermehrt "Seelentröster" suche, sondern eher geneigt bin, darüber nachzudenken, um was es denn eigentlich wirklich geht ? Für mich sind viele Konflikte einfach vorgeschoben und die wirklichen Auslöser liegen ja häufig ganz woanders. Aber das kann ich natürlich nicht einfach "wissen", was einen da bewegt. Muss man vielleicht auch nicht jedes Mal.

Das Verhältnis vom Ex zu meiner Freundin ist völlig zerrüttet. Er hat sie damals während der Schwangerschaft für eine andere Beziehung verlassen. Das ist natürlich eine desaströse Erfahrung. Beide können zwar schon miteinander reden, aber das war es dann auch. 
Er hat mittlerweile zwei weitere Kinder, hatte davor schon eines aus einer vorigen Beziehung. Unterhalt hat er nie bezahlt, aber es gab einen Kontakt zur Tochter, einigermaßen regelmäßig. Ich habe ihn damals kennen gelernt und bin mit ihm gut an sich ganz gut zurecht gekommen. Er hat sich bemüht mit mir im Kontakt zu bleiben und ich hatte nichts dagegen.
Ich denke, ich habe mit solchen Situationen keine Probleme. Mir ist klar, dass ein Kind beide Elternteile benötigt und ich bin dafür, dass Kinder auch in schwierigen Konstellationen mit ihren Eltern Kontakt haben sollten, solange es vertretbar ist. 
Im Laufe der Zeit brach der Kontakt immer weiter ab. Die Gründe suchte meine Freundin in der Konstellation zur Familie des Ex. Seine Frau, die die Tochter der anderen nicht akzeptierte, der Vater der sich nicht wirklich kümmert, sondern eher plakativ seiner Verantwortung nachkommt. Ich konnte das im Detail nicht durchblicken, weil ich die Beteiligten zu wenig kannte und kenne.
Jedenfalls wollte die Tochter immer weniger zu ihrem Vater, was ich nicht für gut befand und befinde. Ich habe eher versucht darauf Einfluss zu nehmen, dass sie sich mit dem Vater treffen sollte, aber ich habe sie auch nicht dazu angehalten. Letztendlich muss sie das entscheiden und der Vater muss dann auch eine Situation schaffen, dass die Tochter ihn sehen will.

Wir sind jetzt umgezogen, ziemlich weit weg und ich bin der Einzige, der noch einen flüchtigen Kontakt zum Vater unterhält. Also, er ruft mich an um sich zu erkundigen wie es ihr geht.
Die Tochter redet mit mir auch nicht mehr, nachdem unser Kontakt schon nicht sehr ausgiebig war. Sie ist von Anfang an sehr eifersüchtig gewesen und hatte wohl auch dauernd Angst, ich würde ihre Mutter ihr wegnehmen. Ich habe versucht diesen Eindruck nicht aufkommen zu lassen, aber es hat wohl nicht viel geholfen. Eifersucht spielt in der Familie meiner Freundin eine große Rolle. Die Tochter ist sehr verunsichert, hat kaum soziale Bezüge, möchte aus Angst vor den anderen nicht zur Schule, hat keinerlei Hobbies und sitzt am liebsten den ganzen Tag in ihrem Zimmer. Und natürlich hängt sie unendlich an ihrer Mutter. 
Mir ist dieses Wesen der Tochter fremd, weil ich selber nicht so gewesen bin, oder wenn, dann nur marginal. Jeder Pubertierende hat Phasen, wo er sich am liebsten versteckt. Aber es gibt ja auch dieses explorative, neugierige, dass in Jugendlichen steckt. Davon ist nichts zu spüren zur Zeit. 
Natürlich möchte auch meine Freundin dieses Schweigen gegenüber mir beendet wissen, aber sie hält daran fest. Ich nehme das erstmal so an. Wenn sie nicht reden mag, dann soll es so sein. Einen wirklichen Grund gibt es dafür nicht, also für mich nicht erkennbar. Sie schiebt zwei Situationen vor, in denen ich sie grob behandelt habe. Aber ich hatte mich dafür bereits entschuldigt und wir hatten dann auch noch Kontakt zueinander. Ich halte das für vorgeschoben. 
Ich mache mir eher Sorgen darum, wie sie zu mehr Selbstvertrauen kommen könnte und sich nicht dauernd vor sich selber versteckt. Sie ist an sich nicht auf den Kopf gefallen, aber nachdem sie jeder Anforderung von außen versucht aus dem Weg zu gehen, merke ich schon, dass es ihrer Entwicklung nicht mehr zuträglich ist. Sie ist komplett unterfordert und so langsam macht sich das auch am Intellekt bemerkbar. 
Ich könnte ihr wohl gut helfen, ich habe im Umgang mit Jugendlichen 40 Jahre Erfahrung, aber ich bin für sie anstrengend.

Zum eigentlichen Thema des Forums ist da jetzt gar nichts dabei, pardon. Ich hätte da schon noch was dazu zu schreiben, aber ich denke, für heute reicht es erstmal....
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#16

Hallo Gast,

der Ex Deiner Freundin hat sie damals während der Schwangerschaft für eine andere Beziehung verlassen. Was macht das mit einer Frau?
Was macht das mit dem Kind in ihrem Bauch? Welche Gefühle, Stresshormone, Selbstablehnungstendenzen, Angst, Verzweiflung werden
hier möglicherweise frei? Ich stelle diese Frage, ohne fertige Antworten zu haben. Doch es könnte sein, dass bereits im Mutterleib durch
diese bittere Erfahrung das Kind etwas mitbekommen hat, was später nach der Geburt Auswirkungen hatte. Es gibt den noch relativ jungen Begriff des "Fetal-Programming" und nach und nach werden auch hier wissenschaftliche Erkenntnisse gesammelt.

https://www.dasgehirn.info/grundlagen/ki...die-kinder

Zitat:Die Tochter redet mit mir auch nicht mehr, nachdem unser Kontakt schon nicht sehr ausgiebig war. Sie ist von Anfang an sehr eifersüchtig gewesen und hatte wohl auch dauernd Angst, ich würde ihre Mutter ihr wegnehmen. Ich habe versucht diesen Eindruck nicht aufkommen zu lassen, aber es hat wohl nicht viel geholfen. Eifersucht spielt in der Familie meiner Freundin eine große Rolle. Die Tochter ist sehr verunsichert, hat kaum soziale Bezüge, möchte aus Angst vor den anderen nicht zur Schule, hat keinerlei Hobbies und sitzt am liebsten den ganzen Tag in ihrem Zimmer. Und natürlich hängt sie unendlich an ihrer Mutter.

Das Thema Verlustangst und Eifersucht ist immer wieder sehr präsent in solchen Familienkonstellationen, wo nach einer Phase der
alleinerziehenden Mutterschaft plötzlich ein neuer Mann erscheint und die minderjährige Tochter ihre Mutter nicht mehr für sich alleine hat.
Positiv sehe ich die Tatsache, dass Du Kontakt zum Vater hast und er sich für seine Tochter interessiert. Vielleicht wäre es gut, wenn
er in einem geeigneten Augenblick, ihr gegenüber einmal die Gründe offenlegt, weshalb er ihre Mutter verlassen hat. Ansonsten fühlt
sich Deine Stieftochter womöglich ein Leben lang unterschwellig daran mitschuldig ("er hat Mama verlassen, weil sie mit mir schwanger war") und empfindet sich als unerwünschter Ballast. Ein vorsichtiger doch gezielter Vorstoß in diese Richtung, könnte evtl. diesen Knoten auflösen helfen.

So wie es aussieht, haben beide Probleme, Deine Freundin und ihre Tochter. Und erschwerend kommt nun hinzu, dass Du den Vertrauensverlust, der durch diese Trennung vom Ex entstanden ist, mit tragen musst, zusätzlich zu dem, was Du ohnehin schon
trägst. Das ist manchmal nicht so klar und leicht zu entwirren, wie sich das in unterschiedlichen Situationen zeigt, doch irgendwo
hat diese Geschichte einen Knacks weg, der Heilung in mehreren Bereichen benötigt. Jetzt könnte natürlich die Frage kommen,
wie geht Heilung? Doch dazu möchte ich mich noch nicht äußern, es ist noch zu früh dafür. Die Dinge liegen noch nicht wirklich
alle offen auf dem Tisch.

Dein Hauptthema war die Frage: "Warum sind Pornos nicht so harmlos, dass sie als Freizeit-Zubehör sozusagen nebenbei
mitlaufen können". Ich hoffe, ich habe das richtig interpretiert aus Deinen bisherigen Mails.

Aus meiner Sicht wirken sich Pornos auf Bereiche des Gehirnes aus, die unmittelbare Programmierung nach dem Belohnungsprinzip
verursachen. Das Ganze geht parallel mit neurobiologischen Substanzen, die den Konsumenten konditionieren und in eine Art
Hypnose versetzen können. Es gibt dazu eine Studie von Dr. P. Carnes die aufzeigt, welche progressive Auswirkung regelmässiger
Pornokonsum hat.

Ein Beispiel: Herr A schaut sich einen P-Film an, in dem anfangs eine Radfahrerin in weißen Shorts um die Ecke biegt. Eine Handlung,
die jeden Tag im Sommer real überall vorkommen kann. Der Film geht dann zu härteren Szenen über. Nun hat das Gehirn von Herrn
A den ganzen Film gespeichert und wird dadurch konditioniert, d.h. es wird ein Pawlowscher Reflexmechanismus gebildet. Das geschieht
schon nach einmaligem Schauen dieses Films (MRT Studien beweisen diese These). Herr A kommt nun aus seinem dunklen Zimmer
hinaus in das wirkliche Leben und fährt mit seinem Auto zum Einkaufen. Vor dem Supermarkt biegt eine Radfahrerin in weißen Shorts
um die Ecke und das Gehirn von Herrn A wird augenblicklich aktiv und schüttet Substanzen aus, die Herrn A für Sex vorbereiten.
Obwohl diese Radfahrerin sich überhaupt nichts dabei denkt und schon gar nicht an Sex, ist Herr A völlig davon überzeugt, dass sie
sexuelle Absichten hat und deshalb weiße Shorts trägt. Möglicherweise kommt es bei fortgeschrittenen P-Konsumenten schon
hier zur sexuellen Belästigung, z.B. indem Herr A der Frau folgt, in der Hoffnung, die Handlung geht weiter. Er ist bereits in diesem
Stadium nicht mehr in Kontrolle, sondern wird von seiner Sucht gesteuert. Und selbst wenn er so tut, als ob er sie nicht bemerkt,
leidet er innerlich und ist unfrei. Es kommt dann zum Kampf zwischen dem Über-Ich und dem Es (säkular gesprochen).

Ich kann Dir daher nur raten, der Pornografie nicht einmal den kleinen Finger zu reichen. Auch und gerade wegen Deiner familiären
Situation, die eine hohe Verantwortung von Dir fordert. Als konditionierter P-Konsument kannst Du nicht Deiner Rolle als Mann und
väterlicher Freund gerecht werden und wirst früher oder später in irgendeiner Schlinge landen, die Dir zum Fallstrick werden wird.

Natürlich ist mein Beispiel konstruiert, nicht jedoch die Realität dahinter. Jede[r] ist zu allem fähig, wenn die Umstände es
erlauben. Diese Erkenntnis ist der Anfang vom Ende jeglicher Selbstgerechtigkeit und Selbsterlösungsidee.

LG BoH
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#17

Hallo,

ich wollte mich gerne melden, da mir deine Antworten recht gut geholfen haben. 
Ich war erstmal damit beschäftigt mich mit den Funktionswelten des Gehirns auf der von dir angegebenen HP einzulesen. Einiges fand ich sehr interessant, anderes erscheint mir zu theoretisch ohne entsprechende Belege. Es wird zurecht darauf hingewiesen, dass man sich schon davor hüten muss, eine Schwangerschaft zu pathologisieren.

Das Konsum von Pornographie das Gehirn mit Dopamin und anderen Glückshormonen überschwemmt und damit auch in Griff hält, lässt sich sicher gut nachvollziehen. Das ist ja nun bei Süchten generell der Fall. Ich wollte meine Frage übrigens nicht so verstanden wissen, warum P. im Leben nicht einfach mitlaufen kann. Mir ist schon klar, dass das nicht geht.
Ich fage mich vielmehr, warum P im Internet so frei zugänglich ist, nachdem es jahrzehntelang nur in einer besonderen Nische verfügbar war. Und warum wird darüber in der Gesellschaft so wenig diskutiert ? Für mich ist das kein Zufall.

Das von Dir zitierte Beispiel, das du ja auch selbst als konstruiert bezeichnest, zeichnet ein Bild als seien Menschen wie pawlowsche Hunde. 
Ganz so einfach gestrickt sind wir nicht. Die Verhaltensökonomie bietet da m.E. sehr viel weiterführende Erkenntnisse.

Es gibt eben keinen Beleg dafür, dass dadurch, dass der Konsum von P. steigt, Belästigungen vermehrt auftreten. Also das habe ich zumindest gelesen (ausführlicher Bericht im Spiegel). Aber vielleicht hast du bessere Quellen ? 
Das P. einen im Leben behindern kann, möchte ich damit wirklich nicht ausschließen. 

Selbstgerechtigkeit und die Selbsterlösung haben mich in den letzten Tagen sehr beschäftigt. Das hat mich ein ganzes Stück weiter gebracht.
Dafür möchte ich vor allen Dingen erstmal danken.

Ich bin jetzt wieder seit einer Woche allein und ich spüre keinen Bedarf. Beten hilft tatsächlich.
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#18

Hallo Gast,

danke für Deine Zeilen und auf folgende Mailabschnitte möchte ich kurz antworten:

Zitat:Ich frage mich vielmehr, warum P im Internet so frei zugänglich ist, nachdem es jahrzehntelang nur in einer besonderen Nische verfügbar war. Und warum wird darüber in der Gesellschaft so wenig diskutiert ? Für mich ist das kein Zufall.

Ich sehe das genauso. Es ist kein Zufall und hat sicherlich auch damit zu tun, dass bestimmte Kräfte versuchen, die Gesellschaft süchtig zu machen, damit sie geschwächt wird.
In der früheren Sowjetunion wurde das mit der Wodkaschwemme gemacht, weil der atheistische Kommunismus nur in einer Gesellschaft etablierbar ist, die auf individuelle Freiheit verzichtet. Ebenso verhält es sich mit dem Neo-Marxismus, der hauptsächlich heute von derselben Elite in unserer Gesellschaft forciert wird, die auch das traditionelle
Familienmodell (Vater, Mutter, Kind) und die Ehe zwischen Mann und Frau auflösen möchte. Auf einer höheren Ebene stecken dämonische Kräfte dahinter, die bereits
in 1. Tim. 4,1 prophetisch angekündigt sind.

Zitat:Das von Dir zitierte Beispiel, das du ja auch selbst als konstruiert bezeichnest, zeichnet ein Bild als seien Menschen wie pawlowsche Hunde.
Ganz so einfach gestrickt sind wir nicht. Die Verhaltensökonomie bietet da m.E. sehr viel weiterführende Erkenntnisse.

Das ist sicherlich richtig. Ich vereinfachte dieses Verhaltensmuster bewusst, um die Szene auf das Wesentliche zu konzentrieren und das hat mit "automatisiertem Verhalten"
zu tun, welches charakteristisch für P-Suchtpersonen in einem fortgeschrittenen Zustand ist. Charakteristisch ist hierbei die verdrehte Logik, der die Süchtigen folgen.

Zitat:Es gibt eben keinen Beleg dafür, dass dadurch, dass der Konsum von P. steigt, Belästigungen vermehrt auftreten. Also das habe ich zumindest gelesen (ausführlicher Bericht im Spiegel). Aber vielleicht hast du bessere Quellen ?
Das P. einen im Leben behindern kann, möchte ich damit wirklich nicht ausschließen.

Es gibt eine seriöse Studie von einem Dr. Carnes aus den USA, die hierzulande relativ unbekannt zu sein scheint (warum, wäre jetzt auch wieder die Frage).
Patrick Carnes hat aber hierzu wertvolle Marker erstellt.
Er hat die Pathologisierung von sexuellem Verhalten in 3 Stufen eingeteilt, anhand derer sich eine Progressivität feststellen lässt. Wenn das Ganze hierzulande
totgeschwiegen, verharmlost oder anderweitig über bestimmte Leitmedien angefochten wird, stelle ich mir immer zuerst die Frage: Cui bono? Wem nützt es zum Vorteil?


Stufe 1
Zwanghafte Selbstbefriedigung, etwa vier bis fünfmal täglich; dann ein exzessives
Beschäftigen mit Pornografie, wiederholte Affären oder Kontakte mit Prostituierten
oder auch sexuelle Forderungen an den Partner, ohne dessen Gefühle zu berücksichtigen.
Dieses Verhalten wird genährt durch eine unkontrollierte Phantasie, die immer
wieder von außen angeheizt wird. Zugrunde aber liegt zumeist ein Lusterlebnis, das
einer Exstase gleichkam und nun wieder und wieder in die Erinnerung zuurückgerufen
wird.

Stufe 2
Die sexuelle Phantasie wird immer wilder und ungezügelter. Hier begegnen wir dem
Voyeuristen, der seine Lust darin sucht, insgeheim dem Geschlechtsakt anderer
zuzuschauen. So kann sich einer stundenlang in einem Versteck aufhalten in der
Hoffnung mitzuerleben, wie der andere sich entblößt. Sodann ist hier der Exhibitionismus zu nennen und obszönes Benehmen, auch schamloses Telefonieren,
wodurch der Süchtige sexuell erregt wird. Auch wenn dergleichen Aktivitäten
rechtliche Folgen nach sich ziehen, sind doch die Betreffenden auf dieser Stufe
bereits so tief in ihrer Sucht gefangen, daß sie nicht mehr anders können. Etwas
zu riskieren steigert noch den sexuellen Reiz und läßt es desto begehrenswerter
erscheinen.
Und immer gibt es solche, die dieser Lust zum Opfer fallen. Aber noch meint der
Betreffende, nach außen hin seine Fassade aufrechterhalten zu können; denn
er weiß nicht, daß er bereits die Kontrolle darüber verloren hat.

Stufe 3
Progessives Verhalten, wie sexuelle Belästigung, Vergewaltigung, Inzest, das
strafrechtliche Konsequenzen nach sich zieht. Nach einer Untersuchung an
Sexualverbrechern dieser Art wurde festgestellt, dass bei einem Drittel sogar
eine Impotenz vorhanden war. Insgesamt deutet das Fazit dieser Studie
z.B. bei Vergewaltigern auf die Überkompensation eines Minderwertigkeitskomplexes,
d.h. es geht weniger um das Stillen sexuellen Hungers.

Zitat:Selbstgerechtigkeit und die Selbsterlösung haben mich in den letzten Tagen sehr beschäftigt. Das hat mich ein ganzes Stück weiter gebracht.
Dafür möchte ich vor allen Dingen erstmal danken.
Ich bin jetzt wieder seit einer Woche allein und ich spüre keinen Bedarf. Beten hilft tatsächlich.

Das freut mich ganz besonders zu hören, wie Du aktiv wirst und Veränderung zulässt. Beten hilft, denn unser Gott lebt und ist nicht ferne,
einem jeden von uns.

Quelle: "Gesichter der Sucht" ISBN: 3-417-11039-4 (Die Erlaubnis Buchauszüge zu veröffentlichen, wurde von den Autoren per Mail erteilt).
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