Selbstschutz und Selbstbehauptung

SELBSTSCHUTZ UND SELBSTBEHAUPTUNG

Die Schülerin/der Schüler kann:

  • Ein gesundes Empfinden für Grenzen und Grenzüberschreitungen entwickeln

  • Verstehen, dass sie/er wertvoll ist und ihre/seine „Schätze“ schützen soll

  • Wissen, dass es niemals in Ordnung ist, wenn Erwachsene sexuelle Handlungen an oder mit Kindern durchführen

  • Ihre/seine innere Alarmanlage wahrnehmen und entsprechend reagieren

  • Gefühle ernstnehmen und Stellung beziehen

  • Argumentieren und Widerstand leisten, sich nicht einschüchtern lassen

  • Wissen, wodurch sie/er selber einen Beitrag zu ihrem/seinem Schutz leisten kann

  • Körpersprache einsetzen und ein Bewusstsein für „Signale“ entwickeln

  • Klare Grenzen signalisieren und sich schützen oder, wenn dies nicht möglich ist, Schutz anfordern

  • Gratisnummern und Internetadressen von Schutzorganisationen kennen

GRUNDLAGEN ZUM THEMA „TOTAL WERTVOLL“ – SELBSTSCHUTZ UND SELBSTBEHAUPTUNG“

Wenn Sexualkunde präventiv wirken soll, muss sie den Fokus auf persönlichkeitsbildende Elemente legen. Ein wichtiger Ansatz ist, dass Kinder und Jugendliche zu ihrem eigenen Schutz lernen „Nein“ zu sagen. Nur dies allein greift jedoch zu kurz und verschiebt die Verantwortung. Zu erwarten, dass Kinder und Teenager sich gegen Druck oder auch Drohungen einer erwachsenen oder deutlich älteren (Bezugs-)Person wehren, ist eine Überforderung und verstärkt bei Betroffenen das Gefühl, „selber schuld“, „schmutzig“ oder „böse“ zu sein.

Es ist die Aufgabe der Erwachsenen, Kinder vor Missbrauch und Übergriffen zu schützen! So ist es sinnvoll, sich dafür zu engagieren, dass die juristischen Unterscheidungen zwischen Erwachsenen und Kindern eindeutig definiert bleiben. Dazu gehört etwa auch, dass Kinder im öffentlichen Raum und im Internet präventiv vor schamverletzenden, sexualisierenden oder pornografischen Inhalten geschützt werden.

In dieser Einheit können deshalb Themen behandelt werden wie:

sich selber wahrnehmen und wertschätzen

emotional und körperlich auf sich achten

Alarmsignale kennen: Was ist ein „Bauchgefühl“, wie hört man darauf, wie stärkt man sein Vertrauen in das eigene Bauchgefühl

der Unterschied zwischen „Petzen“ und „sich Hilfe holen“, denn manche „Geheimnisse“ müssen weitererzählt werden

wer sind die Vertrauenspersonen, an die ein Kind oder eine Jugendliche/ein Jugendlicher sich mit solchen Geheimnissen wenden kann (d. h. praktische Hinweise, Telefonnummern etc. sollten nicht vernachlässigt werden)

was passiert, wenn man peinliche oder schlimme Dinge erzählt

was zeichnet echte, was falsche Freunde aus

persönliche Grenzen wahrnehmen, signalisieren und respektieren

seine Meinung sagen und andere Meinungen respektieren

Gefahren: beim Chatten und in den sozialen Medien

Ganz bewusst wird in dieser Einheit mit Bildern gearbeitet werden, die die Schülerinnen und Schüler an Schlüsselgedanken erinnern sollen:

Körper und persönlicher Intimbereich werden als wertvolle „Schatzkiste“ dargestellt, die wir hüten und zu der nicht jeder einfach Zugriff hat und die wir verteidigen.

Alarmanlage als Bild für das innere Frühwarnsystem, das sich nicht überlisten lässt von Menschen, die sich unser Vertrauen erschleichen. Hier gehört auch der Hinweis hin, dass sich Missbrauch leider auch dort abspielen kann, wo wir sehr großes Vertrauen haben: in der Familie oder im Verein.

Puppe, aus der ein Schmetterling schlüpft als Bild dafür, dass die sexuelle Entwicklung Zeit braucht und nicht von außen gestört werden darf.

Verkehrssignale als Hinweis darauf, dass wir Signale aussenden, auf die andere reagieren.

Teilweise finden in dieser Einheit Wiederholungen des Lernstoffes vorausgehender Lektionen statt. Diese dienen der Vertiefung sowie der abschliessenden Zusammenfassung der neun Einheiten.

Schmetterling

IDEEN FÜR DIE UNTERRICHTSGESTALTUNG

Einstieg:
Total wertvoll – pass auf dich auf!
ARBEITSBLATT E 9-1
Die Lehrperson erklärt, dass jeder Mensch seine innere Schatzkiste hat und dass es unsere persönliche Aufgabe ist, auf diese Schatzkiste aufzupassen. Wir öffnen diese Kiste nicht für jede Person und schützen unsere Schätze vor unerwünschtem Zugriff.

Schmetterling, der aus Puppe schlüpft
Die sexuelle Entwicklung erfordert Zeit und Behutsamkeit und soll nicht gestört werden.

Die Alarmanlage:
Gefühle wahrnehmen – auf Gefühle achten
ARBEITSBLATT E 9-2
Mit Hilfe der Übung „rot, gelb oder grün“ gehen die Schülerinnen und Schüler ihren Gefühlen auf den Grund und beziehen aufgrund dieser Gefühle den anderen gegenüber Stellung und trainieren, dem Gegenüber die rote, gelbe oder grüne Karte zu zeigen.

Sich durchsetzen und gegen Widerstand behaupten
ARBEITSBLATT E 9-3
 Bonus
Mit Hilfe von kurzen Rollenspielen trainieren die Schülerinnen und Schüler, sich durchzusetzen und sich gegen Widerstand zu behaupten.

Übergriffe – was tun?
Die Schülerinnen und Schüler lernen, was sie tun können, wenn sie Übergriffe erleben oder beobachten.

Die richtigen Signale aussenden – Verantwortung übernehmen ARBEITSBLATT E 9-4 Bonus
Die Schülerinnen und Schüler machen sich Gedanken über die Signale, die sie – bewusst oder unbewusst – aussenden. Sie werden darauf sensibilisiert, auf die Übereinstimmung ihrer Signale mit dem, was sie tatsächlich wollen, zu achten.
Die Schülerinnen und Schüler werden sich bewusst, an welchen Stellen sie etwas für die eigene Sicherheit tun können.

  1. Stark und mutig in die Zukunft starten
    ZUSAMMENFASSUNG & FRAGEBOGEN E 9-5

    Beim Beantworten des abschließenden Fragebogens repetieren die Schülerinnen und Schüler die behandelten Themen und halten fest, was sie verstanden haben und was ihnen wichtig geworden ist.