Wie kommt ein 16-Jähriger mit Pornografie in Berührung?

„Es ist, als würde man sein eigenes Gehirn abschalten“ sagt Raphael. Der Teenager erzählt über das, was ihn die vergangenen zwei Jahre gefangen hat: Pornografie. Wie kommt ein 16-Jähriger mit Pornografie in Berührung? „Im Internet“, erzählt Raphael. „Ach, ich bin viel im Internet. Dann habe ich mal irgendeine Seite aufgerufen und dann war da ein Pop-Up-Fenster mit einer Werbung für eine eher harmlose Porno-Seite. Und in der Schule habe ich anderen zugehört, wie sie von härteren Seiten und Videos erzählt haben und da habe ich dann nachgeschaut.“

Dass zahlreiche Pornoseiten im Internet nur durch Bezahlung (mit Kreditkarte) zugänglich sind, ist nur ein kleiner Schutz. „Wenn man richtig sucht, findet man viele kostenlose Seiten“, so Raphael.  Von fünf Minuten bis zu einer Stunde täglich verbrachte er die letzten zwei Jahre auf jenen Seiten. Seine Eltern haben nichts bemerkt, denn der Trick von Raphael war: „Einen Internet-Browser benutzte ich für Email und Co, den anderen für Porno. Und da löschte ich immer im Verlauf, welche Seiten ich besuchte.“ Das Internet ist schnell verfügbar und die meisten Seiten sind kostenlos.

Vor ein paar Wochen kam Raphael an den Punkt, wo er wusste, dass es so nicht weitergehen kann. Nach zwei Jahren Porno redete er mit seinem besten Freund darüber, der das gleiche Problem hatte. „Es war so eine Erleichterung darüber zu reden, denn ich dachte früher, dass ich mit diesem Problem echt alleine bin. Wir haben uns gegenseitig versprochen, damit aufzuhören.“, sagt Raphael, „Es war wie eine Sucht“. Der Teenager sagt, dass er momentan auf „Entzugsphase“ ist, aber es „ohne Hilfe nicht schaffen kann, davon loszukommen.“ Raphael hat begonnen mit ausgewählten Freunden offen über sein Problem zu sprechen und hat gemerkt, dass viele Jungs das gleiche Problem haben. Er hat sich vorgenommen, andere zu ermutigen, das Problem anzusprechen und zu helfen.

Raphael

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