Einheit 2 – Beziehungen aufbauen und gestalten

BEZIEHUNGSKOMPETENZ

BEZIEHUNGSKOMPETENZ

Die Schülerin/der Schüler kann:

  • Sich mit der eigenen (familiären) Herkunft und Prägung auseinandersetzen

  • Verstehen, dass Familie für sein Leben wichtig ist

  • Verstehen und Formulieren, was Freundschaft bedeutet/beinhaltet

  • Konstruktive Ansätze zur Konfliktlösung in Freundschaften aufzählen

  • Eine Mitverantwortung für das Gelingen von Beziehungen übernehmen

Weil Sexualität Beziehungssache ist, kommt dem Stärken der Beziehungskompetenz in der Sexualaufklärung eine große Bedeutung zu. Es handelt sich dabei nach Joachim Bauer um ein Geflecht aus sechs verschiedenen Komponenten, die in Wechselwirkung bei jedem Kontakt zwischen Menschen in Gang gesetzt werden und darüber entscheiden, ob eine Beziehung als befriedigend und aufbauend erlebt wird:

Sehen und Gesehenwerden

Gemeinsame Aufmerksamkeit

Emotionale Resonanz

Gemeinsames Handeln

Grundsätzliche Kooperationsbereitschaft

Das Verstehen von Motiven und Absichten.

Ohne die Berücksichtigung der Beziehungskompetenz bleibt Sexualpädagogik im Anatomischen und in einer fast autistisch zu nennenden Lustbezogenheit stecken.

Sexualpädagogik hat die Aufgabe Sexualität eingebunden in vielfältige soziale Einflüsse wahrzunehmen. Sexualität ist nie nur Selbstbefriedigung oder bloß körperliche Aktivität von Sexualpartnern. Tatsächlich bringen wir immer unsere gesamte Geschichte und alle unsere sozialen Interaktionen auch in unsere sexuell konnotierten Beziehungen mit hinein. Deshalb sollte der Unterricht sich mit dem weiteren sozialen Umfeld von Jugendlichen beschäftigen – den Eltern, Verwandten, Lehrerinnen/Lehrer, Trainerinnen/Trainern und auch mit der Peergroup, die zwar einflussreich ist, aber nur einen Faktor unter vielen darstellt.

Wichtiges Hilfsmittel für ein besseres Verständnis des Einflusses der Familie und der Interaktion zwischen den Familienmitgliedern ist die Gordon-Familienkonferenz und das Zürcher Fit-Konzept nach Largo.

Sollte es Hinweise auf psychischen, körperlichen oder sexuellen Missbrauch in einer Familie geben, muss ein Schulpsychologe hinzugezogen werden.

FREUNDSCHAFTEN ALS „BEZIEHUNGSTRAINING“

Schülerinnen und Schüler erwerben auch in jeder guten „Nicht-Liebesbeziehung“ Kompetenzen, die einer späteren Liebesbeziehung zugutekommen. Kommunikation, Empathie, Konfliktfähigkeit und Verzeihen-Können werden hier trainiert und tragen dazu bei, dass Kinder zu beziehungsfähigen Erwachsenen heranreifen können. Am „Du“ reift immer auch das „Ich“.

FREUNDSCHAFTEN ALS PRÄGENDER FAKTOR

Die Schülerinnen und Schüler lernen das Prinzip von Ursache und Wirkung kennen und entwickeln ihre Selbstwirksamkeit in der Auseinandersetzung mit anderen.

Sie verstehen, dass sie durch Freundschaften beeinflusst werden und lernen, dass sie – zumindest ein Stück weit – selber entscheiden, von wem sie sich prägen lassen. Als Themen im Unterricht bieten sich etwa an: Was zeichnet einen guten/schlechten Freund aus; wie weit darf Freundschaft gehen; wie mit dem Verlust von Freunden umgehen, denn diese Fragen sind auch für Liebesbeziehungen von großer Relevanz.

Ideen

IDEEN FÜR DIE UNTERRICHTSGESTALTUNG

Einstieg

Die Schülerinnen und Schüler bringen je ein Familienfoto mit und stellen in der Runde kurz eine Besonderheit ihrer Familie vor (Hobby, Haustiere, Lieblings-Ferienort …).

Ausfüllen von ARBEITSBLATT E 2-

Unzertrennlich

Die Lehrperson legt Bilder bekannter Freundschafts-Geschichten aus (Tim und Struppi, Calvin und Hobbes, Kaminski-Kids, 3 Fragezeichen, Mannie und Sid …) und lässt die Schülerinnen und Schüler erzählen, was die jeweiligen Freundschaften besonders macht.

„Gute Freunde/schlechte Freunde“

Auf Flipchart sammeln, was gute von schlechten Freunden unterscheidet.

Das Freundschafts-Memory, SPIELERKLÄRUNG E 2-2

Je eine Schülerin oder ein Schüler deckt zwei Memory-Karten auf. Wenn die Antwort zur Frage passt, bekommt er/sie einen weiteren Versuch.

„Eine gute Freundin, eine guter Freund ist …“, ARBEITSBLATT E 2-3

Die Schülerinnen und Schüler machen sie darüber Gedanken, was es heißt, eine gute Freundin oder ein guter Freund zu sein und sammeln Zitate zum Thema Freundschaft.