In einem unserer vergangenen Beiträge haben wir uns an Eltern gewandt, die erfahren haben, dass ihre Kinder Pornografie konsumieren. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist es, altersentsprechend zu handeln. Daher werden wir im Folgenden auf kleinere Kinder (Volksschulalter, 5-12 Jahre) eingehen und in einem weiteren Beitrag auf Jugendliche.

Gemeinsame Problemlösung – Wie viel Information?

Um dein Kind in Zukunft besser schützen zu können, ist es notwendig, offen zu sprechen und heraus zu finden, was vorgefallen ist. Gleichzeitig ist es wichtig, keine unnötigen Details anzusprechen oder zu wiederholen, um dein Kind nicht erst recht neugierig zu machen. Schaffe ein offenes Diskussionsklima, lass dein Kind jederzeit zu dir kommen, beantworte Fragen ehrlich und kompakt.

Und frage nach, ob deine Antworten ausreichend waren. Versuche heraus zu finden, ob dein Kind es im Grunde für eine gute Idee hält, im Internet nach Pornos zu suchen. Würde es dies noch einmal machen? Hat es selber Ideen, wie man sich schützen könnte? Weise auf die Möglichkeiten von konkreten Regeln oder Kinderschutzsoftware hin.

Zeit für ein Aufklärungsgespräch – Gruppenzwang?

Es ist niemals zu früh, um über Respekt und Konsens in einer Beziehung zu sprechen. Ebenso gibt es kein „richtiges“ Alter, um über Sexualität zu sprechen. Dies sollte altersgerecht und an die Bedürfnisse des jeweiligen Kindes angepasst geschehen. Gespräche bezüglich Intimität, Grenzen und anderer persönlicher Werte sind wichtig und sollten im Zweifelsfall lieber zu früh als zu spät stattfinden.

Sprich auch das Thema Gruppenzwang an. Waren es Freunde, Mitschüler oder ältere Schüler, die dein Kind mit Pornos in Kontakt gebracht haben? Es ist wichtig, möglichst früh zu lernen, dass es wichtig ist, „Nein“ sagen zu können und – auch auf anderen Gebieten – nicht dem Gruppendruck zum Opfer zu fallen. Erkläre deinem Kind auch ausdrücklich, dass es nie eine gute Idee ist, pornografische Inhalte mit Freunden und Bekannten zu teilen.

Außenstehende Verantwortliche in die Pflicht nehmen

Ist dein Kind nicht zuhause, sondern in der Schule, bei Freunden oder bei einer Freizeitaktivität auf Pornografie gestoßen? Dann gib diese Information an die Verantwortlichen (Lehrer, Eltern, Trainer, etc.) weiter. Diese haben ein Recht darauf, zu erfahren, wer involviert ist und die Möglichkeit zu erhalten, entsprechend einzugreifen. Frage nach, wie sie mit der Information umgehen und welche Maßnahmen sie setzen werden. Gegebenenfalls ist es notwendig, dass die bisherigen Sicherheitsmaßnahmen sowie der freie Zugang zu Technologien vor Ort überdacht und neu geregelt werden.

Safersurfing ist der Kinder- und Jugendschutz ein besonderes Anliegen und wir möchten sowohl Eltern als auch Pädagogen in ihren Aufgaben unterstützen. Auf unserer Website findest du viele weitere Informationen zu diesem und ähnlichen Themen. Außerdem kannst du uns bei Fragen jederzeit kontaktieren. In einem weiteren Beitrag werden wir auf die Altersgruppe der 13-17-Jährigen eingehen.

 

Bildquelle: ©McKaela Lee on Unsplash

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