Australien sagt „Revenge Porn“ den Kampf an

Tuschelndes Paar hinter Mädchen mit Smartphone

Bild: SpeedKingz/Shutterstock.com

Über 20 % der 16- bis 49-jährigen Australier wurden bereits Opfer einer speziellen Form des Cybermobbings: Persönliches, einschlägiges Bildmaterial, das ohne Zustimmung im Internet veröffentlicht wird, um so Rache am Ex-Partner oder anderen zu nehmen (im Engl. „Revenge Porn“). Über 76% der Opfer unternahmen bisher aufgrund von Unwissenheit oder mangelnden Möglichkeiten nichts. Jetzt soll damit Schluss sein und die Täter auch strafrechtlich geahndet werden. Möglich machen kann dies ein neues Onlineportal.

Die 4,8 Millionen Dollar teure Software soll dabei helfen, bereits online gestelltes Material wieder zu entfernen, die Täter zu überführen sowie gerichtlich gegen diese vorzugehen.

Gesetze, die das Verbreiten sogenannter „Rache-Pornos“ verbieten, gibt es bereits. Das Veröffentlichen der Bilder ist in Großbritannien, Kanada, Neuseeland, Japan sowie in den meisten US-Bundesstaaten bereits verboten. Die kalifornische Regierung sowie einige NGOs bieten ähnliche Dienste an. Australien geht nun jedoch noch einen Schritt weiter. Mitch Fifield, der Minister für Kommunikation, dazu: „Die Regierung berät nun darüber, Zivilstrafen für bekanntgewordene Täter sowie Websites, die einschlägiges und nicht freigegebenes Bildmaterial verbreiten, einzuführen.“

Auch Facebook will härter gegen die Missbrauchsform vorgehen und nutzt bereits eine Bilderkennungssoftware, die verhindern soll, dass ohne Zustimmung hochgeladenes, intimes Material weiter geteilt werden kann. Die Maßnahme, die Nutzern ab sofort mehr Schutz bieten soll, wird bereits für Facebook, Messenger sowie Instagram angewandt, jedoch noch nicht für WhatsApp.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es nach wie vor kein spezifisches Strafgesetz gegen „Rache-Pornos“, es besteht lediglich die Möglichkeit, sich auf das Urheberrecht zu berufen, welches das Recht am eigenen Bild schützt und gegen dessen Verletzung strafrechtlich vorgegangen werden kann, ebenso wie gegen Verleumdung, Rufschädigung oder auch Ehrenbeleidigung. In allen drei Ländern besteht offensichtlich Handlungsbedarf.

Menschen – insbesondere junge Mädchen und Frauen – welche dieser immer weiter um sich greifenden Form des Missbrauchs zum Opfer fallen, leiden häufig noch Jahre später darunter. Laura Higgins, die Gründerin von „Revenge Porn Helpline UK“: „Unsere Klienten weisen häufig eine posttraumatische Belastungsstörung auf, ebenso wie Selbstmordgedanken, und sie laufen Gefahr, ihre Arbeit oder Familien zu verlieren.“

Neben dem „Revenge Porn“ gibt es weitere Herausforderungen, mit denen Kinder im Internet konfrontiert werden. Lies hier zum Beispiel einen Beitrag zum Thema Cybergrooming. Schau gerne auch in unserem Webshop vorbei.

 

Quellen:

http://www.bbc.com/news/business-41647513

http://www.bbc.com/news/technology-39502265