Familienausschuss bespricht Kinder- und Jugendschutz im Internet

2018-11-29T09:09:46+00:0020. November 2018|Aufklärung & Information, Kinder & Jugendschutz|

Am 14. November 2018 besprach der österreichische Familienausschuss die Risiken und Herausforderungen der Digitalisierung für Kinder und Jugendliche. Konkret ging es dabei um den Schutz vor Gewalt und Onlinepornografie sowie computerspielbezogene Süchte.

Chancen und Risiken der Digitalisierung

In einem Antrag von ÖVP und FPÖ verwiesen die Abgeordneten Norbert Sieber und Edith Mühlberghuber auf die Zentralität und Wichtigkeit von Medienkompetenz. Viele Kinder und Jugendliche verfügen heute schon in jungen Jahren über einen eigenen Internetzugang. Ob WhatsApp oder Onlinespiele – der Umgang mit der Welt des Internets ist für viele schon von klein auf Normalität. Dies bringe jedoch nicht nur Vorteile mit sich, so die Antragsteller:

„Die Digitalisierung ist eine Chance für junge Menschen. Doch jede Chance birgt auch Herausforderungen und Gefahren: Pornografie, Gewaltdarstellungen, Cyber-Grooming, Belästigung, Cyber-Mobbing sowie Kostenfalle Internet sind einige davon.“

Daher, so heißt es weiter, müssen junge Menschen im Umgang mit dem Internet und Medien unterstützt und gestärkt werden. Die Förderung von Medienkompetenz solle dabei immer auch eine kritische Reflexion und Aufklärung über Risiken beinhalten. Der ÖVP-Abgeordnete Norbert Sieber empfahl vor dem Familienausschuss zusätzlich eine Orientierung an best-practise Beispielen anderer Länder. Der Antrag von ÖVP und FPÖ wurde sowohl im Familienausschuss als auch später in der Nationalratssitzung vom 21.11.2018 angenommen.

Familienausschuss über Computerspiele und Suchtgefahr

In einem weiteren Antrag äußert sich die SPÖ-Abgeordnete Eva-Maria Holzleitner zur Suchtgefahr von Onlinespielen. Dabei verweist sie im Besonderen auf die Problematik der sogenannten „Lootboxen“. Es handelt sich hierbei um „Beutekisten“, die eine zufällige Auswahl an verschiedenen Gegenständen beinhalten. Oft können diese aber erst durch einen kostenpflichtigen virtuellen Schlüssel geöffnet werden. Holzleitner warnt:

„Diese Mischung aus Glückspiel und Gaming ist aufgrund des hohen Suchtpotenzials und der oft nicht genügend gekennzeichneten Kosten (Kostenfalle), besonders für Kinder und Jugendliche gefährlich, weshalb bereits in mehreren europäischen Ländern ein Verbot von Lootboxen im Raum steht.“

Safersurfing begrüßt, dass sich der Familienausschuss mit dem Kinder- und Jugendschutz im Internet auseinandersetzt. Wir freuen uns darüber, dass die Abgeordneten die Notwendigkeit sehen, diesbezügliche Maßnahmen zu ergreifen. Wir hoffen, dass die Überlegungen zum Thema Jugend und Medien, die auch schon im derzeitigen Regierungsprogramm enthalten sind, konsequent und wirkungsvoll umgesetzt werden.

 

Bildquelle: © Andi_Graf/pixabay

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