Mein Kind schaut Pornografie – was soll ich tun?

Mit dieser Frage kommen immer mehr Eltern zu den Experten von Safersurfing. Vorneweg: Du bist nicht alleine! Und: Es ist vielleicht auch nicht Deine „Schuld“. Durch die größer werdende Verfügbarkeit von Internet und die immer leistungsfähigeren Smartphones, Tablets und Laptops ist es für Kinder und Jugendliche überall möglich, Pornografie zu konsumieren. Dies gefährdet später den natürlichen Zugang von Kindern zur gesunden Sexualität und kann im schlimmsten Fall zu Abhängigkeit führen.

Der Psychologe Harri Wettstein warnt: „Je früher ein Junge mit dem Pornokonsum beginnt, desto intensiver wird er sich als Erwachsener dem Porno hingeben und, so ist hinzuzufügen, je größer das Risiko, eine Sexsucht zu entwickeln.“1

Umso besser also, wenn problematische Gewohnheiten eines Kindes schnell identifiziert und frühzeitig unterstützend eingegriffen werden kann. Folgende Hinweise können dir darin eine Stütze sein.

Mein Kind schaut Pornografie – das sind die Anzeichen von Suchtverhalten:

  • intensiver Zeitaufwand

  • andere, früher sehr wesentliche Dinge rücken stark in den Hintergrund

  • Sozialkontakte lassen nach

  • Investition finanzieller Ressourcen

Solltest du diese Anzeichen bei deinem Kind erkennen, dann suche das Gespräch mit ihm. Schildere ihm deine Beobachtungen. Achte darauf, nicht zu moralisieren. Zeige deinem Kind Verständnis und weise es ebenso darauf hin, warum es Pornografie besser meiden sollte. Frage dein Kind auch, ob es selbst Veränderungen in seinem Verhalten feststellen konnte. Es kann hilfreich sein, wenn das Kind sein Verhalten selbst reflektiert. Der erste Schritt aus einer Sucht ist die Erkenntnis, dass man süchtig ist, und der zweite Schritt ist, Hilfe von außen zu suchen. Besonders empfehlenswert ist die Installation einer Kinderschutzsoftware.

Auf unserer Website findest du weitere hilfreiche Infos. Überdies bieten wir einen Online-Kurse für Erwachsene an und vermitteln an Beratungsstellen. Wir haben auch einen speziellen Info-Kanal für Jugendliche.

 1 Quelle: Harri Wettstein: Sexualaufklärung und Herausforderung Pornographie Zur digitalen Wirklichkeit des Porno-Konsums bei Jugendlichen. (2017)

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