In einer kürzlich ausgestrahlten Sendung der Barbara Karlich Show spricht Christian Jungo über seine jahrelange Suche nach dem Kick in Pornografie, über ein Leben, das nicht seines war und darüber wie er es letztendlich geschafft hat, von der Abhängigkeit frei zu werden.

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Konsum & Kick – Ein Rückschlag folgt dem anderen

Christians Pornosucht nahm ihren Anfang, als er 14 Jahre alt war und ließ ihn für viele Jahre nicht mehr los. Erst waren es noch Magazine, später dann das Internet. Selbst als er seine Frau kennenlernte und später heiratete, schaffte er es nicht dauerhaft, von der Pornografie los zu kommen.

Ich spürte von Anfang an diese enorme Anziehungskraft. Jeder freie Nachmittag war ein Kampf: Soll ich? Soll ich nicht? Letztendlich endete es aber immer gleich. Mit dem eigenen Internetzugang entwickelte sich die Sucht dann erst so richtig.

Die Abhängigkeit bekam die Überhand in seinem Leben und von echter Freiheit oder einem normalen, unbeschwerten Alltag war nichts mehr zu spüren.

Ich wusste oft schon am Morgen, heute muss ich konsumieren. Ich wusste gar nicht genau, warum, ich spürte einfach diesen inneren Druck. Ich habe mich 100 mal gewehrt und bin 100 mal rückfällig geworden.

Doch es blieb nicht bei der Sucht nach Pornos. Die Folgen wurden immer weit greifender und waren auch im alltäglichen Leben deutlich spürbar. Nach außen hin war Christian weiterhin ein „ganz normaler Bürger dieser Welt“, doch was sich in seinem Kopf abspielte, war längst nicht mehr normal.

Ich konnte nicht mehr einfach durch die Stadt gehen. Meine Gedanken haben sich verselbstständigt. Ich habe Sexszenen mit irgendwelchen Frauen durchgespielt und gespürt: Ich verliere die Kontrolle.

„Das ist nicht mein Leben“

Als Christian seine Frau kennen lernt, weiß er, dass all das aufhören muß. Trotz anfänglicher kurzer Erfolge, folgte ein Rückschlag dem nächsten.

Ich habe es mit meiner Frau besprochen und sogar versucht, alles zu beschönigen. Schließlich bemühte ich mich ja. Aber ich merkte, wie verletzend das war und wie sehr es der Beziehung schadete. Ich wusste, sie sollte die einzige sein und dass ich ihr das schuldig war… Ich spürte weiterhin den Druck, ich brauchte den Kick. Aber ich wusste auch: Es muss etwas Besseres geben, das ist nicht mein Leben.

Erst als er erkannte, dass seine Pornoabhängigkeit nicht das wahre Problem, sondern nur ein Symptom davon war, gelang es Christian sein Leben zu ändern und wirklich frei zu werden. Auch Rückfälle blieben nicht aus, doch die Entscheidung für ein „suchtfreies Leben“ war stärker.

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Bildquelle: © Die Barbara Karlich Show / Christian Jungo

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