Was denkt ein Sexualpsychologe über Pornos?

2018-09-18T09:10:31+00:004. September 2018|Aufklärung & Information, Hilfe bei Abhängigkeit|

Ein Schweizer Magazin hat den Sexualpsychologen und –wissenschaftler Christoph Joseph Ahlers zum Thema Pornografie befragt. Wer sich heute kritisch zu Pornos äußert, gelte als „uncool“, so Ahlers. Er tut es trotzdem. Ein paar seiner Gedanken haben wir hier für dich zusammengefasst.

Sexualpsychologe: Von Pornos lernt man nichts

Der Meinung, dass Pornografie für jungen Menschen eine hilfreiche Möglichkeit bietet, sich über Sexualität zu informieren, steht Ahlers kritisch gegenüber. Pornografie gebe kein reales Bild von Sexualität wider, so der Sexualpsychologe. Hinzu komme die Problematik, dass gerade junge Menschen den Unterschied zwischen Realität und virtueller Darstellung häufig nicht verstehen und erkennen könnten.

Sexualität, so Ahlers, wird in der Pornografie nur unter dem Aspekt der „Orgasmusproduktion gezeigt“ und ist eine „fiktionale Übertreibung sexueller Stimulation“. Dadurch könne man nicht lernen, wie eine sexuelle Beziehung im realen Leben funktioniert. Zu glauben, Pornografie wäre eine gute Möglichkeit, um etwas über Sexualität zu lernen, vergleicht er wie folgt:

„Das wäre ein bisschen so, wie wenn jemand, der Paartanz lernen möchte, einen Film anschaut, in dem nur die Hände und die Füsse der Tanzenden zu sehen sind.“

Pornografiekonsum als Kompensationsmuster

Wenn Menschen zu ihm in die Therapie kommen, stellt Ahlers immer wieder fest, dass Pornografiekonsum oft etwas mit Fluchtverhalten zu tun hat. Viele Leute greifen zur Pornografie, um andere Probleme z.B. Versagensängste oder Leistungsdruck zu kompensieren, so der Sexualpsychologe. Er nennt dies ein „Auswandern […] aus der Beziehungssexualität in die sexuelle Selbstbestätigung“. Hier bekommt Pornografie also eine Art reparierende Funktion für ungelöste Probleme. Das jeweilige Problem bleibt dabei in der Realität aber ungelöst.

Auch Safersurfing findet, dass junge Menschen heute ganzheitlich über Sexualität aufgeklärt werden müssen. Pornografie kann hier nicht die Antwort sein. Wir haben ein umfassendes Arbeitsheft für den Sexualkundeunterricht an Schulen erstellt (Alter 10-13 Jahre). Damit möglichst viele LehrerInnen und PädagogInnen davon profitieren können, stellen wir es kostenfrei in unserem Shop zu Verfügung.

Bildquelle: ©Free-Photos/Pixabay

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