Weniger Sex aufgrund von Social Media und Pornos

2018-09-18T09:09:19+00:0013. September 2018|Aufklärung & Information, Kinder & Jugendschutz|

Laut einer neuen Studie haben Millennials deutlich weniger Sex als ihre Vorgänger der Generation X. Die britische Studie „Next Steps“ liefert die Zahlen dazu. Was auf den ersten Blick für viele positiv klingen mag, sollte jedoch bei genauerem Hinsehen Besorgnis erregen. Denn die Gründe dafür sind wahrlich keine guten.

Sex im Abwärtstrend

Die erwähnte Studie umfasst 16.000 junge Menschen mit den Geburtsjahren 1989 und 1990. Die folgenden Zahlen beziehen sich auf einen Befragungszeitraum aus dem Jahr 2016. Die Frage nach der sexuellen Aktivität ergab: In der Millennial-Generation ist jeder achte 26-Jährige noch Jungfrau. Dies ist ein deutlicher Unterschied zu den Angehörigen der Generation X (Geburtsjahre: 60er bis frühe 80er Jahre). Die San Diego State University veröffentliche im Jahr 2016 eine Studie, die diesbezüglich Auskunft gibt. Nur jeder Zwanzigste gibt an im Alter von 26 noch keinen Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Was ist aber der Grund für den rasanten Rückgang sexueller Beziehungen zwischen diesen beiden Generationen?

Die Psychotherapeutin Susanne Abs, Teil des Forschungsteams der Next Step Studie, erklärt sich die rückläufige Bewegung wie folgt: Social Media und Pornografie sorgen für einen enormen Erwartungsdruck und damit schlussendlich für weniger Sex. Das Internet konfrontiere die Jugendlichen mit perfekt inszenierten Traumkörpern. Dadurch wachse der Druck auf die junge Generation. Das Gefühl von Scham und die Angst nicht zu genügen, könne dann dazu führen, dass der Wunsch nach einer sexuellen Beziehung nachlässt.

Eine Umfrage der Royal Society for Public Health (RSPH) aus dem Jahr 2017 kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Hier wurden fast 1500 Jugendliche im Alter von 14 bis 24 Jahren dazu befragt, wie sie den Einfluss von Social Media auf ihr Leben wahrnehmen. Das Ergebnis zeigt: Social Media hat negative Auswirkungen auf das Körperbild der Jugendlichen. Die App Instagram schneidet diesbezüglich am schlechtesten ab.

Erwartungsdruck führt zu weniger Sex

„Millennials sind in einer Kultur von Hypersexualität großgezogen worden, die Angst vor Intimität erzeugt“, so die Psychotherapeutin. Pornografie ist ein Teil dieses Problems. Der Zugang zu pornografischen Angeboten ist heute einfacher und vielfältiger denn je. Die Art und Weise, wie Pornografie Körperbilder und sexuelles Verhalten vermittelt, sieht Abs kritisch. Traumproportionen und Dauerregung sorgen dafür, dass junge Menschen bezüglich ihres Körpers und ihrer eigenen sexuellen Leistungsfähigkeit verunsichert sind.

Die Tatsache, dass Millennials länger mit dem Sex warten als die Generation X, wäre ja an sich nichts Schlechtes. Dass es jedoch Pornografie und Social Media sind, die junge Menschen heute unter einen solch enormen Druck setzen, darf nicht ignoriert werden.

Wir als Verein Safersurfing nehmen die Herausforderungen der Digitalisierung in den Blick, insbesondere die Internetpornografie. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist uns dabei besonders wichtig. Hier findest du eine Reihe an interessanten und hilfreichen Artikel zum Thema Kinderschutz und Medien.

Bildquelle: © Erik_Lucatero/Pixabay

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