In Wien gibt es seit kurzem ein besonderes Angebot für den Bereich der Online-Sucht. Im Herbst vergangenen Jahres startete das Anton Proksch Institut (API) ein stationäres Therapieprogramm.

Stationäres Angebot in Wien

Die fortschreitende Digitalisierung hat viele neue Möglichkeiten und Chancen gebracht. Sie beschert dem Menschen jedoch auch neue Formen der Sucht. Darauf antwortet das Antwort Proksch Institut in Wien nun mit einem neuen Therapieangebot. Besonders daran ist: Patienten mit einer Online-Sucht können nun auch stationär aufgenommen werden.

„Man kann davon ausgehen, dass zwei Prozent der Gesamtbevölkerung und vier bis sechs Prozent der jungen Menschen von Online-Sucht betroffen sind“, so der API-Psychiater Roland Mader gegenüber der APA.

Schon seit mehreren Jahren behandelt das Anton Proksch Institut in Wien Menschen mit Online-Süchten. Dies geschah bislang jedoch nur ambulant. Das neue stationäre Therapieprogramm des Klinikums ist in Österreich das bislang einzige Angebot dieser Art. Im ersten Durchlauf befand sich unter den Patienten auch ein Online-Pornografie-Süchtiger, berichtete der Kurier.

Online-Sucht und Bedürfnisbefriedigung

„Virtuelle Lebenswelten stellen für die Menschen unterschiedliche Bedürfnisbefriedigungsmöglichkeiten dar. (…) Die eigene Identifikation und Steigerung des Selbstwertgefühls wird zunehmend online erlebt, was wiederum einen vermehrten Einstieg in die virtuellen Welten begünstigt.“

Auf diese Weise beschreibt der API-Psychiater Roland Mader die Dynamik der Online-Sucht in einem jüngst vom Anton Proksch Institut herausgegebenen Magazin. Ziel des Therapieangebots ist „das Wiedererlernen eines adäquaten, nicht-süchtigen Umgangs mit dem PC bzw. dem Internet als Medium bei gleichzeitiger Abstinenz für die gemeinsam mit Ihrer TherapeutIn als absolut bedenklich definierten Anwendungen (…).“ So ist es in den Regelungen des Therapieangebots in Wien festgehalten.

Safersurfing begrüßt die Entwicklung, dass Online-Süchtigen in Wien nun auch ein stationäres Therapieangebot ermöglicht wird. Als Verein beschäftigt uns die Suchtproblematik insbesondere bezüglich der Online-Pornografie. Wir wollen alle Betroffenen dazu ermutigen, sich Hilfe zu suchen. Niemand muss mit seinem Problem alleine bleiben, zahlreiche Selbsthilfegruppen stehen zur Verfügung. Wir würden uns freuen, wenn in Österreich noch weitere ähnliche Angebote entstehen.

In unserem Magazin findest du weitere spannende Informationen zu unserer Arbeit und unseren Themen.

 

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