Das Bundeskriminalamt und der Missbrauchsbeauftragte für Deutschland haben eine neue Kriminalstatistik veröffentlicht. Die Ergebnisse sind alarmierend: Während der Corona-Pandemie gab es einen drastischen Anstieg von Kinderpornografie, ebenso nahm wie die Verbreitung von kinderpornografischem Material durch Kinder und Jugendliche stark zu.

Anstieg von Kinderpornografie um 53 %

Aufgerund von Lockdowns, Distance Learning und weniger Freizeitaktivitäten, verbrachten Kinder überdurchschnittlich viel Zeit im Internet und waren so auch den Risiken des Netzes mehr ausgesetzt. Zugleich stieg auch die Nachfrage nach Pornografie sowie Kinderpornografie massiv an, da auch Täter mehr Zeit online verbrachten.

Im Vergleich zum Vorjahr (2019) sind die Fälle von sexuellen Missbrauchsabbildungen sprich Kinderpornografie um 53% angestiegen. Diese Fälle betreffen die Verbreitung, den Erwerb, Besitz sowie die Herstellung von kinderpornografischen Materials. Diese Entwicklung spiegelt nicht nur die Zahlen aus Deutschland wider: Auch international hat die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Netz stark zugenommen. Allein das amerikanische National Centre for Missing and Exploited Children, von dem die europäischen Ermittler die meisten Hinweise erhalten haben, verzeichnete einen Anstieg von Kinderpornografie von mehr als 400% bei bereits verdächtigen Fällen. Waren es 2019 noch ca. 1 Million Fälle, so lag die Zahl 2020 bereits bei über 4 Millionen Fällen. Ebenso verzeichnete Europol eine Zunahme von 30% beim Konsum von Kinderpornografie .

Hinter jedem Kinderporno ein Opfer

Hinter jedem Fall von Kinderpornografie steht immer auch ein Opfer, d.h. ein Kind. Dabei sind Mädchen um ein Vielfaches gefährdeter als Jungen. Mädchen machen etwa zwei Drittel der Opfer aus, Jungen ein Drittel. Besonders gefährdet sind unter anderem Kinder und Jugendliche mit Behinderungen. Der sexuelle Missbrauch wird in 80-90 % der Fälle durch Männer und männliche Jugendliche verübt und zu etwa 10-20 % durch Frauen und weibliche Jugendliche.

Die Zahlen der Statistiken sprechen für sich und dennoch geben sie nicht die ganze Realität wieder. Die Dunkelziffer wird um einiges höher geschätzt und die Kapazitäten der Ermittler sind beschränkt. Daher fordert der Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs eine eigene Kommission zur Bekämpfung sexueller Gewalt im Netz.

Die Problematik der Kinderpornografie sowie die Notwendigkeit des Kinder- und Jugendschutzes rückt immer mehr in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Safersurfing begrüßt diese Entwicklung. Wir möchten sowohl gesellschaftlich als auch politisch wirken und Eltern sowie Pädagogen in ihrer Arbeit unterstützen. Auf unserer Website findest du viel Infomaterial zu diesem und ähnlichen Themen

 

Bildquelle: ©Atoms on Unsplash

 

 

 

 

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