Sexuelle Belästigung im Internet bereits Normalität?

2018-12-06T13:53:18+00:006. Dezember 2018|Aufklärung & Information, Kinder & Jugendschutz|

Das österreichische Institut für Jugendkulturforschung hat in einer diesjährigen repräsentativen Studie 400 Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 18 Jahren zu den Themen sexuelle Belästigung und Gewalt im Internet befragt. Die Studie zeigt: Sexuelle Belästigungen und Grenzüberschreitungen im Internet werden von vielen Jugendlichen bereits als „normal“ bewertet.

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Mädchen häufiger betroffen

Gut ein Viertel der Jugendlichen gibt an, bereits Opfer von sexueller Belästigung im Internet geworden zu sein. Mit 40% sind die Mädchen deutlich häufiger betroffen als die Jungs (15%). Ein Fünftel der Befragten hat online schon einmal Nacktfotos erhalten, die sie nicht sehen wollten. Des Weiteren ist 10% der Befragten der erste Fall von sexueller Übergriffigkeit im Internet schon zwischen dem 8. und 11. Lebensjahr widerfahren. 14% der Befragten haben bereits Erfahrungen mit Cyber-Grooming gemacht. Auch hier sind Mädchen mehr als doppelt so oft betroffen wie Buben. Bei Jungen hingegen ist das Thema sexuelle Belästigung schambesetzter und stärker tabuisiert als bei Mädchen.

Sexuelle Belästigung wird verharmlost

Insgesamt zeigt sich in der Studie eine gewisse Normalisierungstendenz. Sexuelle Belästigung im Internet wird von vielen Jugendlichen als „normal“ angesehen. Das Internet wirkt auf sie als eine Art rechtsfreier Raum. Daher gehen sie vermehrt davon aus, dass sie gegen sexuelle Übergriffe im Netz nichts unternehmen können. Weniger als 20% der Befragten wenden sich in so einem Fall beispielsweise an ihre Eltern oder Erziehungsberechtigten. Des Weiteren zeigt sich die Tendenz zu einer Täter-Opfer-Umkehr. So gehen Jugendliche von einer eigenen Teilschuld aus (z.B. online veröffentlichte Bilder im Bikini), durch die in der Folge das übergriffige Verhalten anderer gerechtfertigt oder begünstigt wird.

56% der Studienteilnehmer wissen nicht, dass Cyber-Grooming in Österreich strafbar ist. Viele wurden nie über die Gefahren des Internets informiert (s. Grafik). Die befragten Kinder und Jugendlichen wünschen sich insgesamt mehr Aufklärung zu den in der Studie besprochenen Themen. Sie erachten es für sinnvoll, damit möglichst schon in jungen Jahren zu beginnen.

Mehr als 50% surfen ohne Einschränkungen

Die Studie ergab überdies, dass viele Kinder und Jugendliche das Internet völlig ohne Einschränkungen nutzen. Mit 70% verbringen die meisten von ihnen täglich mehrere Stunden online. Weniger als die Hälfte der Befragten werden in ihren Onlineaktivitäten von Eltern oder Erziehungsberechtigten auf irgendeine Art und Weise beschränkt oder in ihrer Internetnutzung kontrolliert.

Safersurfing hält den Kinder- und Jugendschutz im Internet für eine der zentralen Erziehungsaufgaben in der heutigen Zeit der Digitalisierung. Mit dem Schwerpunkt Online-Pornografie informieren wir daher auf unseren Elternabenden darüber, wie Kinder bezüglich des Internets bestmöglich begleitet und geschützt werden können. Zudem informieren wir dich in diesem Artikel über den Einfluss von Online-Pornografie auf Jugendliche.

 

Bildquelle: © JESHOOTScom/Pixabay

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