Cybergrooming passiere früher oder später fast jedem Kind, sagt der Kriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger von der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg. Eine Reihe von Aufklärungsvideos des TV-Senders ZDF in Kooperation mit dem Format „Frontal 21“ zum Thema Cybergrooming, will Kinder und Jugendliche davor schützen, den gefährlichen Anbahnungsversuchen im Internet zum Opfer zu fallen.

Einfallstor Social Media und Online-Spiele

Täter bedienen sich der Anonymität, welche Kinderchat und Spiele-App bieten, und nutzen gleichzeitig das gewonnene Vertrauen der meist minderjährigen Opfer bereitwillig aus. Selbst einfache Spiele-Apps sind häufig mit Chats versehen, die zwar Sicherheit versprechen, diese aber zu keiner Zeit gewährleisten können. Hinter harmlos klingenden Nicknames oder unauffälligen Profilbildern, verstecken sich immer häufiger Pädophile und Sexualstraftäter, die nach hergestelltem Erstkontakt im Internet, meist mehr wollen: Von Bildern über Kontaktdaten bis hin zu persönlichen Treffen. Ehe sie es bemerken, fallen Kinder dem Cybergrooming zum Opfer. Viel zu oft glauben sie, es gäbe an dieser Stelle kein Zurück. Zur Anzeige gebracht werden solche Fälle so gut wie nie. Der Schritt zum sexuellen Missbrauch ist damit häufig vorprogrammiert.

Prävention: Eltern als Internetexperten

Der Cyber-Kriminologe: „Das Internet wurde von Erwachsenen für Erwachsene geschaffen und wir werfen Kinder nun einfach dort hinein, ohne jede Sicherheitsmaßnahme.“ Da solche Sicherheitsvorkehrungen nie vollständig gegeben oder gewährleistet werden können, lautet das Stichwort: Prävention. „Eltern müssen die Experten in Sachen Internet sein. In Wahrheit sind derzeit jedoch Kinder die Ansprechpartner ihrer Eltern bei digitalen Themen und nicht umgekehrt. So kann man aber kaum Vertrauen aufbauen“, sagt Rüdiger.

Safersurfing teilt die Meinung, dass Prävention an erster Stelle stehen muss. Eltern sind die Hauptverantwortlichen für ihre Kinder, weder Schule noch Politik können ihnen diese Aufgabe abnehmen. Gleichzeitig sollten zukünftig Internetprovider vermehrt in die Pflicht genommen werden. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, Eltern dabei zu unterstützen, dass ihre Kinder, Cybergrooming und anderen realen Gefahren im Netz, nicht zum Opfer fallen. Noch mehr zum Thema findest du hier.

Die Videos sind bis zum 12.02.2020 auf der Homepage des ZDF verfügbar.

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