Im US-Bundesstaat Arizona wird derzeit darüber diskutiert, ob Pornografie bald offiziell als „Krise der öffentlichen Gesundheit“ bezeichnet werden soll. In einem Beschlussantrag von Anfang Februar vergleicht die amerikanische Politikerin Michelle Udall den Einfluss der Pornoindustrie mit den Auswirkungen der Tabakindustrie. Ob das Repräsentantenhaus von Arizona der Resolution zustimmt, bleibt noch abzuwarten.

Pornos unter Jugendlichen stark verbreitet

Der Einfluss, den Pornografie auf die Gesellschaft einnehme, sei nicht weiter einfach so hinzunehmen. So verlautbarte Michelle Udall in ihrer Rede vor dem Repräsentantenhaus am 7. Februar 2019. Laut Studien, so die Republikanerin weiter, würden 64% der jungen Menschen im Alter von 13 bis 24 Jahren wöchentlich oder sogar mehrmals pro Woche aktiv nach pornografischem Material suchen. Überdies gäbe es verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen, welche die Negativfolgen des Pornokonsums auf die Gehirnstruktur aufzeigen. Auch die sexuelle Aggressionsbereitschaft würde durch den Konsum von Pornografie verstärkt.

Pornografie und sexuelle Belästigung

Ein großes Problem sieht die Politikerin darin, dass Pornografie ein Bild der Frau als reines Sexobjekt vermittele. Darin, so nimmt sie an, läge das erhöhte Risiko für sexuelle Belästigung und Ausbeutung ebenso wie Menschenhandel. All diese Themen seien in Zeiten der #MeToo-Bewegung hoch aktuell. Darüber hinaus weist sie darauf hin, dass nach Untersuchungen, Jungen, die Pornos schauen, mit einer größeren Wahrscheinlichkeit auch Sexting betreiben. Eine Zusatzinformation, die gerade Eltern wachrütteln solle.

Politische Lage in Österreich

Wie das Repräsentantenhaus von Arizona über den vorgelegten Beschlussantrag in Arizona entscheidet, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar. Safersurfing begrüßt, dass sich die Politik mit den Fragen der Digitalisierung und des Kinder- und Jugendschutzes im Internet auseinandersetzt. Im vergangenen Jahr wurde das Thema auch in der österreichischen Politik aufgegriffen. Im vergangenen November wurde der Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet zunächst im Familienausschuss und in der Folge auch im Nationalrat diskutiert. Unter anderem nahm man hier auch die Option eines österreichweiten Pornofilters in den Blick. Ein Beschluss zum Schutz vor Pornografie und Gewalt im Internet wurde am 21. November von den Nationalratsabgeordneten mehrheitlich angenommen.

 

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