Im zweiten Teil ihrer Geschichte berichtet Mary von einer großen Wende und neuen Herausforderungen.
Erste Schritte
Wie ich im ersten Teil geschrieben hatte, hielt mich etwas zurück. An dem Abend, als mein Mann mir von seiner Sucht erzählte, begann ich mich intensiv mit diesem Thema zu beschäftigen. Ich verstand schließlich, dass es sich wirklich um eine Sucht handelte, und wollte Hilfe von einem Psychologen suchen. Meine beste Freundin empfahl mir jemanden, und wir gaben viel Geld für eine zweistündige Beratung aus, die leider nichts brachte.
Da wir in eine Gemeinde gingen, empfahl mein Mann mir, Hilfe bei unserem Pastor zu suchen. Als lösungsorientierte Frau wollte ich schnell eine Lösung finden, leider bin ich nicht sehr geduldig. Ich wollte schnell entscheiden, ob ich mit ihm weiterleben kann oder nicht. In meinem Kopf kreiste immer wieder der Gedanke, den Schmerz zu beenden, indem ich die Beziehung beende. Das war bisher meine Art, Dinge zu regeln. Aber mit Gott läuft es nicht so einfach. So begann meine Reise mit Gott.
Gott greift ein
Als wir beim Pastor waren und ein Gespräch führten, sah ich zum ersten Mal, wie viel Angst und wie viele Tränen mein Mann hatte. Er hatte Angst, er schämte sich, er hatte mich enttäuscht. Er beichtete, und ich musste draußen warten. Als der älteste Pastor vorbeikam und mich weinend sah, fragte er mich, was los sei. Ich weinte und erzählte ihm alles. Er sagte, dass alles gut werden würde, und umarmte mich.
Das war der erste Tag meiner Seelsorge beim Pastor, und mein Leben begann sich zu ändern. Bis heute begleitet und unterstützt er uns mit unserer Ehe.
Durch die Informationen auf der Website von LOVE IS MORE nahm mein Mann an dem ERF-Selbsthilfe-Onlinekurs ‚Raus aus der Pornofalle‘ teil und fand eine Selbsthilfegruppe für Männer. Über diese Seite habe ich auch die wunderbare Barbara von LOVE IS MORE kennengelernt. Sie war die erste Frau, die mich wirklich verstand, und sie beriet mich sehr gut. Ein paar Mal nahm ich an ihren Online-Treffen teil, was mich ermutigte, dass ich nicht allein war mit meiner Situation. Ich verbrachte morgens und abends Zeit mit Gott und nahm mir auch bewusst Zeit für mich selbst.
Durch diese Krise fand ich Gottes Nähe und Gott sprach durch Bücher zu mir. Ohne Gott hätte ich die Scheidung eingereicht. Er trug mich nicht nur, sondern brachte die richtigen Menschen in meine Situation und gab mir die passenden Predigten.
Ich führte viele Gespräche mit meinem Seelsorger, und jedes Mal war Gott präsent. Gott schenkte mir Heilung in verschiedenen Bereichen, in denen ich viele Wunden hatte. Einige Wunden heilt er noch immer. Mein Mann und ich beschlossen, zusammen zu kämpfen. Er ließ sich in Gesprächen begleiten und ich separat, um meine Wunden zu heilen. Ich musste lernen, geduldig mit mir selbst zu sein, meinen Stolz abzulegen und zu vergeben. Das war die schwierigste Aufgabe meines Lebens. Ich musste vergeben, um eine bessere Ehe von Gott zu bekommen. Rückblickend bin ich sehr dankbar, dass ich alles getan habe, was Gott von mir verlangt hat. Es war für mich sehr schwierig, einfach Gott zu vertrauen, und es ist immer noch ein Prozess für mich.
Ist jetzt alles gut?
Es sind nun etwa drei Jahre vergangen – eine Zeit voller Kämpfe, Herausforderungen und intensiver Auseinandersetzung mit Gott. Laut meinem Mann geschah nach seiner Buße ein Wunder: Er wurde befreit, wie er mir erzählte. Bis heute ist er überzeugt, dass Gott ihn von seinen Ketten gelöst hat. Es war für mich ein Wunder, während andere Frauen und Männer weiterhin kämpften in ihrer Ehe … Wir waren sehr glücklich, weil wir Gott im Mittelpunkt unseres Lebens hatten. Wir haben viel Heilung erfahren. Doch dann …
Neue Herausforderungen
Teil 3 des Zeugnisses gibt es in Kürze auf LOVE IS MORE
LOVE IS MORE möchte Menschen helfen, die unter einer Pornografieabhängigkeit leiden. Auf unserer Website findest du kostenlose Onlinekurse für Betroffene und Angebote für Angehörige sowie Links zu Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen.
Bildquelle: ©thomashendele auf pixabay
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