Marys Geschichte erzählt von ihrem starken Weg zu Vergebung und Vertrauen.
Wie tief ist meine Beziehung zu Gott?
Mein Name ist Mary, ich komme aus einer christlichen Familie und hatte schon seit meiner Kindheit eine Beziehung zu Gott. Er war für mich immer da, aber auch manchmal schwer zu greifen. Meine Familie ging nicht regelmäßig in die Kirche, bis ich 35 Jahre alt war. Dann begann ich, mein Leben Schritt für Schritt näher mit Gott zu leben. Ich lernte eine Gemeinde kennen und ließ mich taufen. Dennoch war meine Beziehung zu Gott oberflächlich, weil ich vieles nicht verstanden hatte.
Ein Traumstart in die Ehe – mit Hindernissen
Ich lernte durch Zufall einen gläubigen Mann kennen, und alles schien wie ein Traum zu verlaufen, wenn man es oberflächlich betrachtete. Er machte mir einen Heiratsantrag in Kuba, wir kauften ein schönes Haus, fanden eine tolle Gemeinde in der Nähe. Meine Eltern waren überglücklich, dass ich einen gläubigen Mann geheiratet hatte. Für mich war mein Mann ein ganz besonderer Mensch, und ich stellte ihn in dieser Zeit auf ein Podest. Doch obwohl er mein „Traummann“ war, wusste ich tief in mir, dass irgendetwas nicht stimmte. Dieses Gefühl hatte ich bereits beim Kennenlernen, und es blieb auch während unserer Ehe bestehen. Da ich grundsätzlich nicht so leicht Vertrauen zu anderen habe, wollte ich aber bewusst kein Kontrollfreak sein, sondern meinem Mann vertrauen.
Wir hatten auch kleine Streitereien, und manchmal dachte ich, er würde mich nicht genug lieben, da er nicht oft meine Nähe suchte. Es gab Zeiten, in denen unsere Beziehung nicht so gut lief, aber das war nicht häufig.
Da mein Mann und ich bei unserer Hochzeit über 37 Jahre alt waren, wollten wir unseren Kinderwunsch mit künstlicher Befruchtung umsetzen. Auch dabei war mein Mann sehr achtsam und unterstützte mich sehr liebevoll. Während des dritten und letzten Versuchs der künstlichen Befruchtung suchte ich aus irgendeinem Grund etwas auf seinem Notebook und stieß auf ältere Nachrichten in seinem iMessage-Chatverlauf. Ich gab meiner Neugier nach und wollte wissen, was er da vor unserer gemeinsamen Zeit geschrieben hatte. Unsere Passwörter hielten wir nicht geheim, so ging ich immer davon aus, dass es nichts zu verbergen gibt.
Von einer Sekunde auf die andere: unter Schock
Und so begann alles. Von einer Sekunde auf die andere las ich die Nachrichten und war entsetzt. Zuerst dachte ich, es seien anzügliche Nachrichten aus der Zeit vor unserer Beziehung, weil ich meinem Mann sehr vertraute. Doch als ich weiterlas, bemerkte ich, dass diese Nachrichten aus der Zeit nach unserer Verlobung stammten. Mein Herz war gebrochen. Die Nachrichten offenbarten, dass er eine Doppelleben führte. Innerlich schrie ich, aber ich wollte jetzt die Wahrheit herausfinden, deshalb brauchte ich erst Zeit für mich, um alles zu sortieren, und schwieg.
Als IT-Angestellte wusste ich genau, wie man alles überprüft, und ich tat es. Da ich keine Schauspielerin bin und ziemlich direkt, konnte ich nicht länger als zwei Tage Ahnungslosigkeit vortäuschen. Während ich in der Arbeit war, sah ich, dass er die ganze Zeit auf seinem PC online war. Da wusste ich, dass etwas nicht stimmte. Schließlich stellte ich ihm unter Tränen die entscheidende Frage, warum er mir das antut und mich anlügt.
Er hatte Angst, und seine Stimme änderte sich. Er erzählte mir schließlich, dass er Pornografie schaut, und auch während unserer Ehe nicht damit aufgehört hat. Doch er sagte nicht die ganze Wahrheit, denn ich hatte die Dinge, die ich auf seinem Computer gesehen hatte, noch im Kopf.
Am Abend kam er zu mir ins Schlafzimmer, da er im Gästezimmer geschlafen hatte, und gestand mir alles. Er erzählte, dass er während unserer Ehe mit vielen Frauen geschrieben, perverse Chats geführt und Bilder ausgetauscht hatte. Dabei gestand er, wie sehr er sich dafür schämt. Er weinte und entschuldigte sich. Seine Angst war für mich deutlich sichtbar und spürbar.
In diesem Moment erkannte ich, dass meine Ehe nur noch auf Lügen basierte. Ich war so erschüttert, dass ich nicht mehr arbeiten konnte. Morgens griff ich zum Alkohol, um den Schmerz zu betäuben, und weinte viel. Immer wieder fragte ich mich: Warum ich? Was habe ich getan, um eine Ehe voller Lügen zu verdienen?
Ich hatte keinerlei Wissen über Sucht, insbesondere Pornografiesucht. Für mich war Pornografie etwas Normales, da meine Freunde sie konsumierten und ich selbst gelegentlich welche angesehen hatte. Von dieser Art von Sucht wusste ich nichts. Meine beste Freundin, die mich sehr gut kannte, rief mich jeden Tag an und sagte mir, ich solle keine schnelle Entscheidung treffen. Sie wusste genau, wie ich bin. Bis zum 35. Lebensjahr hatte ich niemanden so nah an mich herangelassen. Wenn mich jemand angelogen oder enttäuscht hatte, brach ich den Kontakt knallhart ab. Das waren meine Prinzipien: Wer mich anlügt oder enttäuscht, den brauche ich nicht. Vom Charakter her würde ich mich als sehr selbstbewusste, eigenständige, stolze und mutige Frau beschreiben. Deshalb fiel es mir normalerweise leicht, eine Entscheidung zu treffen, besonders nach so einer Lüge und Enttäuschung. Aber diesmal hielt mich etwas zurück, und im Nachhinein kann ich bestätigen, dass es Gott war, der mir in dieser schwierigen Zeit Kraft, Geduld und Demut gegeben hat.
Marys Geschichte geht weiter
Teil 2 des Zeugnisses gibt es in Kürze auf LOVE IS MORE
LOVE IS MORE möchte Menschen helfen, die unter einer Pornografieabhängigkeit leiden. Auf unserer Website findest du kostenlose Onlinekurse für Betroffene und Angebote für Angehörige sowie Links zu Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen.
Bildquelle: ©HuyNgan auf pixabay
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