Marys Geschichte ist noch nicht zu Ende, doch sie ist entschlossen, ihre Sicherheit bei Gott zu suchen.

Wenn die Sicherheit plötzlich weg ist! Gott arbeitet immer noch an mir …

Es begann wieder mit Lügen. Vor zwei Wochen wurde dies während einer Seelsorge-Einheit offensichtlich, die wir vor einem Jahr initiiert hatten, um gemeinsam Ehepaare zu unterstützen. In dieser Einheit hat Gott mir erneut die Augen geöffnet und mich auf die Taten meines Mannes hingewiesen. Vor 9 Monaten hatte er wieder mit der Pornografie angefangen. Er behauptet zwar, dass er zwei Jahre frei war, doch durch Bilder im Internet –bei LinkedIn – sei er schwach geworden. Wieder einmal versuchte er, es allein zu bewältigen und erzählte mir nichts davon. Seit letztem Jahr nimmt er auch an einer Selbsthilfegruppe in unserer Gemeinde teil.

Rückblickend war ich diejenige, die ihn stark dazu gedrängt hat, Maßnahmen zu ergreifen. Denn ich lebte diese drei Jahre in ständiger Angst. Zu Beginn konnte ich ihn nicht einmal allein lassen, aus Angst, dass alles von vorne beginnen würde. Ich wollte Kontrolle ausüben und alles steuern – doch das tat mir selbst nicht gut. Trotzdem fühlte es sich in dem Moment richtig an, denn ich glaubte, dass er durch Gottes Führung und meine Unterstützung dauerhaft frei werden könnte. Gemeinsam hoffte ich, dass wir andere Paare mit Seelsorge-Werkzeugen segnen könnten.

Nun stehe ich erneut an einem Punkt der Enttäuschung und des zerbrochenen Vertrauens. Besonders verletzt mich, dass mein Mann Gottes Namen in den Schmutz zieht. Wie soll ich jemandem vertrauen, der in solch einer Weise mit Lügen lebt – gegenüber Gott und mir? Ein innerer Kampf beginnt erneut …

Wie soll es nun weitergehen?

Vergeben – ja, diese liebevolle Art hat mich Gott in den letzten drei Jahren gelehrt. Ich bin bereit, meinem Mann zu vergeben. Doch wie kann Vertrauen wieder aufgebaut werden, wenn Gott unser Grundstein ist und dennoch so viele Lügen von meinem Mann kommen? Diese Fragen kommen und gehen. Dennoch höre ich weiterhin Gottes Stimme: „Sei gnädig. Vergib ihm. Behandle ihn liebevoll und respektvoll. Du hast Kontrolle ausgeübt und mir nicht vertraut. Vertraue auf mich.“

Ein Jahr lang habe ich mich mit Seelsorge, Eigenreflexion und Gottes Führung gestärkt. Auch wenn ich mich manchmal verloren fühle, gibt mir Gott die Kraft, aufzustehen und mein Ziel, andere Frauen zu ermutigen, nicht aufzugeben. Diese Stärke hilft mir, weiterzukämpfen – mit Gott an meiner Seite.

Egal, was noch geschehen mag – ich weiß, dass Gott unsere Ehe und uns in seinen Händen hält. Ich glaube fest daran, dass er mich liebt und niemals über meine Grenzen hinausgehen wird. Und ich sehe, wie er Stück für Stück mein Herz verändert, weil ich Jesus liebe. Meine Hingabe zu Gott ist so groß, dass ich bereit bin, mein Leben und meine Ehe beiseitezulegen, um gehorsam zu sein. Denn unser lieber Jesus hat dieses Leid für uns in einer Welt voller Sünden getragen. Mein Ziel ist es, ihm ähnlicher zu werden.

Gott ist meine Sicherheit

Freunde, die mich kennen, können kaum glauben, wie sehr ich mich durch Jesus verändert habe. Ich bin immer noch ein Mensch mit einem starken Charakter und weiß genau, dass ich auch allein glücklich sein kann. Mein Mann und ich haben keine Kinder, doch durch Gottes Segen stehe ich beruflich und finanziell auf sicheren Beinen. Ich habe keine Angst davor, neu anzufangen, denn ich war lange Zeit Single und weiß, dass Gott mich leitet. Dennoch trage ich viele Wunden in mir, die noch geheilt werden müssen. Deshalb vertraue ich ganz darauf, dass Gott mich so verändert, wie er es für richtig hält.

Ich glaube daran, dass Gott unser Herz und unsere Wunden heilen kann. Denn er hat es bereits bei mir getan. Ich bin überzeugt, dass wir Frauen Gott an die erste Stelle setzen sollten – auch wenn unsere Gefühle uns manchmal etwas anderes einflüstern. Nur durch Gott finden wir die Liebe, die wir wirklich brauchen, eine Liebe, die unveränderlich und beständig ist. Gott bleibt derselbe – damals und heute. Er liebt uns so sehr, dass er uns transformieren möchte, damit wir an seiner Seite wachsen und stark werden.

Die Angst war eine Lüge. Heute stehe ich selbstbewusst hier, bereit, meine Geschichte zu teilen und euch zu ermutigen, alles – wirklich alles – bei Gott zu suchen. Auch wenn die Angst mich noch nicht ganz losgelassen hat. Jeder von uns hat seinen Kampf – mein Mann mit seiner Sucht und ich mit meinem Bedürfnis nach Kontrolle und Sicherheit. Doch Gott ist unser Mittelpunkt. Er wird uns führen und seine Versprechen halten. Vertraut auf Gott. Er schenkt jedem von uns die Liebe und die Sehnsucht, die tief in unseren Herzen verwurzelt sind. Auch wenn der Weg beschwerlich ist: Gott wird niemals mehr von uns verlangen, als wir tragen können.

Er wird mich weiter tragen und verändern

Dass ich heute so fest im Glauben stehe, ist das Ergebnis einer langen Arbeit an mir selbst über die letzten drei Jahre. Doch ich bin noch lange nicht dort, wo ich gerne sein möchte. Ich lebe immer noch mit Angst, Stolz und vielen anderen unschönen Charakterzügen. Aber ich bin bereit, demütig zu sein und mich verändern zu lassen. Auch wenn ich falle, werde ich wieder aufstehen und mit Hoffnung und Glauben meinen Blick zu Gott richten. Das ist mein Ziel, das ich jetzt habe und tief in meinem Herzen verankern möchte. Ich weiß, dass es nicht einfach sein wird, sich im Glauben verändern zu lassen – das ist für mich eine Herausforderung. Aber die Liebe zu Gott lässt mir keine andere Wahl. Ohne ihn bin ich verloren und würde alles verlieren, was ich aufgebaut habe. Doch durch ihn spüre ich Stärke, Trost und Führung.

Am Ende ist mein Glaube ein Weg, kein Ziel. Und ich werde ihn mit Mut und Hingabe weitergehen, wissend, dass Gott immer an meiner Seite ist, auch in den schwierigsten Zeiten. AMEN!

LOVE IS MORE möchte Menschen helfen, die unter einer Pornografieabhängigkeit leiden. Auf unserer Website findest du kostenlose Onlinekurse für Betroffene und Angebote für Angehörige sowie Links zu Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen.

Bildquelle: ©chermitove auf pixabay

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